Blaskapelle Bernau präsentiert flotte Weisen und gefühlvolle Melodien

von Redaktion

Ehrungen beim Jahreskonzert – Großer Applaus für die 50 Musikanten – Weitere Konzerte ab Juli wieder im Kurpark

Bernau – Für ihr traditionelles Jahreskonzert in der voll ausverkauften Mehrzweckhalle hatte die Bernauer Musikkapelle ein außerordentlich ansprechendes Programm von Klassik über die Beatles und Filmmusik bis hin zu Volksmusik zusammengestellt. Dazwischen charmant-humorvoll vorgetragene oder informative Anmoderationen, Auszeichnungen und Ehrungen – ein wahrlich kurzweiliger Abend. Die mit Blumenschmuck verzierte und abgedunkelte Halle samt angestrahlter Bühne ließ da völlig vergessen, dass man sich in einer Turnhalle befand. Doch der Reihe nach: Nach dem Willkommensgruß von Dirigent Albert Osterhammer bewies die gut 30-köpfige Jugendkapelle (darunter zehn neue Mitglieder) bei der Jupiter Hymne aus Gustav Holsts „Planeten“ Strahlkraft. Dem Instrument des Jahres war „unsere Tuba“ gewidmet. Sebastian Ablinger glänzte hier als Solist, souverän begleitet von der Jugendkapelle. Mit „The lion sleeps tonight“ und einem Beatles-Medley zeigte die Jugendkapelle ihr Können, auch wenn Rupert Kamhuber am Dirigentenpult manchmal etwas energischer den Takt angeben musste. Zurecht darf die Musikerlandschaft Bernaus auf ihren Nachwuchs stolz sein. Freudestrahlend nahm Kamhuber den Scheck des Gewerbevereins entgegen. Die Leidenschaft, mit der die Jugendkapelle eine Zugabe gab, zeugte davon, dass diese Förderung auf fruchtbaren Boden fällt. Danach gab es einen Programmwechsel: Die Musikkapelle unter dem Dirigat von Albert Osterhammer (anmoderiert von Irene Biebl-Daiber) ließ Kaiserin Sissi und ihre Zeit hochleben. Schmissig war der Walzer „Leichtes Blut“ von Johann Strauß (Sohn), fulminant-facettenreich „Elisabeth“ aus dem gleichnamigen Musical inklusive Gänsehaut-Moment am Schluss und flott geriet „Kaiserin Sissi“ von Timo Dellweg von den Egerländer Rebellen. Besonders eindrucksvoll war „Frühlingsstimmen“: Ein Walzer von Johann Strauß (Sohn), der leicht und fröhlich, aber auch mit sprunghaften Dur-Motiven das frühlingshafte Wetter imitierte. Da vernahm man Vogelstimmen, da meinte man, die Sonnenstrahlen zu spüren, da brachen sich zarte Gefühle ihre Bahn. Dass die Musikkapelle auch anders kann, bewies sie im zweiten Teil. Flügelhornistin Antonia Wörndl wurde zur Fernsehmoderatorin und entführte in frühere Zeiten, als sich die ganze Familie noch vor dem Fernseher am Samstagabend versammelte. Bei „Musik ist Trumpf“ – gespickt mit Motiven aus dem S/W-Krimi von Miss Marple aus den 60 er-Jahren – wehte Wehmut durch die Halle. So mancher Zuhörer war sichtlich geneigt, bei den altbekannten und vertrauten Melodien mitzusummen. Das Medley von Henry Mancini hatte es ebenfalls in sich: Da schlich „Pink Panther“ durchs Bild, da machte man „Moon River“ aus, da lieferten sich „Tom und Jerry“ eine wilde Jagd, da erklang die „Peter Gunn“-Titelmelodie und wehmütig wurde es mit Akkorden aus der „love story.“ Nach so viel Spektakel musste Ruhe einkehren. Mit Ehrungen für drei verdiente Mitglieder der Musikkapelle ging es weiter, ehe die Musikkapelle wieder loslegte. Von der Moderatorin als Musikantenstadl mit Ansager Hans Sigl („mit Oma sagt, der Bergdoktor, des is a ganz Fescher“) angekündigt, ließen der Walzer „Mit Lebensfreude“, die Egerländer Polka „Für dich“ und der Marsch „Unter dem Doppeladler“ die Herzen des Publikums höher schlagen.

Bayerisch-böhmische Volksmusik vom Allerfeinsten, die sich auch bei zwei Zugaben hören ließ. Überhaupt kam bei allen Stücken die Klangkraft, Brillanz und Akkuratesse der rund 50-köpfigen Bernauer Musikkapelle unter der Leitung von Albert Osterhammer voll zur Geltung.

Wer das Konzert verpasst hat, muss nicht traurig sein. Bei den Kurkonzerten im Kurpark ab dem 2. Juli gibt es die Musikkapelle wieder live zu erleben. elk

Artikel 1 von 11