„Freut euch an diesem Kunstwerk“

von Redaktion

Die Immaculata ist das Herzstück des Priener Kirchenschatzes. Nun wurde sie erstmals grundlegend restauriert. Jetzt kann man die prächtige Marien-Figur in einer Sonderausstellung im Heimatmuseum in Prien bewundern.

Prien – Ende März wurde die Sonderausstellung „Himmlischer Glanz im Museum Prien“ zur Restauration der Immaculata im Heimatmuseum feierlich im Beisein zahlreicher Ehrengäste eröffnet. Bei der Immaculata handelt es sich um ein Glanzstück des Priener Kirchenschatzes und um eine bedeutende Goldschmiedekunst, erklärte Erster Bürgermeister Andreas Friedrich in seinem Grußwort.

Figur überstand
die Säkularisation

Die Immaculata sei 1736 von der Rosenkranz-Bruderschaft als Tragefigur und Altarschmuck bei dem Rosenheimer Goldschmied Adam Schneider bestellt worden. Sie finde auch heute noch Verwendung, etwa an Fronleichnam. Es sei ein sehr glücklicher Umstand, dass das prächtige Objekt nicht der Silberablieferung während der Säkularisierung zum Opfer gefallen sei, die der Kurfürst einst verlangt habe, erklärte der Bürgermeister.

Auf Initiative von Kreisheimatpfleger Karl J. Aß und durch die Vermittlung des Kunstreferats der Erzdiözese München und Freising sowie durch das großzügige Entgegenkommen der Bauer‘schen Barockstiftung München, die die gesamten Kosten der Maßnahme übernommen hat, konnte die Plastik nun erstmals grundlegend nach modernsten denkmalpflegerischen Grundsätzen restauriert werden. Sie zeige sich nun wieder in beeindruckender Eleganz, so das Gemeindeoberhaupt.

Die Ausstellung im Heimatmuseum dokumentiert die einzelnen Schritte dieser Bearbeitung anschaulich und detailliert. Der Restaurator Stephan Rudolph aus Germering informierte bei der Eröffnung über sein Vorgehen. Es sei spezialisiert auf Metallobjekte. Die Besonderheit bei der Immaculata sei, dass sie nicht nur in einem Schaukasten präsentiert werde, sondern noch immer liturgisch Verwendung finde. Bei der Herangehensweise sei nicht nur handwerkliches Geschick nötig gewesen, sondern er habe auch die historischen Techniken erhalten müssen, erklärte er. Die Figur sei in viele Einzelteile zerlegt und nach getaner Arbeit wieder zusammengefügt worden. Die teils vergoldeten Silberbleche seien ausschließlich durch Hammerschläge auf unterschiedlichen Untergründen geformt worden. Zudem seien die Kupferbleche mittels einer Feuervergoldung veredelt worden, bei der sich die Metalle bei 350 Grad Celsius verbunden hätten. Diese historische Vergoldungstechnik habe einen sehr hohen Bestand.

Rund 100 Stunden
Arbeit für Restaurator

Behoben hat der Restaurator auch mechanische sowie Schäden an der Oberfläche und Brüche am Bogen. Zudem hat er die Figur fachmännisch gereinigt. Fehlende Glassteine sind ersetzt worden. Zum Schluss sei ein Schutzlack auf die silberne Figur aufgebracht worden, erklärte Rudolph. Insgesamt sei es eine besondere Arbeit mit rund 100 Stunden gewesen, die ihm viel Freude bereitet habe.

Pfarradministrator Gottfried Grengel sprach sein „Vergelt’s Gott“ für die Stiftung und alle Verantwortlichen aus, die sich dafür einsetzen, solche Kunststücke für die Zukunft zu erhalten. „Freut euch an diesem wunderschönen Kunstwerk“, richtete er seine abschließenden Worte an das zahlreich erschienene Publikum. Zu sehen ist die Immaculata noch bis 26. Mai

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