Grassau/Rottau – Neben dem Jahresbericht des Vorsitzenden Hans Kern und dem Bericht der Kassierin Christine Langmann stand bei der Jahreshauptversammlung des Gartenbauvereins Rottau der Vortrag „Torffreier Balkon und Garten“ des Kreisfachberaters Markus Breier am Landratsamt Traunstein im Mittelpunkt.
Die aktuelle Mitgliederzahl des Vereins bezifferte Kern mit 143, Tendenz leicht steigend. Der Rückblick begann mit dem Obstbaumschnittkurs von Peter Weißenbacher und dem „Ramadama“, bei dem alle Altersgruppen mithalfen.
Der Fahrbahnteiler auf der Bundesstraße musste zweimal bepflanzt werden, weil nach dem ersten Mal ein rücksichtsloser Autofahrer alles zerstörte. Zwei gut besuchte Bastelnachmittage für Kinder von vier bis zehn Jahren hielten Kathi Stettner und Christine Langmann ab. Im Rahmen des Ferienprogramms fand wieder das Kartoffelfest beim Wassertretbecken mit über 30 Kindern statt. Beim Krauteinmachen mit Krautfest wurden 400 Kilogramm Kraut eingemacht. Dabei spielten Miche senior und Simmerl Huber und Miche Mayer, es kochte Helmut Hain senior.
Im November pflanzten die Mitglieder im Ort insgesamt 1000 Krokusse, davon viele am Kirchplatz. Für dieses Jahr kündigte Kern für den 13. April ab 9 Uhr die Aktion „Ramadama“ an. Am 27. April findet erstmals am Kirchplatz von 9 bis 12 Uhr ein Flohmarkt für Pflanzen und Gartenzubehör statt (keine Anmeldung, keine Standgebühr). Es gibt auch wieder das Krautfest, das Kartoffelfest und die Sammelbestellung von Obstbäumen.
Große Sorgen bereitet dem Vorstand der Mistelbefall vieler Bäume, der zum Sterben der Bäume führen kann. Eine kompetente Hilfe sei beim Landschaftspflegeverband Traunstein erhältlich. Vom Verein kann man drei Maschinen ausleihen: einen Gartenhäcksler, einen Vertikutierer und ein elektrisches Kompostsieb.
Kassierin Christine Langmann musste für vergangenes Jahr einen Verlust von 1000 Euro vermelden. Der Mitgliedsbeitrag war bisher immer gleich, muss aber nächstes Jahr steigen.
Bürgermeister Stefan Kattari dankte dem Verein im Namen der Gemeinde und sagte, es ist keine Selbstverständlichkeit, dass der Verein eine vollständige und funktionierende Vorstandschaft besitzt. Die gute Jugendarbeit freue ihn ungeheuer. Die Gärten und Balkone in Rottau seien wunderbar, stellte er fest und forderte: „Macht weiter so!“
Mit viel Fachwissen und schönen Bildern bearbeitete Markus Breier das Thema „Torffreier Balkon und Garten“. Seine erste Forderung war, man solle die Moore in Ruhe lassen. Moore sind einzigartig mit einem Lebensraum von hoch spezialisierten Pflanzen, ein Kohlenstoffspeicher mit sehr langsamem Wachstum. Die Torfnutzung ist überwiegend mit Blumenerde. Dabei sei es das Ziel, dass im Jahr 2026 im Hobbybereich kein Torf mehr verwendet wird.
Aber auch im Profibereich mit den Millionen von Kräutern, Zierpflanzen und Herbstpflanzen gehe es ohne Torf. Gute Blumenerde enthalte noch 42 Prozent Torf, dazu Grünkompost, Holzfasern, Rindenhumus, Kokosfasern und Ton.
Breier und die Gästeführerin „Gartenerlebnis Bayern“ zeigen, dass „Prächtige Balkon- und Kübelpflanzen“ torffrei gepflanzt und gedüngt möglich sind. In guten Düngern müssten Stickstoff, Phosphat und Kalium enthalten sein. Stickstoff sorge für Wachstum, Phosphat für Blütenbildung und Kalium für stabiles Pflanzengewebe und gute Früchte. Breier bezeichnete Kompost als „schwarzes Gold“. Mit den Worten „Garten muss Spaß machen!“ beendete er seinen lehrreichen Vortrag.
Josef Adersberger