„Regierungsauftrag liegt klar bei der SPD“

von Redaktion

Dr. Bärbel Kofler aus Traunstein für Ampel-Koalition – Bundestagsabgeordnete verspricht Abkehr vom Verwalten

Traunstein – Mit dem vorläufigen Endergebnis der Bundestagswahl am Sonntagabend entbrannten auch gleich heftige Diskussionen um Führungsanspruch und mögliche Koalitionen. Dr. Bärbel Kofler von der SPD sitzt für den Wahlkreis Traunstein seit 2004 im Deutschen Bundestag. Mit Listenplatz zwei ist ihr Einzug ins Parlament über die Liste erneut gesichert. Die 54-Jährige sieht den Wählerauftrag zur Regierungsbildung klar bei der SPD, wie sie gestern im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung erklärte.

Gemäß dem vorläufigen Endergebnis des Bundeswahlleiters hat die SPD einen Zweitstimmenanteil von 25,7 Prozent, die beiden Unionsparteien kommen gemeinsam auf 24,1 Prozent. „So knapp ist das Ergebnis nun auch wieder nicht“, sagt Kofler: „Wir sind die stärkste Partei.“

Von den rechnerisch möglichen Koalitionen bevorzugt die Traunsteinerin laut eigener Aussage die sogenannte Ampel-Koalition, also aus SPD, Grüne und FDP. „Ich gehe davon aus, dass das den Wählerwillen wiedergeben würde“, begründet sie.

Die Sondierungsgespräche, so erklärt die promovierte Sprachwissenschaftlerin weiter, führe der Bundesvorstand. An den Koalitionsverhandlungen erwartet Kofler, beteiligt zu sein – wie übrigens schon bei den letzten beiden Bundestagswahlen.

„Ich habe ein gutes Gefühl, dass die Sozialdemokraten die stärkste Partei geworden sind“, sagt Kofler. Viele Aufgaben müssten angepackt werden, und der Wähler habe signalisiert, dass er das wolle.

Sie nennt zuerst den Klimawandel. Maßnahmen müssten so ausgestaltet werden, dass die Leute mitgenommen würden. Weiteres großes Thema seien Modernisierung und Digitalisierung, also Infrastrukturmaßnahmen wie Ausstattung.

Der Bereich Arbeit und Soziales steht für Kofler ebenfalls ganz oben, etwa ein „vernünftiges Auskommen und vernünftige Rahmenbedingungen“ am Arbeitsplatz. Auch die Europapolitik kommt in dieser Dringlichkeitsliste vor. Hier habe sie sich in der Vergangenheit für das Lieferkettengesetz eingesetzt.

„Es fühlt sich gut an, die Chance zu haben, das alles jetzt zu tun“, so Kofler. Sie verspricht für die SPD eine „vorwärtsgewandte Politik“ und „nicht nur ein Verwalten“, wie es in der Vergangenheit unter der Union der Fall gewesen sei. tw

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