Hochwasserschutz und Bauprojekte

von Redaktion

Bürgerversammlung in Grassau – Alle Investitionen trotz geringerer Einnahmen möglich

Grassau – Die Bürgerversammlung in Grassau war die erste Veranstaltung dieser Art im Landkreis, die wieder in Präsenz abgehalten werden konnte. Im Heftersaal informierte Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) über die wichtigsten Entwicklungen seit der Versammlung vor einem halben Jahr. Im Mittelpunkt standen Themen wie Hochwasserschutz und mehrere Bauprojekte.

Seit Februar mache der Impfbus an zwei Tagen in Grassau Station, nun aber nur mehr für Zweitimpfungen. „Ein drittes Impfzentrum nach Grassau zentral für die Achentaler Bevölkerung zu holen, ist uns nicht gelungen“, bedauerte Kattari, dafür konnte im Hefterstadel für ein Schnelltestzentrum die Räumlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Ein Erfolg sei die Corona-Einkaufshilfe für ältere Menschen oder für Bürger in Quarantäne gewesen und auch die Impfanmeldehilfe wurde „gut nachgefragt“.

Alle Investitionen
sind möglich

Wie aus einer der jüngsten Gemeinderatssitzungen bekannt wurde, bleibe trotz Corona-Effekte und voraussichtlich geringerer Einnahmen der Handlungsspielraum der Gemeinde erhalten „und alle geplanten größeren Investitionen können getätigt werden.“ Unter anderem wird in die Generalsanierung der Schule mit Schulhausneubau, in den Bau einer Kindertagesstätte und in bezahlbare Wohnungen investiert. Bis 2024 wird die Gemeinde rund 17 Millionen Euro ausgeben.

Zur Ortsentwicklung berichtete Kattari, dass ein Flächennutzungsplanverfahren bevorstehe, zumal der aktuelle von 1983 sei. Dieser solle mit breiter Bürgerbeteiligung begleitet werden. „Mehrere Bauleitplanverfahren wurden mit dem Ziel, die bauliche Entwicklung besser steuern zu können, angestoßen, unter anderem in Brandstätt, im Ortsteil Reifing und im Gewerbepark.“ Für den Gewerbepark habe sich der Marktgemeinderat auf ein Flächenaufteilungskonzept geeinigt mit dem Ziel, möglichst viel Gewerbe zu integrieren.

Wenig Neues gab es im Hinblick auf die neue Turnhalle zu vermelden. Über die Schuldfrage der Schäden an den Leimbindern tauschen sich derzeit die Anwälte aus. „Es wäre günstig, wenn die Schäden behoben werden dürften, um so die Halle jederzeit nutzbar zu machen“, sagte er.

Zudem berichtete Kattari, dass ein Verkehrsplaner beauftragt wurde, der im August seine Arbeit aufnehme. Auch die vorläufige Drückerampel in Brandstätt soll noch vor dem neuen Schuljahr aufgestellt werden. Erfreulich ist, dass im kommenden Jahr der letzte Abschnitt der Kanalsanierung in Mietenkam abgeschlossen werden kann.

Neuigkeiten gab es hinsichtlich des Hochwasserschutzgebiets Tennbodenbach. In die Neuberechnung wurde nun auch der Angerbach einbezogen und das Ergebnis zeige, dass das Gebiet der Bergstraßen von einem Hochwasser nicht betroffen ist. Was Kattari ärgerte, war, dass nach der Neuberechnung bislang keine Veröffentlichung der neuen Ergebnisse erfolgt sei.

Bis Juni soll der neue Kindergarten an der Gänsbachstraße fertiggestellt sein. Noch wird intensiv geplant, so Kattari und im ersten Bauabschnitt sowohl eine Krippen- wie auch eine Kindergartengruppe entstehen. Für einen möglichen Waldkindergarten konnte nun auch ein Grundstück gefunden werden. Für die Kinder wurde ein Spielplatz mit einem Spielgerät, einem Spielschiff am Reifinger Badesee geschafften und auch heuer könne ein Kinderferienprogramm angeboten werden. Der Jugendtreff sei wieder offen.

Für viele Veranstaltungen fehle nach wie vor die Planungssicherheit, so Kattari. Ob der Michaeli-Markt Ende September stattfinden kann, werde in wenigen Tagen entschieden. Überlegt werde auch, ob der Grassauer Advent im Kurpark organisiert werden kann.

Sonnenenergie
und Fernwärme

Eine Erweiterung der Fernwärmeleitungen werde berechnet und zur geplanten Fernwärme Mietenkam wird es voraussichtlich am 30. September im Mietenkamer Saal eine Informationsveranstaltung geben. Die Straßenbeleuchtungen wurden auf LED umgestellt und auf den gemeindlichen Dächern seien Fotovoltaikanlagen mit Speicher geplant. Blumenwiesen wurden abgelegt und Filzengrundstücke angekauft. Wie Kattari betonte, wurde ein Ausgleichsflächenmonitoring in Auftrag gegeben.

Neben der Aufstellung des Flächennutzungsplans werden mehrere Bebauungspläne und die Schulhaussanierung die Gemeinde stark beschäftigen. Weitere Bauprojekte im Bereich bezahlbarer Wohnraum gibt es an der Kaiserblickstraße. „Hier wird die Gemeinde selbst als Bauherrin aktiv. Mit den vielen Vorhaben, wie Kindergarten, Feuerwehrhaus und Schule, ist die Bauverwaltung ausgelastet.“

Das fragen die Bürger

Nur zwei Bürger meldeten sich bei der Grassauer Bürgerversammlung zu Wort, wobei hauptsächlich das Gewerbegebiet mit seiner Geräuschkulisse im Zentrum stand. Die Parkplatzsituation an der Ringstraße bereitet Marco Diesinger Probleme. Aber auch die Verschmutzung der Parkanlage beim Aldi-Markt kritisierte er. Auch störte ihn der Lieferverkehr, „oft nachts um 21.30 Uhr“. Des Weiteren verwies er auf die laute Abfüllanlage beim Biomassehof. Hier sollte sich der Marktgemeinderat selbst ein Bild machen und bei der Fernwärmeanlage konnte er Abgasentwicklung erkennen. Laut Bürgermeister Stefan Kattari seien die Zustände auf der öffentlichen Fläche neben dem Aldi-Markt wie auch das angespannte Parkplatzproblem an der Ringstraße bekannt. Der beauftragte Verkehrsplaner werde sich auch mit diesem Bereich beschäftigen. Die Lautstärke am Biomassehof werde man prüfen und die Abgasentwicklung bei der Biogasanlage beruhe auf einer bestimmten technischen Einrichtung. Man werde versuchen, die Zeiten der Gasentwicklung möglichst gering zu halten. Josef Nagele erinnerte den Marktgemeinderat an seine Funktion als Kontrollorgan bei der Aufstellung von Bebauungsplänen. Ihm sei beim Bebauungsplan Kaiserblickstraße ein Widerspruch zur Bayerischen Bauordnung aufgefallen. Kattari bat den Bürger, den entdeckten Widerspruch zu spezifizieren und der Gemeinde kundzutun.

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