„Auf Kante genäht“

von Redaktion

Staudach-Egerndach verabschiedet Sparhaushalt – Keine Großinvestitionen geplant

Staudach-Egerndach – Die finanzielle Kraft der kleinen Gemeinde ist überschaubar, wie bei der Aufstellung des Haushaltsplans in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich wurde. Die Kosten steigen schneller als die Einnahmen und so konnte der Haushalt nur mit Mühe ausgeglichen werden.

Kosten steigen
schneller als gedacht

Der Verwaltungshaushalt schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit 2,5 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt mit 305600 Euro. Eine Kreditaufnahme ist nicht geplant. Auch die Steuersätze im Bereich Grundsteuern und Gewerbesteuer ändern sich nicht. Den Haushaltsplan im Einzelnen erläuterte Kämmererin Karoline Speckbacher, die erklärte, dass der komplette Haushalt auf „Kante genäht“ wurde. An den Personalkosten, die allgemein gestiegen sind, lasse sich nichts ändern. Finanziert werden müsse auch die überörtliche Rechnungsprüfung, die zehn Jahre prüfte und pro Tag 475 Euro kostet. Sie habe dies mit 29000 Euro angesetzt. Gut sei, dass die größeren Sanierungsmaßnahmen an Schule und Rathaus abgeschlossen sind.

An Schulverbandsumlage müsse die Gemeinde 120000 Euro abführen und für die Musikschule stehen 57200 Euro im Raum. Stark gestiegen sind die Ausgaben im Kindergartenbereich. Hier wird die Gemeinde mit 200000 Euro belastet. Für Brückenunterhalt wurde eine neue Haushaltsstelle geschaffen und diese mit 7000 Euro belegt. Die Schlüsselzuweisung vom Land beträgt 524000 Euro. An Gewerbesteuer werden Einnahmen von 185000 Euro erwartet. Die Kreisumlage erhöht sich auf über 600000 Euro. Für die Erneuerung der Haustechnik in der Schule werden im Vermögenshaushalt 100000 Euro eingestellt und für die Sanierung von Gemeindestraße sind nur 11400 Euro vorgesehen. Für Tiefbaumaßnahmen zum Gewässerausbau sind 36000 Euro und für vorbereitende Maßnahmen zum Neubau eines Hochbehälters weitere 10000 Euro vorgesehen. Die Umbaumaßnahmen im alten Verkehrsamt, das künftig vom Ökomodell als Büro genutzt wird, schlagen wohl mit 45000 Euro zu Buche. Zum Ausgleich des Vermögenshaushalts ist eine Entnahme aus der Rücklage mit 92200 Euro notwendig.

„Die Aufstellung des Haushaltsplans war schwierig. Wir haben lange gebrütet und gestrichen, wo es möglich war und mit 4000 Euro an Zuführung konnten wir den Haushalt gerade noch ausgleichen. Dieses Jahr wurde der Haushalt mit besonders spitzer Feder geschrieben“, sagte Bürgermeisterin Martina Gaukler. In Zukunft müssen noch genauer Ausgaben und Einnahmen geprüft werden, also wie Ausgaben eingespart und Einnahmen gesteigert werden können. Auch erklärte sie, dass eine Kreditaufnahme nicht möglich sei, da die Mindestzuführung so hoch wie die Tilgungsleistung sein müsse und mit einer Tilgung von 4000 Euro lassen sich keine großen Sprünge machen. Trotzdem werde die Gemeinde weiter in die Schule in überschaubaren Schritten investieren.

Hochbehälter
wird 2027 saniert

2027 soll zudem mit der notwendigen Sanierung des Hochbehälters, bislang mit einer Million veranschlagt, begonnen werden. „Wir stehen vor besonderen Herausforderungen“, gab sich Bürgermeisterin Gaukler zuversichtlich. Ohne Diskussion wurde der Sparhaushalt einstimmig genehmigt.

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