Kneippen kommt nicht aus der Mode

von Redaktion

Landesverband feiert 200. Jahrestag mit Gesundheitsminister Holetschek in Chieming

Chieming – Anlässlich des 200. Geburtstags von Pfarrer Sebastian Kneipp wurde bei Bilderbuchwetter das Jubiläum durch den Kneipp-Bund- Landesverband Bayern in der Mutter-/Vater-Kind-Klinik in Chieming gefeiert. Vorsitzende Ingeborg Pongratz konnte die kneippzertifizierte Kurklinik Alpenhof als Gastgeber für die Feier gewinnen. Als besonderer Ehrengast war Gesundheits-Staatsminister Klaus Holetschek (CSU) anwesend, der zwölf Jahre als Bürgermeister in Pfarrer Kneipps Heimatort Bad Wörishofen amtierte.

Immunsystem
wird gefördert

Klinikleiterin Annegret Obermaier und Chefärztin Dr. Ana-Maria Wolf sehen sich dem Kneipp-Landesverband verbunden, weil die Chieminger Kureinrichtung seit 2017 nach der Kneipp‘schen Lehre ausgerichtet und als solche zertifiziert ist. Im Zuge dessen wurde das medizinisch-therapeutische Personal den Anforderungen des Kneipp-Bundes entsprechend weiterqualifiziert und ein Heu-Raum installiert.

So gehören zur Klinik nun Hydrotherapeuten nach Kneipp und Trainer für Venengesundheit. Ein gesundheitlicher Mehrwert der Kneipp’schen Anwendungen besteht für die Patienten in der Förderung der Durchblutung, in der Anregung des Kreislaufs, der Aktivierung des Stoffwechsels, in Schmerzlinderung, in der Stimulierung des Immunsystems nach dem Prinzip der Abhärtung sowie in der Senkung der Infektanfälligkeit.

„Das Ziel der Kneipp-Bewegung ist es, die Menschen gesund zu erhalten, indem sie ein gesundes Leben in Einklang mit der Natur und Umwelt führen.“, so Pongratz in ihrem Grußwort. Aus der ursprünglichen Wasser- und Kräuterheilkunde von Kneipp habe sich ein anerkanntes Naturheilverfahren und Präventionskonzept entwickelt. Es basiert auf den fünf Elementen Wasser, Bewegung, Heilpflanzen, Ernährung und Lebensordnung. „Hinter dem ganzheitlichen Ansatz der fünf Elemente verbirgt sich die Erkenntnis, dass ein richtig funktionierendes Immunsystem, eine umfassende körperliche Fitness und eine gute Stress-Resilienz wichtig für die Selbstheilungskräfte sind, mit denen die Widerstandsfähigkeit gestärkt wird – präventiv, heilend, lindernd.“

Gesundheitsminister Holetschek sieht in Sebastian Kneipp einen Visionär, der schon vor 150 Jahren eine gesundheitsbewusste Lebensweise erkannt habe, „sein Name ist weltberühmt und ich freue mich, dass der Kneipp-Bund zu Kneipps 200. Geburtstag ein Jubiläumsjahr ausgerufen hat.“ Aus Sicht des Ministers habe Kneipp ein ganzheitliches, naturnahes Konzept entworfen, das aufgrund der Corona-Pandemie „wichtiger denn je ist“ und das für jedes Lebensalter geeignet sei. Holetschek dankte den anwesenden Vertretern des Kneipp-Bundes und dem Personal der Mutter-/Vater-Kindklinik, dass sie Kneipps Wissen und Lehre bewahren und weitergeben.

Zu Wort kam auch der Präsident des Kneipp-Bundes, Dr. Joachim Rudolph, der im Januar zu Holetscheks Nachfolger gewählt wurde, nachdem dieser sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Rudolph verwies auf das Sozialgesetzbuch, in dem den Krankenversicherten der Anspruch auf Heil- und Hilfsmittel präventiv zugesprochen wird.

Personal mit
hohem Engagement

Geschäftsleiterin Nadine Espey, die für das Mutter-Kind-Hilfswerk für sechs Kliniken mit insgesamt 1400 Mitarbeitern zuständig ist, darunter die Klinik in Chieming, bedankte sich insbesondere bei Ingeborg Pongratz, für deren langjährigen Einsatz, der auch die Kneipp-Zertifizierung in Chieming erst möglich gemacht habe. Aber auch das gesamte Klinikpersonal wurde anerkennend herausgestellt, ohne dessen Engagement die wirksamen Behandlungen nicht möglich wären. Auch Stellvertretender Landrat Andreas Danzer (FW) und Bürgermeister Stefan Reichelt (CSU) würdigten das heilsame Wirken in der Chieminger Kur-Klinik im Sinne Kneipps. Mit Verweis auf Pfarrer Sebastian Kneipp und mit Blick auf den geplanten Ausflug der Gäste auf die Fraueninsel, sagte Reichelt: „Wer genau hinschaut, wird im Laufe des Tages feststellen können, dass wir am Chiemsee vier der fünf Elemente der Kneipp’schen Lehre anbieten können: Wasser, Bewegung, eine gute Ernährung und Heilpflanzen. Nur die Lebensordnung, die muss jeder für sich finden.“

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