von Redaktion

70 Schüler der Staatlichen BerufsschuleI Traunstein mit Staatspreis ausgezeichnet

Traunstein – In einer Feierstunde verabschiedete die Staatliche BerufsschuleI Traunstein 238 Schüler aus 16 Abschlussklassen. Schulleiter Wolfgang Kurfer freute sich nicht nur, dass es zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren wieder möglich war, alle Schüler in der Schulaula zu verabschieden, sondern „dass wir stolze 70 von euch für ihre Leistungen mit einem Staatspreis auszeichnen dürfen, wobei 23 die Traumnote 1,0 im Abschlusszeugnis erreichten.“

Dranbleiben lohne sich immer, meinte der Oberstudiendirektor in seiner Ansprache. Sie seien in den drei Schuljahren drangeblieben, hätten das Neuland „digitales Lernen daheim“ und teilweise sogar praktischen Unterricht per „Lifestream“ angenommen. Jetzt seien sie gut ausgebildete Fachkräfte, die die Betriebe landauf, landab so dringend suchten.

Berufliches Dranbleiben werde für sie auch in der Zukunft wichtiger denn je bleiben. Wenn sie sich in ihren Betrieben etablieren wollten, eine Techniker-, Meister- oder Lehrerausbildung anstrebten, sollten sie die berufliche Weiterbildung intensiv nutzen und am Ball bleiben. Bayern wolle 57 Millionen Euro in den Bau von neuen Bildungszentren investieren. Auch der Landkreis Traunstein investiere in den nächsten Jahren enorme Summen in den Campus Chiemgau und den Neubau der gewerblichen Berufsschule.

Roboter als neuer Kollege möglich

„Ich empfehle euch sehr, in der Zukunft diese Bildungs- und Weiterbildungsangebote zu nutzen“, erklärte Kurfer. Denn die Digitalisierung aller Arbeitsplätze werde schon aufgrund des Fachkräftemangels viel schneller voranschreiten, als sie denken. Und nicht selten werde hier und dort ein Roboter ein neuer Kollege werden, dessen Bedienung allein in ihren Händen liege.

Wichtig sei auch privates Dranbleiben in der Familie, mit Freunden und in der Gesellschaft, so der Oberstudiendirektor. Eine Studie besage, dass Familie, Beziehung und Freunde mit über 81 Prozent die wichtigsten Werte im Leben seien, gefolgt von Karriere und beruflichem Erfolg. Gerade in Krisenzeiten seien für ein gutes menschliches Miteinander demokratisches Verhalten, gegenseitiges Verständnis und Agieren mit Herz gefragt. Er wünschte ihnen, dass sie sehr vielen Menschen mit Herz in ihren Familien, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft begegnen werden und sie selbst bei jeder Zielsetzung dranblieben und diese mit Verständnis, Vernunft, Herzenswärme und Liebe angingen.

„Das ist das Wichtigste, was unsere Gesellschaft künftig brauchen wird“, betonte der Schulleiter, „bewahrt weiter das hohe Gut der Demokratie, steht für den Frieden in der Welt ein, helft mit, Krisen zu verhindern und die Umwelt zu schützen, denn sie ist euer und unser aller Zukunft.“

„Mit dem Anschluss habt ihr etwas erreicht, was euch keiner mehr nehmen kann, einen ersten Schritt in den beruflichen Werdegang und die persönliche Zukunft“, erklärte stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser (SPD). „Ein neues Umfeld aus Kollegen und neuen Hierarchien machen es aber nicht immer leicht. Neue Herausforderungen gehörten jedoch zum Leben und zum Beruf.“ Damit umzugehen, sei ein wichtiger Lernprozess auf dem Weg zum Erwachsenwerden.

Die Region brauche nicht nur Abiturienten, sondern auch Praktiker, sagte Konhäuser. Die BerufsschuleI biete dafür eine hervorragende Ausbildung. Die berufliche Bildung sei für den Landkreis Traunstein eine Herzensangelegenheit. Er investiere über 100 Millionen Euro allein in die BerufsschuleI, denn es gebe keine bessere Zukunftsvorsorge als die Investition in Auszubildende. Ziel des Landkreises sei, auch in Zukunft beste Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Auszubildende weiterhin Spitzenleistungen erzielten.

Viele offene Stellen sind zu besetzen

Der Vorsitzende des Regionalausschusses der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, Nikolaus Binder, dankte den Absolventen, dass sie die duale Ausbildung gewählt hätten und damit helfen würden, „die große Lücke an gut ausgebildeten Fachkräften“ zu schließen. Es gelte, viele offene Stellen in Industrie, Handel und Handwerk zu besetzen.

Er forderte sie auf, auch in Zukunft im Freundes- und Bekanntenkreis Werbung für die duale Ausbildung zu machen.

In Familie und Beruf künftig dranbleiben

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