Nach Ostern rücken die Bagger im Gebiet „Am Sportplatz“ an

von Redaktion

Gemeinderat Marquartstein genehmigt Erschließungsplan – Kostenrahmen bei rund 1,4 Millionen Euro

Marquartstein – Nach der gründlichen Planungszeit werden nun nach Ostern die Bagger für die Erschließung des Baugebiets „Am Sportplatz“ und das „Wohnbauprojekt MARO“ ihre Arbeit aufnehmen. In der vergangenen Gemeinderatssitzung im Rathaus stellte Andreas Schuller von der Roland Richter Ingenieur GmbH den Erschließungsplan vor. Die veranschlagten Kosten liegen bei rund 1,43 Millionen Euro. Nach einiger Diskussion billigte der Gemeinderat den Plan, der nun als Grundlage für die Ausschreibung der Arbeiten dient.

Wie Schuller ausführte, geht es um zwei Erschließungsstraßen mit 130 und 70 Metern mit je einem Wendehammer. Die Freiweidacher Straße werde dort von 5,6 Metern auf 6,0 Meter mit Fußweg verbreitert. Weiter entstünden im Baugebiet 14 Stellplatze mit versickerungsfähigen Gittersteinen und 285 Meter Gehwege. Mit Blick auf das 100-jährliche Hochwasser und die Hochwasservorsorge sei eine Abflussmulde in der Rasenfläche integriert. Für die Ausarbeitung des Erschließungsplans bildeten der Bebauungsplan und der Grünflächenplan die Basis.

Bei der Beprobung des Baugebiets habe sich eine leichte Belastung des Flusslehms gezeigt. Von Gemeinderat Franz Aigner (BfM) nach der Höhe der Belastung gefragt, nannte Schuller einen Wert von 41 mg Kupfer pro Kilogramm Erdreich für die vorgegebene durchschnittliche Beprobung. Der Grenzwert liege bei 40 mg pro Kilogramm. Die Mehrkosten für die rund 380 Tonnen, die betroffen sein könnten, lägen bei rund 70000 Euro, wenn sie gesondert gelagert werden müssten. Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) informierte, dass dieser Umstand selbstverständlich auch in die Ausschreibung aufgenommen worden sei. Thema war auch die Fernwärme im Baugebiet. Das Kommunalunternehmen Wärmeversorgung habe sich dazu Gedanken gemacht und sei auf eine Insellösung mit Grundwasser als Energieträger gekommen. Dazu müssten zwei Brunnen geschlagen werden, das Wasser würde über eine Ringleitung an die Gebäude verteilt. Die Investitionen zum Anschluss des Baugebiets an das neu errichtete Marquartsteiner Wärmenetz würde die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde übersteigen, so Scheck. Für das angedachte Konzept im Baugebiet müsste die Gemeinde in Vorleistung gehen, da es dafür keinen Investor oder Betreiber gebe, sagte der Bürgermeister.

In der Diskussion überwogen die Bedenken, dass die Gemeinde auf den Kosten sitzenbleiben würde. Durch die neuen Baumaterialien und Bauweisen sowie die Nutzung von Fotovoltaik- und Solaranlagen könne bei einzelnen Bauherren der Wärmebedarf sehr stark vermindert sein. Die Abnahme sei dann zu gering, um diese Wärmeversorgung wirtschaftlich betreiben zu können. Daher entschied sich der Gemeinderat gegen die Verlegung der Ringleitung.

Im westlichen Bereich des Baugebiets soll ein drei Meter breiter, gepflasterter Verbindungsweg in Richtung Damm der Tiroler Achen gebaut werden. Diskutiert wurde, ob der Weg erforderlich sei, nicht zu viel Fläche versiegelt würde und für Rettungsfahrzeuge nutzbar sein müsse. Geschäftsleiter Florian Stephan schob nachdrücklich ein, dass der Weg mit Blick auf die Hochwasserereignisse in jüngster Zeit in Norddeutschland, aber auch auf das Hochwasser im Jahr 2013 nicht aufgegeben werden dürfe. Um Weihnachten habe sich gezeigt, dass jede Möglichkeit wertvoll gewesen sei, mit der man einen Damm erreichen könne, um ihn mit Sandsäcken sichern zu können. Letztlich einigte man sich im Gremium auf einen Kompromiss mit einer Breite von zwei Metern, damit der Weg im Notfall von Einsatzfahrzeugen genutzt werden kann. Der Erschließungsplan wurde mit der Gegenstimme von Gemeinderat Klaus Hell (BfM) angenommen. mp

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