Traunstein – Es geht um den Schutz der Innenstadt: Als Grundstückseigentümer Lidl eine Rossmann-Filiale auf seinem Grundstück an der Hochstraße ansiedeln wollte, schob der Stadtrat im Dezember 2022 einen Riegel vor. Denn im Gegenzug hätte Rossmann sein Geschäft in der Höllbräu-Passage aufgelöst. „Wir wollen nicht, dass noch mehr zentrumsrelevante Geschäfte auf die ‚grüne Wiese‘ wandern“, so Bauamtsleiter Bernhard Glaßl in der jüngsten Stadtratssitzung. Jetzt hat der Stadtrat einstimmig einen Vertrag mit Lidl abgesegnet, den man als Kompromiss bezeichnen kann.
Doppelbelegung
der Parkplätze
Auf dem Lidl-Parkplatz darf sich ein Getränkemarkt ansiedeln. „Das würde dort gut passen und die Parkplätze hätten eine Doppelbelegung“, erklärt Hans Zillner (CSU). Passend auch deshalb, weil die kleineren Gewerbebetriebe vor dem Garten-Center Büchele schräg gegenüber – darunter auch der Getränkemarkt Winkler – in den nächsten Jahren aufgelöst werden. Sollte sich Grundstückseigentümer Lidl also für die Getränkemarktkette aus Traunreut entscheiden, könnte man dort neu eröffnen. Winkler betreibt über 30 Filialen im ganzen südostbayerischen Raum.
In dem Vertrag zwischen Lidl und der Stadt Traunstein hat sich der Discounter außerdem eine Erweiterung zugesichert. Um 400 Quadratmeter darf Lidl in Richtung der Bahnlinie wachsen.
400 Quadratmeter
mehr für Discounter
Die Klage gegen die Stadt wegen der untersagten Rossmann-Ansiedlung ruht derweil. Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU) sieht die Stadt aber im Recht: Denn voriges Jahr wurde vom Stadtrat ein Einzelhandelskonzept beschlossen, das klar regelt, wer sich wo neu ansiedeln darf – und neue Drogeriemärkte soll es nur noch in der Innenstadt geben.
„Das Einzelhandelskonzept haben wir auch deshalb gemacht, um in solchen Dingen gerichtsfest zu sein“, fasst Oberbürgermeister Hümmer zuammen.