Besserer Verkehrsfluss auf Bundesstraße 307

von Redaktion

Staatliches Bauamt Traunstein stellt im Alten Bad in Unterwössen Ausbaupläne vor

Schleching/Marquartstein – Um den Ausbau der Bundesstraße 307 zwischen Marquartstein und Donau im Achental ging es bei einer Informationsveranstaltung im Alten Bad in Unterwössen. Durch den Lkw-Grenzverkehr komme es immer wieder zu Problemen im Verkehrsverlauf und auch zu Unfällen in diesem Abschnitt. Durch den geplanten Ausbau sollen die Trassierung und der Verkehrslauf verbessert werden, hieß es.

Der leitende Baudirektor vom Staatlichen Bauamt Traunstein, Christian Rehm, betonte, dass der vorgestellte Vorentwurf noch nicht die im nächsten Schritt folgende, öffentlich-rechtliche Planung (Planfeststellung) darstelle, die eine Anhörung der Träger öffentlicher Belange und aller Betroffenen beinhalte.

Planungsschritte
erläutert

Bauoberrätin Bernadette Wallner schilderte ausführlich, wie und mit welchen Planungsschritten bei einem Ausbau einer bestehenden Straße vorgegangen wird. Sie betonte, dass bei jedem Schritt auch Umweltaspekte und die öffentlichen und privaten Interessen Berücksichtigung fänden.

Nach einer Voruntersuchung wurden 2018 drei Varianten des Straßenverlaufs vorgestellt. Bereits damals zeigte sich, dass die Rahmenbedingungen nicht einfach sind und diverse Faktoren Berücksichtigung finden müssen, wie FFH-Gebiet (Fauna-Flora Habitat), LSG (Landschaftsschutzgebiet), die sehr bewegte Topografie (Höhenrücken), Unstetigkeitsstellen, Trinkwasserschutz und besonders die Hochwassersituation an der Tiroler Achen.

Bernadette Wallner betonte, dass das oberste Ziel bei der Berücksichtigung der Hochwassersituation sei, dass aus wasserwirtschaftlicher Sicht keine Verschlechterung der Abflusssituation, keine Verschärfung der Hochwassergefahr und keine Benachteiligung aus eigentumsrechtlicher Sicht entstehen. Ziel sei eine Verbesserung der Anwohner gegenüber dem Ist-Zustand, ohne Benachteiligung an anderer Stelle. Bei den Planungsparametern zur Straßenbreite, wurde die Abmessung minimiert auf sieben Meter. Auch der Kurvenradius wurde im Ausnahmefall aufgrund der örtlichen Rahmenbedingungen auf ein Maß unter dem Mindestradius reduziert.

Auch ein größerer Abstand zur Wohnbebauung wurde bei der Vorentwurfsplanung durch ein leichtes Abschwenken von der bestehenden Achse berücksichtigt.

Als wasserwirtschaftliche Eingriffskompensation für den Verlust des Retentionsraums sowie zur Aufrechterhaltung des erforderlichen Abflussquerschnitts des Oberflächenwassers im Hochwasserfall, sind zwei Geländeabgrabungen geplant. Für den Trinkwasserschutz ist eine Ableitung des Straßenwassers aus dem Wasserschutzgebiet vorgesehen, was Bernadette Wallner als deutliche Verbesserung der jetzigen Situation wertete. Bei der Lärm- und Luftschadstoffberechnung würden sich keine Nachteile für die Anwohner ergeben, hieß es.

Die weiteren Schritte sind derzeit die Einholung der Stellungnahmen der Träger Öffentlicher Belange (TÖB). Veröffentlicht ist die Präsentation des Staatlichen Bauamts Traunstein im Internet unter www.stbats.bayern.de.

Hannes Hörterer fragte nach, wann Eigentümer in die Planungen einbezogen werden und erinnerte sich an die Situation des Baus der Umgehungsstraße Raithen, wo eine Flurbereinigung für die jetzige Situation problemlos möglich gewesen wäre. Er bemerkte weiter, dass sich die Hochwassersituation nach dem Straßenbau verschlechtert habe.

Befürchtet werde zudem, dass bei dieser Planung Fehler bei der Flutmulde gemacht werden. Eine gemeinsame Ortsbesichtigung wurde angeregt. Ein Besucher schlug eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 70 km/h vor. Ob in Zukunft eine Begrenzung eingeführt werde, erachtete Bernadette Wallner als spekulativ, dies sei zudem nicht die Entscheidung der Straßenbaubehörde, sondern der unteren Verkehrsbehörde im Landratsamt Traunstein.

In Sorge wegen
der Landschaft

Schorsch Hacher sah eine Diskrepanz bei der Behandlung im Bereich der Ortsdurchfahrt von Geisenhausen und westlich von Geisenhausen. Außerdem wies er auf den seiner Ansicht nach unzureichenden Schutz des Trinkwasserschutzgebietes hin. Bernadette Wallner versicherte, dass man sich eng mit dem Wasserwirtschaftsamt Traunstein abstimme und dies bei den künftigen Planungsschritten der Fall sein werde. Weiter meinte sie, dass sicher beim Bereich der Ortsdurchfahrt Geisenhausen ebenfalls ein Ausbau wünschenswert wäre, aber durch die Bebauung links und rechts der Straße nicht möglich sei.

Nach weiteren Detailfragen äußerte sich Peter Kraus sehr kritisch zu dem Vorhaben und sah es als „grausigen Einschnitt in die Landschaft“ an. Bürgermeister Loferer schloss die Informationsveranstaltung und bedankte sich, dass trotz mancher Emotionen eine sachliche Besprechung möglich war.

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