Traunstein – Über 40 Bürger versammelten sich jüngst, um im Haidforst und an der Schnepfenluck Müll zu sammeln, den andere achtlos weggeworfen oder absichtlich hinterlassen haben. Aufgerufen hatte das Aktionsbündnis „Wir für den Wald – Klimaschutz in Traunstein“.
Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Rosi Berger, freute sich über die vielen Teilnehmer, darunter viele Kinder, Jugendliche und Senioren und sagte: „Ich glaube, dass in letzter Zeit nicht mehr ganz so viel Müll im Wald liegt wie noch vor Jahren, aber Müll jeglicher Art hat im Wald nichts zu suchen“.
Mit dabei war auch Stadtförster Tobias Steiner. „Ich finde es klasse, dass sich die Traunsteiner Bürgerschaft engagiert und sich am Sonntag in ihrer Freizeit um unseren Wald kümmert“, sagte er. Er und seine zwei festangestellten Mitarbeiter nehmen neben ihren eigentlichen Kernaufgaben auch Müll aus dem Wald mit, aber „wir haben natürlich noch vieles andere zu tun“, so Steiner.
Die Sammler erhielten Müllsäcke, die die Stadt Traunstein zur Verfügung stellte, und teilten sich auf: Eine Gruppe im Haidforst hinter und neben der Firma Schaumaier, eine Gruppe hinter dem Waldfriedhof und eine dritte Gruppe kümmerte sich um die Schnepfenluck. Claudia Lahr, die stellvertretende Sprecherin der Bürgerinitiative, wies darauf hin, dass mehrere Entsorgungsstellen von Hausmüll und Gartenabfällen im Wald gefunden worden seien, in einem Fall sogar samt der angefaulten und imprägnierten Bretter eines Komposters: „Das ist nicht nur gesetzlich verboten und kann eine saftige Geldstrafe kosten. So werden Schadstoffe in den Boden eingetragen und auch nichteinheimische Pflanzen, welche die heimischen Arten verdrängen.“
Stadträtin Helga Mandl (Bündnis 90/Die Grünen) ärgerte sich besonders über die Zigarettenkippen im Wald. „Einerseits sollte doch jeder wissen, dass man im Wald nicht raucht, und andererseits enthalten Zigarettenfilter Giftstoffe und brauchen etwa zehn Jahre, bis sie abgebaut sind“, sagte sie, als sie den x-ten Stummel auflas.
Auch viele Papiertaschentücher wurden im Wald gefunden. Es entspannen sich Diskussionen, wie lange es dauert, bis sie komplett verrottet sind. Schätzungen gingen von wenigen Monaten bis zu Jahrzehnten. Die Homepage des Bündnisses www.wirfürdenwaldts.de wusste es: „bis zu fünf Jahre“, ist dort zu lesen. Was wurde sonst noch im Wald gefunden? Ein alter Ölkanister mit Inhalt, der schon überwuchert war, ein kaputter Nordic-Walking-Stock, ein dickes Kabel, ein paar Bergschuhe, verrottete Kleidung in zerfallener Plastiktüte, ein voller Staubsaugerbeutel, Glasflaschen, teilweise zerbrochen, viele Plastikflaschen, zum Teil noch mit Inhalt, Plastikfolien, Flatterband-Reste, Bonbonpapier und vieles mehr. Der Landkreis hat sich bereit erklärt, die 30 mit Müll gefüllten Säcke zu entsorgen. Durch den Wertstoffhof wurde dieser im Wald unerlaubt entsorgte Müll zur Müllumladestation in Weiderting gebracht und dort gewogen. Es ergab sich ein Gesamtgewicht von 120 Kilogramm.