Grassau – Wenn sich zwei begnadete Mundartdichter und Schreiber unterhalten, über das Leben, das Älterwerden philosophieren, dann ist dies, sofern es sich um Gustl Lex und Hans-Peter Kreuzer handelt, äußerst amüsant. Unter dem Titel „Bavarazzi“ diskutierten die beiden Schriftsteller im Zwiegespräch in der Grassauer Bücherei. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Andreas Lex, der virtuos auf seiner Zither spielte.
Gustl Lex aus Grabenstätt schaut genau hin. Seine Beobachtungen fließen in seine humorvollen, bayerischen Texte, Anekdoten und Witze. Seine Urlaubsbetrachtungen von überbevölkerten Stränden, zu weichen Betten, mit Sonnenbrand und Durchfall weitete er auf das schöne Bayernland mit seinen guten Wirtshäusern, Traditionen und Seen.
Dem fügte Hans-Peter Kreuzer aus Stephanskirchen eine lustige Geschichte eines badenden Pärchens am Simssee oder einem der anderen schönen Seen hinzu und kam auf Bauern, ihre Arbeit und dem Wunsch, sich zu vergrößern, zu sprechen. Wobei der wohl reichste der drei sich unterhaltenden Bauern der ist, der nur zwei Ochsen hat, die die Pacht zahlen. Natürlich wusste Lex darauf mit einem Gedicht zum Grassauer Michaeli-Markt aus den Zeiten, als dort noch der Viehhandel aktiv war, zu kontern. Von der Begegnung eines kleinen „Viecherls“, dem Webserl mit einem großen Kampfschmuser, konnte Kreuzer berichten, wobei der große Hund seinen Frauchen mit seinem unerzogenen Verhalten zusetzte. Über die Viecherl kamen die beiden aufs Älterwerden zu sprechen. Sie meinten, sie hätten auch bereits den Oldtimerstatus erreicht. „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“, meinte Lex und zeigte sich mit Chat-GTP, Alexa und KI durchaus der heutigen Zeit zu- oder vielleicht besser abgewandt. Kreuzer wusste durchaus mit Google umzugehen, obwohl sich auch dieser Dienst schwer mit der bayerischen Sprache tut.
Es war sehr amüsant, den beiden bei ihren pointierten Lebensbetrachtungen zu lauschen. Ein besonderer Ohrenschmaus war es zudem, dem jungen Andreas Lex, dem Enkel von Gustl Lex, bei seinem Spiel auf der Zither zuzuhören. Er gewann beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. tb