Erwartungen übertroffen

von Redaktion

Tausende begutachten neue Halle des Rinderzuchtverbandes

Traunstein – Hochbetrieb herrschte jüngst auf dem Gelände des Rinderzuchtverbandes (RZV) Traunstein an der Siegsdorfer Straße. Bei einem Tag der offenen Tür präsentierte der Verband seine neue Vermarktungseinrichtung, welche die in die Jahre gekommene Chiemgauhalle ersetzen wird. Den ganzen Tag herrschte ein reges Kommen und Gehen. Bei Führungen konnte man sich über Details der Einrichtung informieren, deren Bau- und Einrichtungskosten bei rund sieben Millionen Euro liegen. Am Abend fanden zwei Veranstaltungen statt, bei denen ebenfalls alle verfügbaren Plätze belegt waren. Das teuerste Fleckviehkalb bei der Eliteversteigerung wechselte für 18100 Euro den Besitzer. Bei der gleichzeitigen Rock-im-Ring-Party, der letzten Veranstaltung in der zum Abbruch bestimmten Chiemgauhalle, tanzte die Jugend bis spät in die Nacht hinein.

Ausgeklügelte
Logistik notwendig

Die Führungen durch Versteigerungshalle, Ställe und Nebengebäude stießen auf großes Interesse und mancher Besucher staunte, welch ausgeklügelte Logistik notwendig ist, um einen reibungslosen Ablauf der Versteigerungen zu gewährleisten. Vorsitzender Hubert Hartl und Verbandsverwalter Bernhard Reiter sowie weitere Mitarbeiter erläuterten die einzelnen Stationen von der Anlieferung der Tiere bis zum Abtransport nach der Auktion. Herzstück des Projektes ist der Versteigerungsring mit der markanten Rundtribüne und den gepolsterten Sitzreihen. Zur Ausstattung gehören etwa zwei riesige Bildschirme – der Raum würde sich gewiss auch für die öffentliche Übertragung von Großveranstaltungen eignen. Der Stall dahinter, auf den man übrigens auch von der Gaststätte aus durch große Fenster schauen kann, bietet Platz für 900 Kälber bzw. 180 Stück Großvieh.

Seine Feuertaufe bestand der Versteigerungsring am frühen Abend. Über 60 Kaufinteressenten haben sich für die Auktion der 16 Elite-Rinder aus dem Verbandsgebiet registrieren lassen, so dass eine sehr lebhafte Auktion zustande kam. Trotz sehr vieler Kaufinteressenten aus benachbarten Regionen aus Bayern, aus Hessen und auch aus Österreich blieben die meisten Tiere im heimischen Zuchtgebiet. Die Preise lagen zwischen 2100 und 18100 Euro. Die Verantwortlichen des Rinderzuchtverbandes waren mit dem Verlauf und den erzielten Preisen höchst zufrieden. Der Durchschnittspreis aller angebotenen Kälber und Jungrinder lag bei 5120 Euro.

Während Züchter und sonstige Interessierte mit Spannung die Versteigerung verfolgten, tanzten sich ein Haus weiter in der Chiemgauhalle hunderte Jugendliche bei der Rock-im-Ring-Party warm. Discjockey Sunaman heizte dem Partyvolk kräftig ein und im ehemaligen Führring der altehrwürdigen Halle herrschte dichtes Gedränge. Es war die letzte Feier im einst größten Veranstaltungssaal im Landkreis Traunstein. Hier wurden im Lauf des vergangenen halben Jahrhunderts nicht nur Opern und Operetten aufgeführt; es traten auch viele bekannte Künstler der leichten Muse auf, zum Beispiel die Spider-Murphy-Gang, Andy Borg, Ludwig Hirsch, Didi Hallervorden, Haindling, Monika Gruber… – die Liste ließe sich beliebig lang fortsetzen.

Abriss beginnt
noch diesen Monat

Mit dem Abriss der fast 50 Jahre alten Chiemgauhalle will der Rinderzuchtverband noch in diesem Monat beginnen. Wo jetzt die Chiemgauhalle steht, werden zusätzliche Parkplätze geschaffen, sodass die vierzehntägigen Märkte auch dann abgehalten werden können, wenn der angrenzende Festplatz mit Veranstaltungen belegt ist.

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