Traunstein – Einen weiteren Schritt vorangekommen ist die Stadt Traunstein bei der im April beginnenden Neugestaltung des Maxplatzes. Dort soll in diesem Jahr das Werk „Quiz“ der Münchner Künstlerin Gabriele Obermaier als Beitrag zur Kunst im öffentlichen Raum umgesetzt werden.
Worträtsel
soll anregen
Es greift das Thema „Salz“ in Form von neun unterschiedlichen Umschreibungen auf, die als Wortreihen aus Bronzesteinen mit Buchstaben zwischen den Pflastersteinen eingefügt werden sollen. Die über den Platz verteilten Worträtsel sollen auf spielerische Weise zur Beschäftigung mit dem Thema anregen.
Wie berichtet, hatte es im Vorfeld einen Wettbewerb mit sechs Kunstschaffenden gegeben. Das Ziel dabei war, das historische Thema Salz in zeitgenössisch interpretierter Form in der Umgestaltung mit aufzunehmen. Bekanntermaßen stand auf dem Maxplatz einst der rund 190 Meter lange Salzstadel. Aktuell erinnert dort noch der vom Lions Club in den 1980er-Jahren gestiftete Brunnen mit dem heiligen Rupertus an das Thema Salz. Laut Beschluss soll dieser Brunnen aber abgebaut und neben der Salinenkapelle in der Au wieder aufgebaut werden, um so eine dauerhafte Heimat zu finden.
Die künstlerisch hochwertigen Ergebnisse des Wettbewerbs sind bis 31. März im Kulturforum Klosterkirche zu sehen. Den von einer siebenköpfigen Fach- und Sachpreisjury ausgewählten Siegerentwurf von Gabriele Obermaier stellte Judith Bader, Leiterin der Städtischen Galerie, in der vergangenen Stadtratssitzung ausführlich vor. Mit Verweis auf die in mehreren Großstädten realisierte Kunstaktion der „Stolpersteine“ zum Gedenken an NS-Opfer wurde dabei vor allem die Ausführung, Haltbarkeit und gute Integration der „Buchstabensteine“ beim Pflasterverlegen hervorgehoben.
In der Diskussion erkundigten sich Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtel-Körner, Helga Mandel und Thomas Stadler von Bündnis 90/ Die Grünen, ob der aus ihrer Sicht ansprechendere Entwurf von Dorothea Reese-Heim „Die blaue Linie“ auf technische Umsetzung nochmals überprüft worden sei. Die Künstlerin hatte in ihrem Konzept vorgeschlagen, Pflastersteine mit aufgeklebter Oberfläche aus blauen Lapislazuli-Steinen wie ein Band mäandernd über den Platz zu verlegen. Dies sollte sinnbildlich an den Verlauf der Traun oder des historischen Salinenwegs zwischen Bad Reichenhall und Traunstein erinnern.
Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer warf dazu ein, im Rahmen einer nochmaligen Prüfung habe sich kein künstlerisches Referenzobjekt finden lassen, das Auskunft über die Belastbarkeit und Haltbarkeit der verklebten Steine mit Lapislazuli-Oberfläche geben könne. Auch der mit der Platzgestaltung betraute Planer habe „arge Bedenken“ geäußert, da die Linie auch über die starkbefahrene Straße verlaufen soll.
Räte stimmen
mit 20:7 zu
Karl Schulz (CSU) merkte an, die Oberflächengestaltung der Steine des Siegerentwurfs sollte noch mal genau geprüft werden, damit das Kunstwerk aufgrund der aufgeprägten Buchstaben nicht tatsächlich zu „Stolpersteinen“ mit Verletzungsgefahr werden. Das Gremium stimmte letztlich mit 20:7 Stimmen dem Vorschlag zu, die Verwaltung mit der Umsetzung des Siegerentwurfs zu beauftragen.