Grassau – Drei Abteilungen – Turnen-Fitness, Wassersport und Triathlon – umfasst die aktive Sportgemeinschaft Katek, die das sportliche Vereinsangebot in der Gemeinde wesentlich ergänzt. In der Jahreshauptversammlung konnte nach erfolgreicher Wahl die Vorstandschaft wieder komplettiert werden. Positives gab es zudem von den Abteilungen zu vermelden und das Angebot wurde erweitert. Negativ werteten die Mitglieder die starke Beeinträchtigung durch das Fehlen der Trainingsmöglichkeiten, bedingt durch die Sperrung der Sporthalle.
Amt des Schriftführers und Kassiers besetzt
Die Zeichen der Sportgemeinschaft stehen auf Neuanfang und Vorsitzender Erwin Kraus, der den Verein sehr engagiert in der Doppelfunktion als Vorsitzender und Kassier leitete, sowie Stellvertreterin Katharina Puchstein, die die Stellvertretung und Schriftführung übernahm, zeigten sich erleichtert. So konnte die Versammlung neben den Vorsitzenden, die in ihrer Funktion bestätigt wurden, nun Anne Dirkens als Schriftführerin einstimmig wählen, wie auch die neue Kassenführerin Karin Fitzner für eine Mitarbeit in der Vorstandschaft gewinnen. Als Rechnungsprüfer wurden Jürgen Klughardt und Moritz Ostwald bestätigt. Wie Erwin Kraus betonte, gebe es zwischen den drei Abteilungen sinnvolle Synergieeffekte, schließlich müsse ein Segler auch schwimmen können und es schadet auch nicht, wenn dieser laufen kann und sich fit hält. Das breite Angebot der Sportgemeinschaft werde auf der neuen Homepage vorgestellt und dort seien auch die Übungszeiten hinterlegt. Er bezeichnete dies als niederschwelliges Angebot, wobei der Einstieg jederzeit möglich ist und der Jahresbeitrag geringer als ein Monatsbeitrag bei einem Fitnessstudio ist. Besonders freute ihn, dass das Eltern-Kind-Turnen wieder angeboten werden könne. Insgesamt kommt der Verein auf 470 Mitglieder, Tendenz steigend. Es fehle weiterhin an Übungsleitern und auch das Kinderturnen könne deshalb derzeit nicht angeboten werden. Für die Leitung des Kinderturnens brauche es nicht viel, lediglich eineinhalb Stunden pro Woche und einen Trainerschein. Für die Abteilung Turnen und Fitness sprach Andrea Klughardt, informierte über ihr Angebot Pilates und Seniorenfitness sowie über das Angebot des Eltern-Kind- Turnens immer dienstags und donnerstags, jeweils eine Stunde. „Wir haben ein großes Problem. Die Turnhalle fehlt“, kritisierte sie. Diese ist derzeit aufgrund der maroden Leimbinder gesperrt. Zum Glück könne der Gymnastikraum benutzt werden. Der Bereich Trampolin musste aufgrund fehlender Trainingsmöglichkeiten stillgelegt werden. Hierfür werde zudem ein Übungsleiter gesucht. Sehr gut besucht werde die Seniorenfitness mit einem Altersdurchschnitt von 85 Jahren. 185 Mitglieder nutzen diese Abteilung. Von Erfolgen konnte Abteilungsleiter Wassersport, Christoph Gschoßmann, berichten. Neben 181 Erwachsenen gehören auch 32 Jugendliche der Abteilung an, sie nutzen das Angebot Segeln zu lernen. „Unser Kapital ist die Jugend“, betonte er, sprach von zwölf Trainingseinheiten von Mai bis Oktober, jeweils samstags, bei welchem der Nachwuchs das Segeln in fünf vereinseigenen Optis (kleinstes Einmannboot), fünf Lasern und vier 420ziger (Zweimann-Segelboot) lernen. Die Flotte wurde in den letzten Jahren teilweise ersetzt. Als gute Erfahrung bezeichnete er das erste Segellager auf der Fraueninsel, hob den Chiemsee-Jugendpokal, der mitausgerichtet wurde, hervor, erinnerte an das Kinderferienprogramm und den Segeltag für die Überseer Grundschule. Die Abteilung verfügt über sieben Trainer und einen in Ausbildung sowie zwei Trainerassistenten. Gschoßmann warb für die Ausbildung zum Trainer, da man lerne, sich zu präsentieren und wie man mit Jugendlichen umzugehen hat. Bei drei Vereinsregatten konnten sich die Segler messen. Im vergangenen Jahr sei zudem die Steganlage wie die Elektronik erneuert worden. Gleich vier Regatten sind in diesem Jahr geplant sowie die Anschaffung eines Optimisten (Boot) und der Austausch eines Laser-Boots.
Die Triathlon-Abteilung stellte Abteilungsleiter Rudi Gerstl mit den Möglichkeiten Schwimmtraining, Krafttraining, Leichtathletik und Radfahren vor. Das geplante Langlauftraining konnte aufgrund des Schneemangels nicht durchgeführt werden und das Schwimmtraining war aufgrund der geschlossenen Schwimmbäder erschwert. Für das soziale Miteinander gab es einen Radlausflug ins Salzburger Land, ein ausgelassenes Sommerfest und eine Weihnachtsfeier. Dieses Jahr sei geplant mit dem Kajak zu fahren. Er bedauerte ebenfalls, dass die Grassauer Halle nicht zur Verfügung stehe und informierte, dass die Abteilung nach Niedernfeld ausweichen konnte. Mit dem Schwimmtraining soll bereits nach den Osterferien begonnen werden und auch die Handhabung einer Laserpistole soll in das Training eingebaut werden.
„Die Vereinsvorstände übernehmen eine wichtige Verantwortung“, lobte Bürgermeister Stefan Kattari. „Was im Verein geleistet wird, wäre professionell nicht bezahlbar.“ Er hob die Bedeutung des Zusammenhalts in der Vorstandschaft hervor und wünschte dem Team gute Zusammenarbeit.
Sanierung der Leimbinder verzögert
Zudem ging der Bürgermeister auf den Sachstand Turnhalle ein, betonte, dass die Gemeinde alles für eine Sanierung der Leimbinder vorbereite, vorab aber ein gerichtsfestes Gutachten, um keine Beweismittel zu vernichten, vorliegen müsse. Der Termin für die mündliche Gerichtsverhandlung wurde mehrfach verschoben und somit verzögert sich auch die Sanierung und damit die Wiedernutzung der dringend benötigten Halle. Sobald eine Freigabe des Gutachtens vorliege, werde mit der Sanierung, die voraussichtlich lediglich eineinhalb Monate dauert, begonnen, versprach der Rathauschef, der die Trainingseinschränkungen des Vereins verstehen, aber nicht verhindern kann. Stolz zeigte sich Erwin Kraus, dass in den Reihen der Sportgemeinschaft auch ein Vizeweltmeister und österreichischer Meister im Segeln integriert ist, nämlich Dr. August Trimpl, der unter anderem 2023 mit seinem Kompagnon Christian Schäfer den zweiten Platz beim Tempest World Championship in Portsmounth erringen konnte und zugleich auch österreichischer Meister wurde. tb