Die Lust am Lesen wecken

von Redaktion

Kinder lesen zu wenig oder überhaupt nichts mehr. Deswegen hat sich der Rimstinger Kinderbuchautor Armin Pongs mit einem eigenen Buch auf Deutschlandreise gemacht und liest Kindern vor. Über 1500 Schulen hat er bereits damit erreicht.

Rimsting/Pinswang – 80 Schulkinder sitzen ganz still da und hören gebannt einem Autor zu, der ihnen aus seinem Buch vorliest. Klingt wie aus einer fernen Vergangenheit, aus einer Zeit ohne Fernseher, Computerspiele und Handy? Ist aber bereits an 1500 Schulen passiert und dass sie jetzt durch Lesen „reich an Bildern im Kopf“ sind, das haben Kinder Armin Pongs und seinem Buch „Der magische Kalender“ zu verdanken.

Problem durch
Corona verschlimmert

Mit dem Lese-Projekt ist der Psychologe und Kinderbuch-Autor seit über zwei Jahren in ganz Deutschland an Schulen unterwegs.

Kinder lesen immer weniger und es wird ihnen daheim und auch in der Kindergarten- und Vorschulzeit immer weniger vorgelesen, mit schwerwiegenden Folgen auch für die geistige Entwicklung. Psychologe Armin Pongs, vor Jahren noch im Dienste wissenschaftlicher Institutionen auch auf diesem empirischen Forschungsfeld unterwegs, beobachtete diesen Trend schon lange und zog die Konsequenz. „Nur noch 20 Prozent der Kinder wird überhaupt noch vorgelesen“, so seine Erkenntnis. Er sattelte beruflich um.

Als Kinderbuch-Autor hat er sich zur Aufgabe gemacht, Schulkinder wieder für die Welt der Bücher zu begeistern. Gerade die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf Schulen, Lehrer und Kinder, hätten diesen Trend zu Computer, Spielkonsole und Handy noch verstärkt. Deshalb „erfand“ Pongs den „magischen Kalender“. Ein Buch, das Kinder für das Lesen begeistern soll, sogar zum Singen animiere, sie dafür gewinnen könne selbst Autoren und „Lese-Millionäre“ zu werden.

Kurz zu den Protagonisten der Lese-Ritter: Vier Kinder, beste Freunde, erleben tolle Abenteuer mit einem sternenkundigen Professor, retten bedrohte Tiere und dies alles mittels eines magischen Kalenders verpackt in einem lehrreichen Buch.

Kinder als Autoren
ihres eigenen Lebens

Um die Aufmerksamkeit der Kinder immer wieder wachzukitzeln, müssen diese beim Vorlesen gut aufpassen, denn Pongs verrät im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung den einen oder anderen Tipp, wie man junge angehende Leseratten an das gehörte Wort fesselt. „Wer hört, dass ich mich verlese, für den muss ich zehn Liegestützen machen“, erzählt Pongs.

Doch alleine mit Vorlesen ist es nicht getan, denn es ist erklärtes Ziel des Kinderbuch-Autors, dass die jungen Zuhörer zu Autoren werden. So haben sie, nach einer kurzen Vorgabe, zwei Stunden Zeit ihre eigene Abenteuergeschichte weiter zu schreiben und die besten werden von Pongs in seine „Burg“ mit Schreibstube eingeladen, mit einem „Fern-Seher“ so groß wie das Alpenpanorama.

Pongs ist in ganz Deutschland mit seinem Lese-Projekt unterwegs und am liebsten liest er mindestens 80 Kindern vor, die er auch dazu animiert, eigene Geschichten zu schreiben.

Pongs hält das Lesen für Kinder einfach für essenziell, denn es befähigt junge Menschen dazu „Autoren ihres eigenen Lebens zu werden“, so Pongs.

Wichtig für die
Sprachentwicklung

Ihre kognitiven Fähigkeiten werden gefördert, es fällt ihnen leichter sich über längere Zeiträume zu konzentrieren und die Welt über die Möglichkeiten der eigenen Sprachentwicklung mit anderen Augen zu sehen. Pongs weist darauf hin, dass es von staatlicher Seite Förderungen für die Schulen gibt, die Schüler bei ihren Leseschwierigkeiten unterstützen wollen. Beispielsweise „Bayern liest“, so Pongs, der in den vergangenen Jahren 50000 Kindern aus seinen Büchern und aus seinem magischen Kalender vorgelesen hat. „Kinder sind unser höchstes Gut“, betont Pongs und darum sei es so wichtig, „Kindern die Grundlage mitzugeben, dass sie Fähigkeiten entwickeln, auch unter schwierigen Bedingungen aufzublühen“.

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