Feuerwehr verhindert das Schlimmste

von Redaktion

Kriminalpolizei ermittelt nach Brand in McDonald’s-Filiale – Haupthaus bleibt verschont

Prien/Rosenheim – War es ein glimmender Zigarettenstummel im Müll? Oder Vandalismus mit schwerwiegenden Folgen? Über die Brandursache eines Anbaus der Priener McDonald’s-Filiale am Samstag lässt sich derzeit nur spekulieren.

Verdächtige Rauchschwaden stiegen über dem Gewerbegebiet am Reitbach in den frühen Samstagmorgenstunden auf: Gleich mehrere Anrufer, die vom Auto aus den Qualm beobachtet hatten, meldeten bei Polizei und Feuerwehr einen Brand (wir berichteten).

Arbeiten dauerten
bis 7 Uhr morgens

Am Montag blickt Samuel Witt, Kommandant der Priener Wehr, auf den Einsatz zurück, zu dem seine Mannschaft mit 40 Kräften am Samstag um 3.41 Uhr anrückte: „Zum Glück befindet sich das Feuerwehrhaus gleich nebenan, so konnten wir den Brand zusammen mit den Kollegen aus den Nachbargemeinden rasch unter Kontrolle bringen“, schildert er. Rund 60 weitere Kräfte der Feuerwehren Atzing, Hittenkirchen, Greimharting, Wildenwart und Bernau waren den Prienern zu Hilfe geeilt. Knapp ein Dutzend Einsatzfahrzeuge erhellten mit ihren Scheinwerfern und Blaulichtern die noch dunklen, frühen Stunden.

Laut Witt habe sich der Brand in einem Anbau am Haupthaus der Filiale entwickelt, der teils als Lager für Müll und teils als Kühlraum benutzt wird: „Als wir an der Einsatzstelle ankamen, stand der Anbau bereits in Vollbrand.“ Durch die extreme Hitzeentwicklung drohten die Flammen auf das Hauptgebäude überzugreifen, „dies konnte aber verhindert werden“, so Witt. Die Feuerwehr Atzing habe die Innenräume des Haupthauses kontrolliert. Obwohl der Brand schnell gelöscht war, zogen sich laut Kommandant Witt die Nacharbeiten noch bis 7 Uhr morgens hin. Anschließend sicherte die Feuerwehr den Brandort mit einem Bauzaun ab. Inzwischen hat die Kriminalpolizei Rosenheim die Ermittlungen aufgenommen, Beamte waren am Montag vor Ort. „Es wird derzeit in alle Richtungen ermittelt“, so Polizeisprecher Alexander Huber, es seien Brandfahnder und die Spurensicherung am Fall dran. Er erklärt, dass man bei der Brandursachenforschung nach dem Ausschlussprinzip vorgeht: Faktor für Faktor dabei werde geprüft. So dürfte unter anderem auch eine Rolle spielen, dass es in Prien in jüngster Zeit an verschiedenen Orten Vorfälle von mutwilliger Zerstörung gegeben hat. „Im Moment ist das aber noch Spekulation“, betont Huber. Gegebenenfalls, so der Sprecher, würden auch externe technische und physikalische Gutachter hinzugezogen, eventuell auch das Landeskriminalamt.

Froh, dass das Haupthaus verschont blieb, ist man bei der Betreibergesellschaft Heinritzi in Rosenheim. Aus der Unternehmenszentrale erfuhr die Chiemgau-Zeitung, dass Mitarbeiter im Schlussdienst das Restaurant am Samstag gegen 3.15 Uhr verlassen haben, „dabei war alles unauffällig und normal“, so Sarah Nips, Assistentin von Geschäftsführer Michael E. Heinritzi. Kurz darauf habe ein unmittelbarer Nachbar, zu dem es keine weiteren Angaben gibt, die Schichtleiterin der Priener Filiale über eine Rauchentwicklung informiert, diese wiederum rief die Restaurantleitung an und diese die Gebietsleitung. Die Zuständigen seien schnell vor Ort gewesen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Löscharbeiten bereits in vollem Gange.

Betreiber will in
Kürze wieder öffnen

Bei Heinritzi ist man zuversichtlich, in zwei oder drei Tagen das Restaurant wieder eröffnen zu können, und sobald die Brandursache feststehe, erste Reparaturarbeiten durchzuführen: „Unser Ziel ist es, den Wiederaufbau ohne weitere Schließtage zu gewährleisten.“ Die rund 40 Mitarbeiter des Priener Schnellrestaurants würden solange weiterbezahlt. Auch, wenn die Sache glimpflich ausging, ein kleiner Schock bleibt zurück: „Wir sind seit 39 Jahren Franchisenehmer von McDonald´s Deutschland und Österreich und betreiben derzeit 48 Restaurants. Einen vergleichbaren Vorfall gab es noch nie.“

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