Von „Mairad“ am Türlberg bis Fußballtrikots für Afrika

von Redaktion

Fastenpredigt und Dorfklatsch beim Starkbierfest in Vachendorf erfreuen im voll besetzten Haus der Dorfgemeinschaft

Vachendorf – In Vachendorf hat jüngst das Starkbierfest stattgefunden, veranstaltet von der Musikkapelle Holzhausen-Vachendorf. Bürgermeister Rainer Schroll stach mit zwei Schlägen das erste Fass Starkbier an. Bevor die Fastenprediger Martin Steiner und Georg Lenger sprachen, hängte Steiner ein Plakat mit der Stellenausschreibung für einen neuen Leiter des Bauhofs auf. Die Erwartungen an den Bewerber beschäftigten die Fastenprediger, und sie fragen sich, ob sich ein geeigneter Mitarbeiter findet. Zu hören gab’s lokale Anekdoten. So friert wohl der Bürgermeister im Büro in Bergen, sodass er die Installation von doppelt so vielen Heizkörpern in Vachendorf beauftragte. Gemutmaßt wird, ob der zweite Eingang auf der Schattenseite des Rathauses für die Bergener Gemeindeangestellten gebaut wird, die wegen der wärmeren Temperaturen jetzt nach Vachendorf kommen wollen.

Bei den Überlegungen, wie es mit dem Vereinsstadel am Festplatz weitergehen soll, kamen die beiden auf die Idee, daraus ein Mausoleum für den Bürgermeister zu errichten. Es sei zwar nicht groß, aber das sei der Bürgermeister ja auch nicht. Um etwas gegen die Abneigung der Vachendorfer gegenüber Sendemasten zu unternehmen und die Energieversorgung sicherzustellen, schlugen sie vor, einen Maibaum mit einem Windrad zu kreuzen: ein „Mairad“ am Türlberg.

Unverständnis äußerten Lenger und Steiner darüber, dass die Bauern den 500. Jahrestag der Bauernaufstände nicht mit einer Ausstellung „Landmaschinen im Wandel der Zeit: vom Dreschflegel zum Fendt Vario“ verbinden. Den Bäuerinnen sei das Schreiben der Einladungen zu überlassen. Denn das, was auf den Plakaten an Straßenrändern zu lesen ist, sei voller Rechtschreibfehler.

Mit Rita Lautenbacher, Sabrina Daxenberger und Katharina Abstreiter kamen drei Ratschkathln auf die Bühne, die sich vorgenommen hatten, sich beim Vachendorfer Schwimmbad zum Tauchkurs anzumelden. Während sie auf den – wie sie hofften – jungen, gut aussehenden Tauchlehrer warteten, diskutierten sie Vor- und Nachteile von Busreisen im Vergleich zu kostenlosen Mitfahrbankerln. Die Entscheidung fiel schließlich auf die Mitfahrbankerl, weil es dort mehr Unterhaltung gäbe.

Dass nicht die Vachendorfer Fußballer einen Ausflug nach Afrika unternahmen, sondern lediglich ihre ausgedienten Trikots die Reise antraten, führte zu Verwirrung, die Sabrina aufklärte: Die alten Fußballtrikots der Vachadorfer AH-Mannschaft seien mit dem Global Organic Textile Standard (GOTS) Siegel nach Afrika geschickt worden, um nachhaltig zu sein. Logisch war für Rita, warum die Hundekottüten in Vachendorf künftig rot und in Bergen grün sind: Die Farben werden passend zur jeweiligen Parteizugehörigkeit der Bürgermeister gewählt.

Nach Endes des Tauchkurses wegen Altersbeschränkung beschlossen die Damen, dem „Club der Alten“ beizutreten, weil die immer tolle Ausflüge machen.

Tanz und Gesang boten Liesbeth Genghammer, Sabine Oberhauser und Liesbeth Schröder als „Die Hefedamen“ auf verzweifelter Suche nach einem Handwerker. Sepp Rosenegger zeigte per Rap die Wertschätzung für das Handwerk. Petra Hartl an der Ziach und Franz Eckart an der Tuba begleiteten. re

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