Traunstein – „Man muss in Traunstein gewesen sein, um Papst Benedikt XVI. zu verstehen.“ Mit diesem Spruch wirbt die Große Kreisstadt auf ihrer Homepage für die Heimat des früheren Kardinals und die Beziehung des Ehrenbürgers zu seiner „Vaterstadt“. Bei Presseanfragen zur möglichen Neuorientierung des „Papst-Kultes“ verweisen Stadt und Oberbürgermeister wiederholt auf die Einrichtung einer Kommission, die das Landratsamt aktuell koordiniert.
Diese soll unter Mitwirkung von Experten und Vertretern aus Traunstein, Surberg, Tittmoning und dem Landkreis dabei helfen, die im Gutachten geäußerten Vorwürfe gegen den früheren Papst „und damit verbundene Verantwortlichkeiten in Hinblick auf die örtliche Erinnerungs- und Würdigungskultur“ sowie Handlungsempfehlungen fachlich aufzuarbeiten. Und zwar aus historischer, juristischer und theologischer Sicht.
„Wir arbeiten aktuell noch an der Bestimmung der passenden Experten und Mitglieder der Kommission“, erklärt Landrats-Pressesprecherin Laura Lockfisch. Ein deutliches Statement gibt dagegen die Zahl der katholischen Kirchenaustritte in Traunstein ab. Laut Statistik kehrten heuer allein seit 21. Januar 42 Gläubige der Kirche den Rücken. Das Münchner Missbrauchsgutachten wurde nur einen Tag vorher veröffentlicht.
In den vorherigen Jahren lagen die Austrittszahlen bei 9 im Jahr 2019, bei 12 in 2020. 2021 traten 15 Personen aus der Kirche aus. eff