Große Trauer um Fritz Lampersberger

von Redaktion

Hittenkirchener stirbt im Alter von 70 Jahren – Verdienste um die Jugendblaskapelle

Hittenkirchen – „Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben“, mit diesen Worten begann Pfarrer Martin Strasser seine Traueransprache für Fritz Lampersberger in der Pfarrkirche „St. Bartholomäus“ in Hittenkirchen. Lampersberger verstarb völlig überraschend und wenige Stunden nach einem Ski-Langlauf in seinem Zuhause im Alter von 70 Jahren. Pfarrer Strasser, der durch musikalische Aktivitäten mit dem Verstorbenen eng befreundet war, erinnerte an seinen Lebenslauf sowie an seine besondere Sorge um seine Familie mit Ehefrau, zwei Kindern und vier Enkelkindern.

Fritz Lampersberger wuchs in Schörging in der vormaligen Gemeinde Hittenkirchen mit zwei Brüdern auf, besuchte nach den Schulen in Hittenkirchen und Prien die Staatliche Handelsschule in Kolbermoor, ehe er eine Lehre als Bankkaufmann bei der Hypobank in Prien begann. Im Rahmen seines achtjährigen Dienstes beim Gebirgsflugabwehrregiment 8 in Traunstein schulte er zum Programmierer um.

Zum weiteren Leben sagte der Geistliche: „Das Leben vom Fritz war immer wieder eine Herausforderung und Prüfung für das Kommende, dies zeigten die Schicksalsschläge, die es zu meistern galt. War es in der Kindheit ein Unfall mit seiner Hand und bei der Bundeswehrzeit ein Krankenhausaufenthalt, der gut ausging, so war es dann Jahre später seine Verletzung am Auge, die dazu führte, dass er 1992 wegen der sogenannten Doppelbilder in Frührente gehen musste.“

Lampersberger sei kein Mensch gewesen, der sich gehen habe lassen. Er habe immer wieder angepackt. Mit 53 Jahren ereilte ihn abermals ein gesundheitlicher Schicksalsschlag: Er stürzte bei Bauarbeiten vom Gerüst und musste lang anhaltende gesundheitliche Schäden auskurieren. Es war ihm nichts zu mühsam. Trotzdem war er die letzten Jahre noch eine wertvolle Kraft bei der Schreinerei Friedrich.

Bereits als Kind lernte Fritz Lampersberger das Akkordeon, später Posaune und weitere Instrumente. Sein musikalisches Talent brachte er in verschiedenen Musik-Besetzungen („Lustige Aubacher“, „Gederer“, bei den Karolinenfeldern, bei den Heuberg-Boarischen und bei der Blaskapelle Bernau) ein.

Seine ganz besondere Freude gehörte der von ihm ins Leben gerufenen Jugendblaskapelle Hittenkirchen. Diese Bläser-Gruppierung spielte beim Requiem als „Fritz-Musi“ das von ihm für Bläser vor drei Wochen geschriebene Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“.

Als Sprecherin der Jugendblaskapelle „Fritz-Musi“ sagte Antonia Wörndl, dass sie von ihrem Lehrherrn viel gelernt haben und mit ihm viele schöne Stunden haben verbringen können. 20 Jahre war Fritz Lampersberger aktiver Musikant bei der Bernauer Blaskapelle, dafür dankte am offenen Grab Musikvorstand Georg Bauer. Für den Wasserbeschaffungsverband dankte als langjähriger Weggefährte der ehemalige Vorstand Ferdinand Thalhammer für die 15-jährige Schriftführertätigkeit Lampersbergers. Vorstand Georg Hinterholzer erinnerte, dass sein Veteranenverein vom Verstorbenen 20 Jahre als Zweiter Vorstand, zehn Jahre als Schriftführer und lange Jahre sowie bis zuletzt als Pfleger vom Kriegerdenkmal Hittenkirchen unterstützt worden sei.

Aufgrund seiner Verdienste seit seinem Vereinsbeitritt im Jahr 1970 wurde Fritz Lampersberger vor zwei Jahren zum Ehrenmitglied vom Trachtenverein „Almenrausch“ Hittenkirchen ernannt. Seine Verdienste waren vielfältig und bestanden besonders aus der Jugend- und Musik-Förderung, aus jahrzehntelangem Probenspielen und als guter Schuhplattler. Wie Trachtenvorstand Christoph Kaufmann in seinem Nachruf weiter ausführte, war der Fritz zusammen mit seinen Töchtern Christine und Martina bei örtlichen und überörtlichen Preisplatteln als Musikant und als Auswerter tätig.

„Besonders wertvoll war, dass er 2017 die Jugendblaskapelle gründete und mit ihr im Frühjahr 2018 den ersten Auftritt hatte. Hoffen wir, dass es auch ohne ihn mit dem Musikanten-Nachwuchs weitergeht“, so Kaufmann.

Dessen Verein war ebenso mit der Fahnenabordnung vertreten wie die vom Veteranenverein und vom Schützenverein, bei dem Fritz Lampersberger ebenfalls Mitglied war. Anstatt Kranzniederlegungen und Blumenspenden wurde im Sinne des Verstorbenen um eine finanzielle Förderung der Trachtenjugend von Hittenkirchen gebeten, für die Fritz Lampersberger sein Leben lang unentgeltlich zur Verfügung stand. hö

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