Prien – 3300 Kubikmeter Beton, 400 Tonnen Stahl, 700 Kubikmeter Ziegelwände: „Die werden es aushalten, wenn die Senioren es bei einer Party mal so richtig krachen lassen“, war Zimmerermeister Hans Obermeier in seinem launigen Richtspruch überzeugt. Wie sich dieses neue Gebäude im Rohbau nach achtmonatiger Bauzeit darstelle, mache deutlich, wie gut die ausführenden Firmen Hand in Hand arbeiten, rief er von der zweiten Galerie des Baugerüstes den 40 Gästen unter anderem zu. Sie waren der Einladung zur Hebfeier auf dem Gelände des Caritas-Altenheims St. Josef an der Bauernberger Straße in Trautersdorf gefolgt.
64 vollstationäre
Pflegeplätze
Hier entsteht ein U-förmig angeordneter vierstöckiger Gebäudekomplex, der 64 vollstationäre Pflegeplätze bieten wird, zudem etwa 40 unterschiedlich große Wohnungen für betreutes Wohnen sowie 24 Plätze in der Tagespflege (wir berichteten). Bauherr ist der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising. Deren Vertreter, darunter Vorstandsmitglied Gabriele Stark-Angermeier sowie Mitarbeiter aus Pflege und Verwaltung der Senioreneinrichtung, Bewohnervertretung, Architekten und Bauingenieure, Handwerker wie auch Gäste aus regionaler Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, hieß Heimleiterin Theresia Meisl in ihrer Begrüßung herzlich willkommen. Sie verwies unter anderem begeistert auf die relativ kurze Rohbauzeit des Projekts: „Den symbolischen Spatenstich für den Neubau des Seniorenheims St. Josef gab’s im Mai des vergangenen Jahres, jetzt im Januar können wir Richtfest feiern“, freute sie sich. 55 ältere Menschen könnten während der zweijährigen Bauzeit weiterhin im verbliebenen Gebäude wohnen und gepflegt werden.
„Die stationäre Einrichtung hier vor Ort gibt es seit 1969“, erinnerte Gabriele Stark-Angermeier. „Das Grundstück wurde damals von dem benachbarten Ehepaar Schröder der Caritas gespendet mit der Auflage, es für die Belange älterer Menschen zu verwenden.“ Wichtig sei der Caritas nach der Erweiterung auch zukünftig, „dass die Senioren hier selbstbestimmt wohnen und leben können und nicht – wie in einer krankenhausähnlichen Einrichtung – einfach nur versorgt werden“. Für die Pflege und Betreuung stünden mit Neubau und Erweiterung dann rund 9500 Quadratmeter zur Verfügung, sagte die Verbandsfunktionärin.
Stellvertretender Landrat Sepp Hofer betonte in seinem Grußwort die Wichtigkeit solcher Pflegeeinrichtungen und -angebote. Aus eigener Erfahrung wisse er, wie schwierig und aufwendig sich die Pflege von Familienmitgliedern im häuslichen Umfeld gestalte. Dafür müssten alle Familienmitglieder wie auch ein ambulanter Pflegedienst Hand in Hand arbeiten, was nicht immer einfach sei, so Hofer. Erforderlich sei dabei die ständige Ansprache der Pflegebedürftigen, um zum Beispiel ein Abgleiten in die Demenz zu verhindern oder zu verzögern. Dieser Aufwand sei aber oftmals nicht von jeder betroffenen Familie zu leisten, deshalb seien sie auf solche Pflegeheime wie in Prien angewiesen.
Priens Bürgermeister Andreas Friedrich stellte den hohen Stellenwert der Senioreneinrichtung für die älteren Menschen in der Marktgemeinde heraus. Denn nicht alle könnten im Pflegefall von ihrer Familie betreut werden. „Zudem leben wir in einer sehr schönen Region und haben einen relativ großen Zuzug. Die Neubürger leben oft ohne größere Familie bei uns und stehen mit zunehmendem Alter irgendwann vor der Tatsache, dass sie Pflege brauchen.“
Caritasverband
als guter Partner
Für ihn als Bürgermeister sei es gut zu wissen, dass es mit dem Caritasverband einen guten Partner gebe, „der unseren Mitmenschen eine hervorragende Einrichtung im Bereich der Altenpflege bietet“. Er freue sich schon jetzt auf den Tag, wenn mit der Einweihung der neue Komplex mit Leben gefüllt werde. Damit alles gut gelingt, gab Pfarradministrator Gottfried Grengel nach einem Psalm-Zitat dem Neubau seinen kirchlichen Segen.