Traunstein – Die Bundestagswahl 2021 ist Geschichte und das dicke Minus für die Unionsparteien wird in Erinnerung bleiben. 13 Prozent weniger erreichten die Christsozialen im Wahlkreis Traunstein. CSU-Kandidat Peter Ramsauer sicherte sich trotzdem wieder deutlich das Direktmandat.
31,5 Prozent wählten die CSU hier noch – das ist ein Minus von 13 Prozent gegenüber der letzten Bundestagswahl im Jahr 2017. Damit liegt der Wahlkreis ziemlich genau im bayerischen Schnitt. Mit am stärksten schnitt die CSU in Reit im Winkl mit 38,6 und Schleching mit 36,8 Prozent ab. Auffällig ist, dass die Ramsauer-Partei vor allem in touristisch geprägten Orten gut abschloss. Zu den schlechtesten Ergebnissen zählt zum Beispiel die Gemeinde Taching mit knapp unter 27 Prozent.
Kofler holt
stärkstes Ergebnis
Mit 15,5 Prozent liegt die SPD im Wahlkreis Traunstein auf Platz zwei, das ist verglichen mit der vergangenen Wahl 2017 ein Plus von 3,6 Prozent. Besonders stark waren die Sozialdemokraten zum Beispiel in Trostberg und Grassau mit über 19 Prozent. Direktkandidatin Bärbel Kofler schnitt bei den Erststimmen in Traunstein am besten ab. Das schlechteste Ergebnis fuhren die Sozialdemokraten dagegen mit 7,7 Prozent in Pittenhart ein.
Die Freien Wähler stiegen im Wahlkreis Traunstein von gut zwei auf jetzt 13 Prozent – interessanterweise ungefähr jener Wert, den die CSU verlor. Ihre Hochburgen haben die Freien Wähler zum Beispiel in Petting mit 22,8 und in Wonneberg mit 22,6 Prozent. In der Gemeinde Marquartstein entschieden sich nur 7,3 Prozent für die Partei der Direktkandidatin Andrea Wittmann.
Ein Plus von drei Prozent steht bei den Grünen im Wahlkreis Traunstein zu Buche – insgesamt 12,3 Prozent entschieden sich für sie. In Traunstein ist man traditionell stark und holte am Wahlsonntag dort 18 Prozent. Leicht zulegen konnte auch die FDP und holte 9,7 Prozent.
Mit Abstand das beste Ergebnis holt die Partei um Direktkandidat Patrick Weiß in Bayerisch Gmain (Berchtesgadener Land). Stark waren die Grünen auch in Bergen und Übersee mit jeweils rund zwölf Prozent. Die bekannten Hochburgen der AfD aus den vergangenen Wahlen sind auch nun wieder ganz vorne dabei, darunter die Stadt Traunreut mit 12,3 Prozent. Insgesamt muss die Partei aber ein Minus von gut drei Prozent im Wahlkreis Traunstein hinnehmen und kommt insgesamt noch auf 8,6 Prozent. Zu den schlechtesten Ergebnissen zählte unter anderem die Gemeinde Seeon-Seebruck mit gut sechs Prozent.
Besonders schlecht lief die Bundestagswahl am Sonntag für die Linke und die Bayernpartei. Ihre Ergebnisse haben sich in der Region mehr als halbiert: 2,4 Prozent stimmten noch für die Linke und 0,9 Prozent für die Bayernpartei. Eines der besten Ergebnisse schaffte die Linke in Traunstein mit 3,7 Prozent.. Die Bayernpartei war in Grassau, Petting und Übersee am stärksten mit 1,6 bis 1,8 Prozent.
Auch für die ÖDP war der Wahlsonntag kein Grund zum Jubeln, 0,9 Prozent der Wähler erreichte man noch. In Petting war das beste Ergebnis mit 1,8 Prozent, in Unterwössen kam die ÖDP dagegen auf nur 0,3 Prozent.
Neu auf dem Wahlzettel stand dieses Mal die Partei „dieBasis“, die aus der Bewegung der Corona-Maßnahmen-Kritiker entsprang. Im gesamten Wahlkreis schaffte sie es mit 2,3 Prozent auf Platz acht. Der Direktkandidat mit den wenigsten Erststimmen, 301 an der Zahl, ist übrigens Sebastian Oberholzner aus Piding (Berchtesgadener Land). Er trat für die Liberal-Konservativen Reformer an.
Jeweils zwei eindeutig links- beziehungsweise rechtslastige Parteien traten am Sonntag zur Wahl an, blieben aber im Stimmkreis Traunstein völlig bedeutungslos, allen voran die Parteien am linken Rand: Die marxistisch-leninistische MLPD erhielt im ganzen Wahlkreis 19 Stimmen, die kommunistische DKP 20. Damit sind sie die absoluten Schlusslichter im Wahlkreis Traunstein. Am rechten politischen Rand wählten 102 Menschen die NPD und 63 „Der III. Weg“.
Staudach-Egerndach:
Alle Stimmen gültig
Knapp 74 Prozent aller Wahlberechtigten beteiligten sich im Wahlkreis Traunstein am Sonntag bei der Bundestagswahl. Das sind etwa drei Prozent weniger als 2017. Am fleißigsten gingen die Wähler zum Beispiel bei einer Wahlbeteiligung von 85,8 in Chieming zur Urne.
Und in Staudach-Egerndach waren alle 751 abgegebenen Stimmzettel gültig – der einzige Ort im gesamten Wahlkreis.