Chieming-Ising – „In neuen Zeiten“ – der Titel des Marsches, mit dem das bayerische Lehrer-Schüler-Trio die Feiergäste am Ende entließ, war das passende Motto, unter dem die Abiturfeier am Isinger Gymnasium stand.
„Lasst Euch Euer Abitur nicht als Corona-Abitur kleinreden!“, rief die Neuntklässlerin Nadja Temmar als Mitglied der Schülermitverwaltung (SMV) den Absolventen zu. „Ihr habt Corona und viele Prüfungen durchgestanden. Ihr könnt noch mehr durchstehen!“
Wertvolle
„Eintrittskarten“
Christopher Rothe vom Alt-Ising-Verein der Ehemaligen schlug in die gleiche Kerbe, indem er sagte: „Ihr habt es trotz aller Probleme geschafft, Euren Abschluss hinzubekommen.“ Rothe, der sein Abitur 2003 bestanden hatte, erinnerte sich bei seiner Rede an die besondere Situation, als er „damals an gleicher Stelle in der zweiten oder dritten Reihe saß und die besondere Übergangszeit zwischen Abschied und Neuanfang erlebte“. Er verglich das Abiturzeugnis mit den goldenen Eintrittskarten aus dem Kinderbuch und der Verfilmung „Charly und die Schokoladenfabrik“ und sagte: „Nicht alle wissen, welchen Wert diese Eintrittskarte hat.“
„Schulpflicht verliert
gegen Netflix“
„Oft hat die Schulpflicht verloren gegen Netflix“, sagte selbstkritisch Amelie Fichtl als Sprecherin der Abiturienten. Sie sei aber dennoch stolz, in dieser von Ungewissheiten geprägten Zeit selbstständig und zielgerichtet fürs Abitur gelernt zu haben. Corona sei dabei sogar „ein spannungssteigernder Moment“ gewesen.
„Ihr habt den Vorteil, dass Ihr wisst, auch in schwierigen Zeiten ein großes Ziel erreichen zu können“, betonte auch Angelika Weber, die Vorsitzende des Fördervereins.
Bevor Schulleiterin Catrin Brandl den 34 Zwölftklässlern ihre Abiturzeugnisse überreichte, gab sie ihnen noch ihre Wünsche mit auf den Weg, „Ziele, für die Ihr brennt und Mut, Altbewährtes zu bewahren, aber auch Mut zur Veränderung und einen kritischen Verstand“.
Brandl kam dann auf das Thema dieser Feier zurück: „Alle von Euch haben das Abitur nicht wegen, sondern trotz Corona geschafft!“