Siegsdorf – Sehr gut besucht war auch heuer wieder die Bürgerversammlung der Gemeinde Siegsdorf, in der Bürgermeister Thomas Kamm in einer fast zweistündigen Präsentation die vielfältigen Aufgabenfelder des vergangenen Jahres und die umfangreiche Infrastruktur der Gemeinde vorstellte.
Mit einem Rückblick auf die Arbeit des Gemeinderates, der 2023 in insgesamt 50 Rats- und Ausschusssitzungen über 500 Tagesordnungspunkte abgearbeitet hatte, und Informationen zum digitalen Bürgerservice-Programm auf der Internetseite der Gemeinde eröffnete Kamm seinen informativen Rückblick. 153 Mitarbeiter, davon zwei Drittel in Teilzeit, kümmern sich um die Infrastruktur der großen Flächengemeinde und die Aufgaben gegenüber den 9229 gemeldeten Bürgern.
Moderne
Arbeitsplätze
Dazu ging er auch auf den derzeitigen Umbau des Rathauses ein, mit dem zusätzlicher Platz für Mitarbeiter und moderne Arbeitsplätze für die stetig steigenden Aufgaben der Verwaltung geschaffen werden kann. Abgeschlossen sind dabei der Umzug des Archivs in den Keller unter der Galerie und die sinnvolle Zusammenführung der Finanzabteilung in den Räumen der ehemaligen Bücherei.
77 Geburten, 117 Sterbefälle und 49 Scheidungen hatte das Einwohnermeldeamt 2023 zu bearbeiten, und die 391 Kinderbetreuungsplätze der Gemeinde schlugen im Verwaltungshaushalt mit 1,33 Millionen Euro zu Buche. An der Grund- und Mittelschule Siegsdorf werden derzeit rund 570 Schüler betreut, 319 in der Grundschule, 251 im Mittelschulverbund. Kamm lobte das engagierte Team der Schule um Rektor Stefan Preis und Konrektorin Eva Ippenberger und hob die ausgezeichnete Ausbildung in schulischer, musikalischer, sportlicher und handwerklicher Ausrichtung hervor.
Mit 300000 Euro für digitale Ausstattung wie I-Pads, Notebooks, Lehrer-Dienstgeräten für Homeschooling und Verwaltungs-Software konnte die Gemeinde die Schule unterstützen. Massive Kostensteigerungen hatte die Gemeinde bei der Schülerbeförderung zu verzeichnen, die sich von 190000 Euro im Jahr 2020 auf über 450000 Euro 2023 erhöhten und auch die anstehende Sanierung oder Erneuerung des Hauptschultraktes steht ganz oben auf der Agenda des Gemeinderates.
Mit der Vorstellung der geplanten Aufgaben im Friedhofswesen (neue Urnenwand) und bei den Feuerwehren mit der Beschaffung von Fahrzeugen für Eisenärzt und Hammer sowie dem Neubau des Gerätehauses in Vogling, leitete Kamm über zu den Aufgaben und der Neustrukturierung der Bauverwaltung.
Rund zwölf Millionen Euro hat die Gemeinde im vergangenen Jahr in Hochbaumaßnahmen wie den Wohnungsbau Augraben (rund zehn Millionen), die neue Touristinfo, den Rathausumbau und viele weitere Planungen und Sanierungen investiert. Im Tiefbau wurden mit den Straßenerneuerungen am Sparzer Weg und Am Venusberg sowie der neuen Brücke in Plereit und dem Bau neuer Wasserleitungen vier Millionen Euro umgesetzt. Auch im Bauhof konnte die notwendige Verjüngung erfolgreich angegangen, und für 370000 Euro der Fuhr- und Maschinenpark ergänzt werden. Auch Wasserversorgung, Kanal und die Beteiligung der Gemeinde an der Kläranlage Traunstein stehen in Siegsdorf im Zentrum der Aufgaben, ebenso wie eine flächendeckende Breitbandversorgung und die Erzeugung regenerativer Energien.
Hier ist Siegsdorf mittlerweile in der Region Spitzenreiter bei der Belegung kommunaler Dächer mit PV-Anlagen. Eine Vorbildfunktion hat Siegsdorf, dank der Hartnäckigkeit von Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung, auch beim mittlerweile erfolgreichen Dialog mit den Mobilfunk-Anbietern.
Abschließend streifte Kamm mit Blick auf den Umzug und die personelle Neuaufstellung in der TI die leicht gestiegenen Gästezahlen und die Aktivitäten der Touristinformation, die sich vermehrt auch dem Dorfmarketing mit der Organisation von Veranstaltungen widmen wird. Voll aufgegangen sind laut Kamm auch das neue Konzept „Familienbad“ im Schwimmbad und das unter dem Dach der TI vernetzte Marketing für das Bad und das Museum. 54000 Besucher im Jahr 2023 sind Ansporn für dessen neuen wissenschaftlichen Leiter Manfred Heynk, der dabei weiterhin auf ein engagiertes Team unter seiner Stellvertreterin Hanni Steigelmann und die Unterstützung seines Vorgängers Robert Darga zählen kann.
Abschließend freute sich Kamm über die nach Corona „wiederbelebten Dorfgemeinschaften“ und dankte allen Mitarbeitern, besonders aber allen Ehrenamtlichen in den Vereinen und Organisationen für ihren Beitrag zu einer lebens- und liebenswerten Gemeinde, bevor er nach einer kurzen Pause zur „Fragestunde“ überleitete.
Sascha Lang aus der Vorstandschaft des TSV Siegsdorf fragte an, ob es denn heuer wieder die allseits beliebte Aktionsnacht geben wird, die in den vergangenen Jahren nicht mehr stattgefunden hatte. Kamm konnte dazu vermelden, dass die Chancen auf eine „Wiederbelebung der Aktionsnacht“, eventuell unter anderem Namen, sehr gut stünden.
Sepp Hasselberger verwies auf mehrere umgestürzte Bäume im Flussbett der Weißen Traun zwischen Eisenärzt und Ruhpolding und befürchtet bei einem starken Hochwasser dadurch Schäden an den Brücken im Gemeindebereich. Bürgermeister Kamm konnte das nachvollziehen und versprach den Sachverhalt noch einmal an das Wasserwirtschaftsamt zu melden und um Beseitigung zu bitten.
Gespräche nach
der Versammlung
Abschließend bedankte sich Kamm für die Ausdauer der Besucher und die Unterstützung durch das Soundhaus Mayer bei der Übertragung, bevor er sich zu persönlichen Gesprächen unter die Gäste mischte. Noch lange nutzten die Besucher dann den ausgezeichneten Service des Festsaal-Teams zum Gespräch über die angesprochenen Themen und einem intensiven Gedankenaustausch über ihre Gemeinde.