Traunstein – „Versorgungslücken schließen“ so lautet das Motto der Internationalen Vereinigung gegen Krebs (UICC) zum 22. Weltkrebstag morgen, Freitag, 4. Februar. Dies ist der Anlass für das Onkologische Zentrum Traunstein eine Telefonaktion zu starten und verstärkt über die Möglichkeiten der Krebsprävention und der Krebsfrüherkennung sowie über die aktuellen Entwicklungen auf den Gebieten der Diagnose, Therapie und Nachsorge zu informieren.
Das Onkologische Zentrum Traustein ist das interdisziplinäre Krebszentrum in der Region Chiemgau/ Berchtesgadener Land. Unter seinem Dach arbeiten alle Kliniken und Abteilungen im Klinikum Traunstein sowie ein Netz ausgewählter niedergelassener Fachärzte zusammen, die spezialisiert sind auf die Diagnose, Behandlung und Erforschung aller bösartigen Erkrankungen.
40 Prozent der
Fälle vermeidbar
Jedes Jahr erkranken in Deutschland circa 500000 Menschen neu an Krebs – mit steigender Tendenz. Allein in Deutschland leben über vier Millionen Menschen mit einer Krebserkrankung. Nach Schätzungen könnten bis zu 40 Prozent aller Krebsfälle durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden.
„Diese Zahlen machen klar, dass Krebs ein ganz bedeutendes Gesundheitsproblem unserer Gesellschaft ist. Sie zeigen aber auch, dass jeder durch ein gesundheitsbewusstes Verhalten sein individuelles Krebsrisiko senken kann“, erklärt Chefarzt Dr. Thomas Kubin, Sprecher des Onkologischen Zentrums im Klinikum Traunstein.
Die Vermeidung von Lifestyle-Risikofaktoren birgt ein enormes Potenzial gegen die Entstehung von Krebs.
Hierzu gehören Rauchen (etwa 19 Prozent aller Krebserkrankungen sind darauf zurückzuführen), Bewegungsmangel, Übergewicht, hoher Fettverzehr, zu viel Alkohol, Verzehr von gegrillten, gepökelten oder geräucherten Speisen, regelmäßiger Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch, ballaststoffarme Ernährung mit zu wenig Aufnahme von Obst und Gemüse und übermäßige UV-Strahlung.
Genauso wichtig wie die Prävention ist aber auch die regelmäßige Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen, die einen beginnenden Krebs in frühen Stadien entdecken können.
Untersuchungslücken
durch Corona
Die Coronapandemie habe dazu geführt, so Chefarzt Dr. Thomas Kubin weiter, dass viele Menschen Arztbesuche, Vor- und Nachsorgeuntersuchungen vermieden haben. Die Folgen zeigten sich so langsam mit einer Zunahme von Krebsdiagnosen in fortgeschrittenen Stadien, was dazu führe, dass die Heilungsquoten zum Teil deutlich absinken und die Überlebenszeit und die Lebensqualität stark beeinträchtigt werden kann.
„Eine kompetente und uneingeschränkte Versorgung von Patienten mit aktiver Krebserkrankung ist im Onkologischen Zentrum Traunstein jederzeit gewährleistet“, betont Kubin.
Von daher ergeht der Aufruf, Vorsorgeuntersuchungen, Abklärung bei Beschwerden sowie auch die wichtigen Nachsorgeuntersuchungen unbedingt wahrzunehmen.
Dank einer immer besseren biologischen Charakterisierung von Tumoren, aber auch einer rasch wachsenden Anzahl von Medikamenten und Behandlungsmethoden könnten heute für die meisten Krebspatienten ganz individuelle, personalisierte Therapiemöglichkeiten mit zielgerichteten Therapien, Immuntherapien oder neuartigen Therapiekombinationen angeboten werden, unterstreicht der Chefarzt. Auch wenn die moderne Krebsmedizin heutzutage oftmals hervorragende Behandlungsergebnisse vorweisen kann, käme Information, Kommunikation und Unterstützung für die Patienten und ihre Angehörigen leider mitunter zu kurz, bedauert er jedoch.
Kostendruck
lässt wenig Raum
Der Kostendruck im stationären und ambulanten Gesundheitssektor lasse der Zuwendung zu den psychosozialen Problemen häufig wenig Raum. Deshalb wurde in Kooperation mit dem Onkologischen Zentrum Traunstein der Verein „Gemeinsam gegen den Krebs e.V.“ gegründet. Kubin: „Ein breit gefächertes Angebot von der Familiensprechstunde bis hin zu psychosozialer und psychoonkologischer Beratung steht den Patienten und ihren Angehörigen kostenfrei und jederzeit zur Verfügung.“