Vom Rathaus wieder in die Schule

von Redaktion

Georg Tischler ist Grassauer Schulleiter – unterstützt von Bernaus Ex-Bürgermeister

Bernau/Grassau – Die Grassauer Grund- und Mittelschule hat eine neue Führung. Georg Tischler, der vor zwei Jahren als Konrektor nach Grassau kam, leitet ab sofort die Schule mit über 560 Schülern. Unterstützt wird er vom Zweiten Konrektor Philipp Bernhofer. „Er ist eine sehr große Hilfe für mich“, betont Tischler. Der 57-jährige Bernhofer kennt die Grassauer Schule sehr gut. Die vergangenen sechs Jahre war er Bürgermeister in Bernau. Davor war Bernhofer in der Grassauer Schule tätig und dies seit 1989. 2001 hatte Bernhofer geholfen den M-Zweig an der Schule mit aufzubauen.

Zwei Schulleiter,
die sich verstehen

„Ich war sehr gerne Bürgermeister, freue mich aber nun, wieder Lehrer zu sein“, erklärt er. Noch gut kann er sich an den bewegenden Abschied in der Schule vor sechs Jahren erinnern, bevor er ins Rathaus wechselte.

Überraschend wechselte auch Grassaus ehemaliger Schulleiter Johannes Zeitel an die Grundschule Grabenstätt. Acht Jahre war er an der Grund- und Mittelschule Grassau als Schulleiter tätig. Da der Wechsel recht spät vollzogen wurde, konnte die Stelle als Schulleiter nicht mehr ausgeschrieben werden. Somit ist nun Konrektor Tischler als neuer Schulleiter kommissarisch bis zum Ende des Schuljahres für die große Schule mit 50 Lehrkräften zuständig.

Eine Herausforderung, der sich der 35-jährige Familienvater aber gerne stellt. „Ich bekomme große Unterstützung aus dem gesamten Kollegium“, schwärmt er. „Die Zusammenarbeit ist sehr konstruktiv und ich kann meine Kollegen nur in den höchsten Tönen loben“. Als Zweiter Konrektor kam Tischler 2018 nach Grassau. Vorher war er sechs Jahre in Bad Reichenhall als Lehrer tätig.

Umso größer ist auch für Bernhofer die Freude, erneut Schüler unterrichten zu können. Er hatte sich auf die Stelle des Zweiten Konrektors beworben. Die Chemie stimmt zwischen den beiden Hauptverantwortlichen. „Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden“, versichert Tischler, der auf die Erfahrung von Bernhofer baut.

Was beiden auf der Seele brennt, ist der bauliche Zustand der Schule. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, sind sie sich einig. Baustellenambiente empfängt daher derzeit die Schüler. Der Wasserschaden, vor einigen Jahren verursacht, ist noch nicht vom Tisch, die dringende Sanierung noch nicht erledigt. „Wir appellieren an Bürgermeister, Marktgemeinderat und Verwaltung, dass die Schule ins Zentrum rücken muss und mit der Sanierung so bald als möglich begonnen wird“, betont Bernhofer.

„Auch die Gebäude sollen unserer Arbeit, unserem Anspruch an Vermittlung von Lerninhalten und Förderung der sozialen Kompetenz gerecht werden“, fügt Tischler hinzu. Erschwert wird die Situation zusätzlich durch die unklare Lage der neuen Sporthalle, die derzeit nicht betreten werden darf. Anfang des Jahres ließ die Gemeinde sie sperren, weil Risse in den Leimbindern der Deckenkonstruktion entdeckt worden waren (wir berichteten).

Warten auf
das Gutachten

Noch steht das damals beauftragte Gutachten, ob und wie das Dach der Turnhalle repariert werden kann, aus. Solange darf die Halle auch nicht betreten werden. Die alte Turnhalle sollte eigentlich abgebrochen und hier ein neues Schulgebäude errichtet werden. Vorerst muss sie weiterhin als Sportstätte dienen. Laut Georg Tischler reichen die Klassenzimmer, ergänzt durch den Schulcontainer, in diesem Schuljahr noch aus. Mitte 2021 soll die Sanierung beginnen.

Dann müssten weitere Schulklassen ausgelagert und weitere Container aufgestellt werden. Wie alle Schulen muss auch die Grund- und Mittelschule Grassau mit den aktuellen Hygienevorschriften zurechtkommen. Die äußeren Umstände sollen aber nichts daran ändern, dass „bei uns der Schüler mit seiner Persönlichkeit im Vordergrund steht“, betont er.

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