Ruhpolding – Als Starkoch in der Sendung „Die Drehscheibe“ hat er in den 1970er-Jahren des vorigen Jahrhunderts Fernsehgeschichte geschrieben – jetzt ist Max Inzinger im Alter von 76 Jahren in seiner Wahlheimat Johannesburg an den Folgen eines Herzinfarkts verstorben.
Einer ganzen Generation Fernseh-Zuschauern brachte der immer smart auftretende Ruhpoldinger mit Rezepten neuen Schwung in die etwas angestaubten Kochtöpfe. Zudem veröffentlichte er eine Reihe von Fachbüchern.
Max Inzinger wurde 1945 in Ering in Niederbayern geboren. Die Familie zog 1954 nach Ruhpolding und eröffnete das Gasthaus „Sonnenbichl“, das später unter seiner Führung, ebenso wie das angegliederte Kochstudio, seinen Namen trug. Vor seiner Fernsehkarriere war Inzinger von 1966 an Werbe-Manager für die Tourismusgemeinde Ruhpolding, eine Aufgabe, die der damals 21-jährige gelernte Koch mit jugendlichem Elan und erstaunlichem Ideenreichtum ausfüllte.
Lebensmittelpunkt
in Johannesburg
Weniger Erfolg war Inzinger in der Folgezeit beschieden. Mehrmals musste er finanzielle Rückschläge hinnehmen. 2004 verlegte er zusammen mit seiner Frau Eva seinen Lebensmittelpunkt nach Johannesburg in Südafrika.
„Ruhpolding hat auf alle Fälle von Max Inzingers Glanzzeit profitiert, das sollte man nicht einfach vergessen“, sagt der ehemalige Verkehrsamtsleiter Helmut Müller im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Inzinger sei mit der Ausrichtung hin zum sportlich orientierten Urlaubsangebot neue Wege gegangen, insbesondere für jüngere Gäste.
Sein Verdienst sei es gewesen, die touristischen Neuerungen wie Tennisschule, Reiterhof und das erste Wellenhallenbad der Alpen in den Medien und hier insbesondere im Fernsehen zu platzieren, so Müller. Außerdem sei die Schwarzachen-Alm damals begehrte Anlaufstelle für Promis aus Sport, Politik und Entertainment gewesen. „Das touristische Ruhpolding habe ihm viel zu verdanken“, zieht Müller Bilanz.
Für seine Schwester Elisabeth wie auch für jene Ruhpoldinger, die Max Inzinger von früher her gut kannten, kommt die Nachricht von seinem Tod überraschend. „Wir haben immer miteinander geskypt, das war unser tägliches Ritual. Besuchen in Corona-Zeiten ging ja nicht“, erzählt Elisabeth Inzinger gegenüber der Chiemgau-Zeitung. Sie beide hätten vorgehabt, noch ein Buch miteinander zu schreiben.