Hohe Kredite in den nächsten Jahren

von Redaktion

Seeon-Seebruck segnet Haushaltsplan ab – Volumen von rund 17 Millionen Euro

Seeon-Seebruck – Ohne längere Diskussion hat der Seeon-Seebrucker Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den laufenden Haushalt einstimmig abgesegnet. Auch der Stellen- und Finanzplan wurden ohne Gegenstimmen genehmigt.

Der Gesamthaushalt weist ein Volumen von rund 17 Millionen Euro auf und liegt damit auf dem Vorjahresniveau. Im Verwaltungshaushalt stehen rund zehn Millionen Euro zur Verfügung und im Vermögenshaushalt rund 6,9 Millionen Euro. Zum Ausgleich des Vermögenshaushalts wurde eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,2 Millionen Euro eingeplant.

Wegen Corona verminderte Ansätze

Der Haushaltsplan, den der Finanzausschuss dem Gemeinderat vorberatend empfahl, wurde laut Kämmerei unter den nicht abschätzbaren finanziellen Rahmenbedingungen der Corona-Krise erstellt. Einige Haushaltsansätze stünden daher unter starkem Vorbehalt. „Im Verwaltungshaushalt sind deshalb bereits verminderte Ansätze bei den Steuereinnahmen und den Ansätzen aus dem Fremdenverkehr im Vergleich zu den Vorjahren 2019 und früher gebildet worden“, erklärte Kämmerer Albert Lahner. Auch im Haushalt 2020 seien für diese Positionen bereits geringere Ansätze gebildet worden.

Grundsätzlich seien die Verhältnisse im Verwaltungshaushalt aber weiterhin geordnet. Die geplante Zuführung an den Vermögenshaushalt liege mit 308000 Euro geringfügig über der errechneten Zuführung 2020. Die Tilgung der Kredite im Vermögenshaushalt sei damit sichergestellt und die Mindestzuführung erreicht. Es zeichne sich aber ab, dass in den Folgejahren wieder mit einer höheren Zuführung in den Verwaltungshaushalt zu rechnen sei und somit wieder bessere finanzielle Verhältnisse im Verwaltungshaushalt erreicht werden.

Während bei den Personalkosten der Ansatz mit 2,9 Millionen Euro nur gering unter dem des Vorjahres liegt, ist bei der Kreisumlage eine deutliche Steigerung erkennbar. Trotz einer Senkung des Umlagesatzes wird die Gemeinde aufgrund der guten Steuerkraft in den Vorjahren über 2,8 Millionen Euro an den Landkreis abführen müssen. Im Vergleich zu 2020 sind das 171000 Euro mehr.

Um größere Baumaßnahmen und einen vorgesehenen Grunderwerb zu finanzieren, wurde ein Kredit von 1,2 Millionen Euro eingeplant.

Wie dem Finanzplan 2022 bis 2024 zu entnehmen ist, wird die Gemeinde auch in den Folgejahren Kredite aufnehmen müssen, um die bereits geplanten Projekte, wie den Ausbau der Pattenhamer Straße in Truchtlaching, den Neubau eines Feuerwehrhauses in Seeon oder das Wohnprojekt „Ischl“ zu finanzieren. Für den Ausbau der Pattenhamer Straße, mit dem Ende Juni dieses Jahres begonnen werden soll, wurde auch im Haushalt 2022 ein größerer Betrag eingestellt. Die Gesamtkosten des Ausbaus, bei dem auch die Entwässerungsleitungen erneuert werden müssen, liegen bei rund 1,5 Millionen Euro.

Nach Angaben des Bauamtleiters, Josef Heiß, beginnt die Sanierung in der Ortsmitte. Der erste Bauabschnitt endet auf Höhe der Osterbergstraße. Im weiteren Verlauf wird nächstes Jahr der zweite Bauabschnitt bis zur Wohnsiedlung Kobelreut umgesetzt. Der vorhandene Gehweg auf Höhe der Wohnsiedlung Kobelreut wird verlängert und es wird dort auch eine Fußgänger-Querungshilfe errichtet.

Wohnprojekt „Ischl“
größter Posten

Hohe Kosten wird 2022 und 2023 der Bau des Wohnprojekts „Ischl“ verursachen. Nach Angaben der Kämmerei begründe diese Maßnahme auch die weitere Kreditaufnahme für die Jahre 2022 bis 2024 in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro.

Dazu wurde von mehreren Seiten angeregt, das Projekt aus dem Haushalt herauszunehmen und separat zu verwalten. Wie Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) mitteilte, werde die Verwaltung Informationen einholen, welche Gesellschaftsformen möglich sind.

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