Prien – Starkes Bier und nicht minder starke Sprüche des Fastenpredigers prägten einen schönen Abend lang das Geschehen im gut besetzten König-Ludwig-Saal von Prien. Eingeladen hierzu und zum traditionellen Starkbierfest hatte die Priener Blaskapelle.
Erster Höhepunkt des Abends waren sauber gespielte Weisen der Priener Jugendblaskapelle unter der Leitung von Regina Stephan sowie die Stücke „Viva la Vida“ und „Berglandkinder-Marsch“, den die Jung- und Alt-Musikanten gemeinsam mit Dirigentin Regina Huber intonierten und dabei über die Akustik hinaus ein wunderbares Bühnenbild für das Auge präsentierten.
Mit zwei Schlägen
angestochen
Der folgende Anstich des Fasses mit dunklem Starkbierbock vom Hofbräuhaus Traunstein ging reibungslos über die Bühne. Priens Bürgermeister Andreas Friedrich schaffte mit zwei kräftigen, sicheren und einem halben Sicherheitsschlag, ehe sich der Saal verdunkelte und sich die Fastenpredigt ankündigte.
Bruder Johannes alias Johannes Dreikorn war zuletzt vor fünf Jahren Priens Fastenprediger, zuletzt waren die im Saal anwesenden Priener Ratschkathl und Corona an der Reihe. Als Mönch mit Kerze und mit Karfreitagsklappern sowie in Begleitung von vier kirchlichen Dienern zog der Prediger zum vorbereiteten Ambo auf die Bühne und begann mit den Worten „Da Pacem Domine – Verleih uns Frieden, Herr!“. Diese Forderung wünschte sich der Prediger nicht nur weltweit, sondern auch im „kleinen“ Prien.
Mitfahrbankerl und
Wirtesterben
Gut informiert über das Jahresgeschehen ging er auf Priener Persönlichkeiten ein. Bei Bürgermeister Andreas Friedrich thematisierte er die Mitfahrbankerl, die zukünftig Bedienungsanleitungen bekommen sollen. „Im Internet war zu lesen, dass die vormalige Tourismuschefin Andrea Hübner zuletzt auf so einem Mitfahrbankerl gesehen wurde, Augenzeugen wissen zu berichten, dass sie beim Herrn Friedrich eingestiegen ist und seither nicht mehr gesehen wurde.“
Als Nuntius aus Rom bezeichnete er für die Priener Markt- und Pfarrgemeinderätin Rosi Hell als 14. Nothelferin, die eine Mischung aus Mutter Theresa, Renate Hof und einer Influencerin ist, die das Ohr am Volk und das Herz am richtigen Fleck für soziale Nöte hat.
Auch Pfarrer Gottfried Grengel, ebenso Ehrengast wie sein Mitbruder Karl-Friedrich Wackerbarth von der Evangelischen Christusgemeinde, wurde ins Gebet genommen. Als weltlicher Versicherungsvertreter mahnte Dreikorn den Pfarrer an, sein Fahrrad besser abzusperren, damit es nicht wieder vor dem Benefiziatenhaus entwendet werden kann. Für alle Gläubigen wurde die Pfarrwallfahrt der Priener am 11. Mai von Ostermünchen zur Gottesmutter nach Tuntenhausen empfohlen.
Viele weitere Themen sprach der vom Vatikan entsandte Redner an, dazu gehörten das Wirte- und Metzgersterben in Prien und die Langzeitplanung der Bahn, welche die Priener im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen lässt.
Zu den Lärmschutzwänden hieß es: „Der Bau der Wände wurde von 2033 auf 2027 vorgezogen, dann wurde dies wieder rückgängig gemacht, das heißt mit Blick auf die 2005 begonnenen Bahnhofsvorplatz-Planungen: Wer sich jetzt über etwas aufregt, was die gleiche Planungs- und Bauzeit hat wie der Kölner Dom, der sollte seine Einschätzung zur eigenen Lebenserwartung nochmals gründlich überdenken!“
Worte zu Gendern, KI,
Work-Life-Balance
40 Seiten umfasste das Manuskript des Fastenpredigers, darin festgehalten sind lobende Worte für die Landwirtschaft, Anschauungen zu den Kreisverkehren in Prien und Umgebung, Betrachtungen zum Gendern und zur künstlichen Intelligenz, die Bedeutung von Arbeit und Freizeit in der Work-Life-Balance und immer wieder ein Nadelstich in die Reihen von Priener Gemeinderäten und Einrichtungen.
500 Preise bei der
Tombola
500 Preise gab es bei einer Tombola, überwiegend gespendet von der Priener Geschäftswelt, Hauptpreise waren unter anderem ein Ständchen der Blaskapelle, eine Führung mit Brotzeit für 10 Personen beim Hofbräuhaus Traunstein, ein Geschenkkorb und ein Dirndl-Trachtenkleid.
Am Loskauf beteiligten sich auch Ehrenbürger Michael Anner, Dritter Bürgermeister Martin Aufenanger und Ute Asal vom Priener Tourismusbüro sowie viele Vereinsvorstände und aktive Blasmusikanten aus Prien und den Nachbarorten. Priens Zweiter Bürgermeister Michael Anner junior verbrachte den Abend als Schlagzeuger auf der Bühne.