Prien – In der Kommunalen Realschule Prien und dem Ludwig-Thoma-Gymnasium (LTG) ist der Schüleraustausch mit dem Istituto Tecnico Luzzatti in Vicenza von großer Bedeutung.
Für die Schulleiterin Andrea Dorsch und den Direktor des LTG, Andreas Schaller, ist dieser Austausch mehr als nur Sprachenlernen. Sie sehen ihn als wertvolle Ergänzung zum Italienischunterricht, da er den Schülern ermöglicht, die italienische Kultur persönlich zu erleben.
Die Schulleiterin der Chiemsee Realschule, Kerstin Haferkorn, erklärt hingegen, dass die Schule mit der Umstellung von zwei auf eine Realschule beschäftigt ist, wodurch die Schülerzahl von 560 auf etwa 770 Schüler anwächst. Der Schüleraustausch hat daher keine oberste Priorität. „Wie es weitergeht, wird sich noch herausstellen.“
Das LTG bietet drei lebende Fremdsprachen. Für die angehenden Abiturienten sei deshalb der Schüleraustausch mit den ausgewählten Schulen in Valdagno, Graulhet und Chicago nur gewinnbringend, betonte Schaller. Auch Bürgermeister Andreas Friedrich hofft auf eine Fortsetzung der Tradition des Schüleraustauschs mit der norditalienischen Gemeinde. Er betont, wie großartig es ist, in jungen Jahren die Möglichkeit zu haben, ein fremdes Land und seine Kultur kennenzulernen.
Seit 1987 besteht die Städtepartnerschaft. Ohne den ehemaligen Rektor der Realschule, Dr. Peter Hattenkofer, der dort von 1982 bis 2003 tätig war, wäre dies nie geschehen. Er führte im Schuljahr 1986/87 erstmals einen zweistündigen Wahlunterricht in Italienisch ein, der zusammen mit dem LTG angeboten wurde. Insgesamt 32 Schüler, darunter acht vom LTG, lernten grundlegendes Vokabular, grammatische Strukturen und wichtige Alltagssituationen.
Dr. Peter Hattenkofer, später zum Ehrenbürger Valdagnos ernannt, betont die Bedeutung, den Schülern die gemeinsame Geschichte nahezubringen. Am Kriegerdenkmal in Valdagno habe man damals einen Blumenstrauß als Zeichen des Zusammenhalts niedergelegt, erinnerte sich Dr. Hattenkofer. Bis heute steht noch immer ein Besuch des Kriegerdenkmals auf dem Programm, das auch Klassiker wie Schloss Herrenchiemsee, die Fraueninsel oder auch Ausflüge nach Salzburg und München umfassen.
Dorsch hofft auf die Fortsetzung des Austauschs zwischen beiden Schulen, während Schaller bereit ist, ihn notfalls allein fortzusetzen, da genügend Anmeldungen für Italienisch als Fremdsprache vorliegen.elk