Politik und Kultur vereint

von Redaktion

Altbürgermeister Hans Thalhauser in Breitbrunn zum Ehrenbürger ernannt

Breitbrunn – Völlig überrascht war Breitbrunns Altbürgermeister Hans Thalhauser, als er von der Gemeinde die Einladung für eine „Fahrt ins Blaue mit anschließender Einkehr“ im Briefkasten vorfand.

Vorgefahren kam dann ein prächtig geschmückter Vierspänner, der mit den Ehrengästen Hans und Angelika Thalhauser, unter der Federführung der Rosserer Sepp Obermeier und Helmut Meidert, zu einer Kutschfahrt aufbrach. Diese führte zur Chiemseehalle, wo das Ehepaar Thalhauser mit einem Vereine-Spalier in Empfang genommen wurde. Die „Ettenhuber-Musi“ sorgte für die musikalische Begleitung der Feier.

Passion für
Kommunalpolitik

Gemeindeoberhaupt Anton Baumgartner hatte heimlich zahlreiche Gäste, darunter Thalhausers Familie und Verwandte, eingeladen, dazu Abordnungen der Ortsvereine, ehemalige Bürgermeisterkollegen und die Geistlichkeit.

Für den 75-jährigen Thalhauser, der zunächst von einer nachträglichen Geburtstagsfeier ausging, eine völlig überraschende Aktion. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal in den Genuss der Ehrenbürgerwürde komme“, so der Breitbrunner gerührt. In seiner Laudatio ging Baumgartner auf das kommunale und gesellschaftliche Wirken des Ehrengastes ein.

1978 entdeckte Hans Thalhauser seine Passion für die Kommunalpolitik. In seiner zweiten Periode als Gemeinderat ernannte ihn das Gremium – damals noch unter der Ägide von Anton Ganterer – zum Zweiten Bürgermeister.

2002 warf Thalhauser seinen Hut schließlich selbst in den Ring und wurde für die CSU/Freie Wahlgemeinschaft als Erster Bürgermeister vereidigt. In seinen zwei Amtsperioden bekleidete er zudem das Amt des Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft und den Vorsitz des Verwaltungsrates und späteren Vorstands beim neugegründeten gemeinsamen Kommunalunternehmen Breitbrunn-Gstadt.

Ein erklärtes Ziel, das er bereits zu Beginn seiner Amtszeit formulierte, war die Weiterführung des „Breitbrunner Modells“ zur Ausweisung von Bauland für Einheimische, welches mit dem Wohn- und Mischgebiet an der Gollenshausener Straße verwirklicht werden konnte.

Mit dem Bau der Vereins- und Bauhofhalle zeigte Thalhauser, dass Ortsvereine bei ihm immer „hoch im Kurs“ standen und er für ihre Anliegen jederzeit „offene Ohren“ hatte, erinnerte der amtierende Rathauschef Anton Baumgartner in seiner Ansprache. Viele Nerven kostete den Altbürgermeister einst der Bau der neuen Turnhalle, für die zunächst kein Standort gefunden werden konnte, mit dem sich alle in der Gemeinde anfreunden konnten. Dank Thalhausers Verhandlungsgeschick, so Baumgartner, wurde dann der heutige Standort am Sportplatz gefunden und gesichert. Der Laudator ging weiter auf Thalhausers kulturelles Wirken und seine Verdienste um die Dorfgemeinschaft ein – nicht zuletzt auch darauf, dass Thalhauser selbst Mitglied in vielen Vereinen sei. Dass Politik und Kultur „Hand in Hand“ gehen können, zeige sich an der Chiemseehalle.

Sofort für
First Responder

Auch als es erste Überlegungen zur Gründung einer „First-Responder“-Einsatzgruppe für Breitbrunn gab, habe sich Thalhauser sofort dafür eingesetzt, erzählte Baumgartner den Gästen: „Konsequenterweise stand er dem Verein lange Zeit als Erster Vorsitzender vor und wurde zum Ehrenmitglied ernannt.“

Im Anschluss verlieh Anton Baumgartner die Ehrenbürgerwürde an Altbürgermeister Hans Thalhauser. Als äußeres Zeichen erhielt er eine Ehrenbürger-Urkunde, gezeichnet vom bekannten Breitbrunner Grafiker Wast Huber.

Im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung freute sich seine Tochter Tanja Mühlbauer, dass „alle dicht gehalten haben“ und ihr Vater bis zum Schluss nichts von der Sache geahnt habe. Das Geschenk aller Vereine war ein Vier-Tage-Kirchweih-Urlaub in Südtirol.

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