Ja zum Neubau eines Fünffamilienhauses

von Redaktion

Knappe Entscheidung für das Projekt nach Debatte im Gemeinderat

Bernau – Im Januar und im März dieses Jahres hatte der Bernauer Gemeinderat die Bauanträge zur Errichtung eines Fünffamilienhauses in der Gedererstraße abgelehnt (wir berichteten). Nun aber stimmte er dem Antrag mit knapper Mehrheit zu.

Vorausgegangen war dem Beschluss der Bescheid des Landratsamtes. Dieses hatte eine neue Planung vorgelegt, bei der die versiegelte Fläche der Parkplätze als „wasserdurchlässige Oberfläche“ beschrieben wird. Somit sei die Stellplatzpflicht mit 23 Stellplätzen erfüllt. Zweiter Bürgermeister Gerhard Jell (CSU) erklärte, dass der neue Außenanlageplan nicht reiche. Der Gemeinderat habe ursprünglich gefordert, die Zahl der Wohnungen und somit die Versiegelung zu reduzieren. Man könne deshalb die Anfrage des Landratsamtes so auslegen, „dass über den kompletten Bauantrag neu abzustimmen ist.“

Wohnraum wird
dringend gebraucht

Dazu gebe es vier Möglichkeiten. Entweder das Einvernehmen zu verweigern, was aber durch das Landratsamt ersetzt werden könnte, oder das Einvernehmen zu erteilen. Eine dritte Variante sei „ein Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans mit dem Ziel, die Entwicklung in dem Bereich noch zu steuern“ oder als vierte Variante mittels des Baulandmobilisierungsgesetzes bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Katrin Hofherr (SPD) begrüßte die beiden letztgenannten Möglichkeiten: Wohnraum zu schaffen, sollte kein Ziel, sondern Pflicht“ sein. Michaela Leidel (BL) erklärte: „Wir wollen keine große Versiegelung.“ Aber: „Bezahlbarer Wohnraum ist eine gute Sache.“ Pia Ostler (Grüne) forderte einen Bebauungsplan, die Nachbargemeinde Prien gehe da seit Kurzem mit dem guten Beispiel einer Ortsentwicklung voran. Sascha Klein (WMG) hingegen sagte: „Ein Ablehnen wäre grundverkehrt.“ Das Verdichten sei zu begrüßen, er als „direkter Nachbar“ habe schließlich kein Recht auf „ewige Sichtfreiheit auf die Kampenwand.“ Auch Peter Pertl (CSU) sah ein Ablehnen kritisch. Wenn das Gremium nun anders als früher nicht mehr genehmige, „machen wir uns unglaubwürdig.“ Die Variante mit dem Baulandmobilisierungsgesetz sei „sinnvoll, aber in dem Fall sind wir zu spät dran.“ Katrin Hofherr widersprach: „Es ist nie zu spät. Wir brauchen Wohnraum.“ Peter Steindlmüller (CSU) sah das Problem von Bebauungsplan und dem großen Geltungsbereich in dem Ortsteil.

Bürgermeister Jell beendete die Debatte. Dem Vorschlag, dem Bauantrag zur Errichtung des Fünffamilienhauses zuzustimmen, schlossen sich schließlich neun von 16 Gemeinderäten an. elk

Artikel 1 von 11