Wohnprojekt Ischl nimmt Gestalt an

von Redaktion

Gemeinderat spricht sich für Massivbauweise aus und genehmigt Fassadenoptik

Seeon-Seebruck – Das Wohnprojekt Ischl nimmt zumindest auf dem Papier Gestalt an. „Jetzt geht es ans Eingemachte, was die Baukonstruktion betrifft“, erklärte Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) bei der Vorstellung der Planunterlagen für den Umbau des „Harrecker-Hofes“ in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause im Truchtlachinger Bürgersaal. Das Wohnhaus wird nur saniert, während das Gewölbe des Stalles neu aufgebaut werden muss. Insgesamt werden dort 11 Wohnungen entstehen, die ausschließlich an Einheimische vermietet werden sollen.

Probleme bei
Holzbeschaffung

Wie Architekt Kristian Stampf vom Planungsbüro Blüml mitteilte, kämen bei der Bauausführung für den Stadl zwei Varianten infrage: Entweder Holzständer- oder Massivbauweise. Das Büro empfehle einen Mauerwerksbau. Am Markt sei Holz schwer verfügbar und teuer. Ein weiterer Grund, den Stadl in konventioneller Bauweise auszuführen, hätten die Bausubstanzuntersuchungen mit den Fachplanern ergeben. „Diese zeigen, dass der Stadl in einem ersten Bauabschnitt zuerst abgetragen werden soll“, so Stampf. Dementsprechend werde er auch zuerst wieder aufgebaut und diene als Aussteifung für die nächsten Bauabschnitte. Ein Mauerwerksbau würde den Bauverlauf und die Statik vereinfachen.

Auch die Verwaltung unterstützt die Entscheidung des Planers: „Eine Massivbauweise wäre einfacher“, sagte Bauamtsleiter Josef Heiß. Wie Stampf weiter mitteilte, finden derzeit auch für den Mittelbau noch tiefgreifende Untersuchungen der Bausubstanz und Fundamente statt. Nach ersten Ergebnissen seien die vorhandenen Fundamente nicht ausreichend, sodass hier umfangreiche, sogenannte Unterfangungs-Maßnahmen zu erwarten seien. Sollte sich herausstellen, dass hier ein Teilabbruch und Neubau wirtschaftlicher wäre, soll dieser wie im Bestand in Massivbauweise ausgeführt werden.

Dass der Wirtschaftsbereich des Gebäudes in Massivbauweise und nicht in Holzständerbauweise errichtet werden soll, damit waren nicht alle Räte einverstanden. Vor allem Franz Wörndl (CSU) drängte darauf, auch aus ökologischen Gründen den Werkstoff Holz zu bevorzugen. „Pauschal zu sagen, dass ein Holzbau bei den Preisen mit anderen Baustoffen nicht mithalten kann, kann ich nicht unterschreiben“, so Wörndl.

Sein Fraktionskollege Sepp Daxenberger und Angelika Wolfertstetter von den Grünen forderten deshalb Zahlen, um einen Preisvergleich herstellen zu können. Auch Wolfertstetter und Michaela Losbichler (Grüne) schlossen sich an.

Nach Angaben des Architekten seien Holzbauten grundsätzlich zwischen 10 und 20 Prozent teurer als Massivbauten. Ausschlaggebend seien aber nicht nur die Kosten, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass mit Lieferengpässen zu rechnen sei. Diese Befürchtungen teilten auch Zweiter Bürgermeister Norbert Maier (FW) und Martha Gruber (FW).

„Entscheidend für mich ist die Statik“, sagte Toni Mayer (Grüne). Der Baustoff Ziegel sei zwar auch teuer, aber man kriege ihn beständiger, stellte Clemens Kronast (FW) heraus. Gegen die Stimmen von Losbichler, Wolfertstetter, Wörndl und Daxenberger wurde der Beschlussvorschlag, den Bereich des ehemaligen Wirtschaftsteils in Massivbauweise auszuführen, mehrheitlich beschlossen.

Einstimmig genehmigte der Gemeinderat den Entwurf der Fassadengestaltung, die eng mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgesprochen wurde. Hier gab es zwar Einwände von Kronast bezüglich der sogenannten französischen Balkone. Insgesamt wurde die Außenfassade aber als verträglich angesehen. Für das Denkmalamt sei das ein Vorzeigeobjekt, merkte Daxenberger an, und auch die Vertreter der Grünen sprachen von einem insgesamt schönen Ensemble.

Lamellen
an der Fassade

An der Fassade soll eine Deckenschalung ausgeführt werden. Um mehr Belichtung für die dahinterliegenden Räume zu ermöglichen, ist eine Kombination in Verbindung von Lamellen vor den Fensteröffnungen denkbar. Der Wirtschaftsteil Richtung Nord und Süd sowie die Giebelseite im Osten sollen überwiegend mit traditioneller, senkrechter Holzschalung und nur partiell mit Lamellen gestaltet werden. Die Ecken der Loggien sollen durch einige Lamellen geschlossen werden. Auf der Ostseite sind keine offenen Balkone vorgesehen. Laut Denkmalschutz muss hier klar erkennbar sein, dass es sich um die Rückseite eines Bauernhauses handelt.

Artikel 1 von 11