Ein ganzes Leben auf der Suche nach seiner Mutter

von Redaktion

Der adoptierte Grabenstätter Josef Hollerauer findet mithilfe einer Fernsehsendung seine Angehörigen

Grabenstätt – „Julia Leischik sucht – Bitte melde dich“, so heißt die Sendereihe auf Sat1, an die sich der 1946 geborene Grabenstätter Josef Hollerauer gewandt hat. Er stand 30 Jahre dem Bezirksmusikverband Chiem-Rupertigau im Musikbund von Ober- und Niederbayern vor. Fast sein ganzes Leben hat es den gelernten Bierbrauer, früheren Dirigenten und jetzigen Ehrendirigenten der Musikkapelle Grabenstätt nicht losgelassen. Er möchte herausfinden, was mit seiner leiblichen Mutter passierte. Ein letzter Brief an sie, den er ihr als Kind geschrieben hatte, war unbeantwortet geblieben. Er hatte nicht einmal ein Foto von ihr.

Aufgewachsen ist Hollerauer bei Adoptiveltern auf einem kleinen Bauernhof bei Holzkirchen. Seinen leiblichen Vater hatte Hollerauer einst in Baden-Württemberg ausfindig gemacht. Doch dieser habe ihm am Telefon klar zu verstehen gegeben, dass er wegen seiner neuen Familie keinen Kontakt mit ihm wünsche, so Hollerauer, dem bei seinem jahrzehntelangen ehrenamtlichen Engagement im Bereich Kultur und Musik die Jugendarbeit immer besonders wichtig war. Auch unzählige adventliche Veranstaltungen für Senioren bereicherte er als Erzähler mit seinen Geschichten, die zum Nachdenken und Schmunzeln anregten. Mit Hilfe eines Sat1-Fernsehteams begab sich Hollerauer schließlich im Herbst 2021 mit seiner Ehefrau auf Spurensuche. Diese führte ihn quer durch Oberbayern an verschiedene Lebensstationen und sogar über den Großen Teich bis ins ferne Kanada. Dort erfuhr Hollerauer auf der „perfekt organisierten Reise“ nicht nur etwas über das Schicksal seiner Mutter nach deren Auswanderung sowie seiner Geschwister. Er lernte viele weitere Familienangehörige kennen, mit denen die Hollerauers – die dafür extra einen Englisch-Kurs besuchten – und ihre Nachkommen bis heute Kontakt halten.

„Viele Verwandte wussten, dass es mich gibt, aber sie haben nicht gewusst, wie ich heiße. Da ich ja den Nachnamen meiner Adoptiveltern trage, konnten sie mich nicht finden, auch die Verwandten in Deutschland und der Schweiz nicht“, erzählt Hollerauer. Er freut sich riesig über die nicht mehr für möglich gehaltene Familienzusammenführung. Er sei Leischik und ihrem Team sehr dankbar, dass sie dies mit viel Aufwand und akribischer Recherchearbeit möglich gemacht hätten.

Moderatorin Leischik hat mit ihrer Sendung eine Mission: Vermisste Menschen suchen, verschwundene Angehörige wiederfinden und lange Zeit getrennte Familien zusammenbringen. Bei Hollerauer gelang dies. Ausgestrahlt wird die Sendung am Sonntag, 10. März, um 18.55 Uhr auf Sat1. mmü

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