Prien – Sieben Monate keine Möglichkeit, Sport im Verein auszuüben, das hat auch beim TuS Prien Spuren hinterlassen – vor allem bei den Aktivitäten und in der Mitgliederentwicklung. Lag in den vergangenen drei Jahren der Mitgliederstand immer über 2000, so lösten 2020 rund 100 Mitglieder ihre Vereinszugehörigkeit auf. Zeitgleich waren wegen des ruhenden Trainings-, Wettbewerbs- und Vereinslebens keine Neuzugänge zu verzeichnen.
Verein soll sich
weiter entwickeln
Der aktuelle Stand: 1956 Sportler gehören dem 1878 gegründeten TuS Prien an. Diese Zahlen gab Vorsitzender Christian Fellner bei der ersten Präsenz-Jahreshauptversammlung seit zwei Jahren auf dem Priener Sportplatz bekannt.
Ehe Fellner über das abgelaufene Jahr informierte, erinnerte er daran, dass der TuS Prien in den vergangenen beiden Jahren mit Fritz und Hilde Reuther, Anneliese Moehrke, Marianne Scheck, Elisabeth Blattl, Dr. Günther Loos, Karl Zipfer, Anna Ziegler und Ehrenbürger Hans-Jürgen Schuster wertvolle und hochgeschätzte Sportler und Gönner verloren hat. „In ihrem Sinne wollen wir den TuS Prien weiterentwickeln, wenngleich sich die neue Vorstandschaft die ersten beiden Jahre unserer Amtszeit anders vorgestellt hat“, so der TuS-Vorsitzende, der zu seinem Finanzbericht sagte: „Finanziell sind wir mehr als mit einem blauen Auge davongekommen, dank unserer sparsamen Haushaltsführung und dank der vom Freistaat verdoppelten Zuschüsse konnten wir sogar einen kleinen Gewinn erwirtschaften“. Die zusätzlichen staatlichen Zuschüsse wurden zum Teil den verschiedenen Abteilungen sowie den Finanzreserven zugeführt. Die größte Ausgabe mit gut 8000 Euro galt einem Neuauftritt des Vereins im Internet unter www.tusprien.de.
Finanziell positiv ausgewirkt habe sich auch die Sportförderung des Marktes Prien: „Das ist sicher keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, welche Einnahmen den Städten und Kommunen durch die Corona-Krise weggebrochen sind“. Der Bericht der Kassenprüfer von Hans-Dieter Stüwert und Max Bodler fand ebenso Zustimmung wie die vorgeschlagene Budgetplanung für das kommende Vereinsjahr. Erfreulich ist für Christian Fellner, dass wieder eine Leichtathletik-Abteilung besteht, diese wird von Karolin Sonntag geleitet.
Der erste Ausblick des Vorstands beschäftigte sich mit der Installierung eines Jugendrates, dessen Planungen bereits 2019 begannen. Dazu erläuterte Christian Fellner: „Hier hat uns Corona ausgebremst. Die Hälfte unserer Mitglieder sind Kinder und Jugendliche, damit diese zukünftig mit ihren Anliegen gehört werden, sollen sie auch in der Vorstandschaft vertreten sein, deshalb gehen die Planungen weiter“. Ein weiteres Thema für den TuS Prien ist Inklusion: „Die Sporthalle des Ludwig-Thoma-Gymnasiums ist die einzige barrierefreie Turnhalle, das ist zu wenig für eine echte Inklusions-Arbeit“. Nicht erst seit Corona, aber von dieser Pandemie verstärkt, habe allgemein, so die Beobachtung Fellners, und speziell beim TuS Prien das Interesse für ein Ehrenamt nachgelassen: „Wir wollen junge Leute für das Ehrenamt animieren. Verantwortung zu übernehmen ist nicht nur wichtig, sondern macht auch Spaß“, appellierte er.
Ein Versprechen
des Bürgermeisters
Priens Erster Bürgermeister Andreas Friedrich, der mit Sportreferent Michael Voggenauer zur TuS-Versammlung kam, dankte dem Verein, den Abteilungen und allen Ehrenamtlichen: „Eure Arbeit ist wichtig für die Allgemeinheit und für Prien. Deshalb wollen wir schauen, ob es über kurz oder lang möglich ist, die Franziska-Hager-Sporthalle barrierefrei zu machen“. Geplant ist neben der Wiederaufnahme eines regulären Trainings- und Wettbewerbsmodus am Donnerstag, 2. Dezember eine Jahresabschlussfeier.