Staudach-Egerndach – Der Zusammenhalt in der Gemeinde Staudach-Egerndach ist groß, wie auch das Engagement – dies wurde in der Bürgerversammlung im Gasthof „Mühlwinkl“ von Bürgermeisterin Martina Gaukler sehr gelobt. „Das Miteinander zeichnet unsere Gemeinde aus“, sagte sie noch bevor sie auf das vergangene Jahr blickte.
Zum Bevölkerungsstand informierte sie, dass die Zahl mit 1244 Bürgern exakt gleichgeblieben ist. Allerdings gab es nur eine Trauung. „Das muss besser werden“, mahnte sie scherzhaft. Fünfzehn Sterbefälle stehen elf Geburten gegenüber.
Wichtigste Einnahmen und Ausgaben
Der Gesamthaushalt von 2,7 Millionen Euro gliedert sich in den Verwaltungshaushalt mit 2,48 Millionen und dem Vermögenshaushalt mit 230000 Euro. Zu den größten Einnahmen zählen die Grundsteuern mit 102000 Euro und der Kommunale Finanzausgleich mit 564000 Euro, der um 90000 Euro gewachsen ist. Die Einkommenssteuerbeteiligung stieg um 50000 Euro auf 706000 Euro. Die Gewerbesteuer ist um 30000 Euro auf 190000 Euro zurückgegangen. Die Grunderwerbssteuer sank sogar von 91000 Euro auf 14000 Euro. Zu den höchsten Ausgaben zählt die Kreisumlage mit 570000 Euro, die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft mit 248000 Euro sowie die Schulverbundsumlage mit 248000 Euro.
Die Bürgermeisterin informierte, dass die Gemeinde zwar nicht an den Baukosten der Schulsanierung beteiligt sei, jedoch an den Ausstattungskosten. Zudem erhalte das Grundschulgebäude in der Gemeinde die gleiche Ausstattung wie die Grassauer Schulgebäude mit digitalen Tafeln. Gestiegen sei auch die Umlage an den Abwasserzweckverband (AZV) von knapp 70000 Euro auf 103000 Euro. Zur Verwaltungsgemeinschaft mit Marquartstein berichtete sie, dass durch die Zusammenarbeit dem Bürger der komplette Service geboten werde, den die Gemeinde allein nicht stemmen könnte.
Der Tourismus in der Gemeinde befindet sich im Aufwind. So stiegen die Übernachtungen um 4,4 Prozent auf knapp 21000. Die Gästezahl wuchs um 3,6 Prozent auf 5332 an, Tendenz steigend, denn bereits in diesem Jahr legten die Übernachtungen in den Monaten Januar und Februar um 100 Prozent zu. An den Tourismusverband wird eine Umlage von 54,672 Euro abgeführt.
Wie die Rathauschefin sagte, werde immer wieder in die Grundschule Staudach-Egerndach investiert. So konnte im vergangenen Jahr die alte Ölheizung gegen eine moderne Pelletheizung kombiniert mit einer Luft-Wärme-Pumpe ersetzt werden. In diesem Jahr werden die alten Heizkörper getauscht.
Seit 2017 ist die Gemeinde darüber hinaus Mitglied der Musikschule Grassau und trägt hierfür einen Kostenanteil von 46000 Euro für die, wie die Bürgermeisterin betonte, wichtige Bildungsaufgabe. 81 Nachwuchsmusiker werden unterrichtet. „Damit haben wir wahrscheinlich die beste Quote an Musikschülern in ganz Bayern“, sagte sie. Ein guter Bestandteil des gemeindlichen Lebens sei auch die Blaskapelle mit 41 aktiven Spielern.
Nicht unerhebliche Kosten verursacht die Betreuung der Kindergartenkinder mit insgesamt 345000 Euro. Die Gemeinde übernimmt hier einen kommunalen Anteil von 132000 Euro für 24 Kinder.
Neuer Hochbehälter notwendig
„Die Wasserversorgung wird uns die nächsten Jahre beschäftigten“, betonte die Rathauschefin. Sie informierte, dass der Hochbehälter 70 Jahre alt werde. Beschichtung, Größe und Arbeitssicherheit passten nicht mehr. Nun laufen erste Überlegungen zum Neubau und zur Situierung eines neuen Hochbehälters. Hierfür würden auch Bodengutachten benötigt. Sie rechnet mit einem Baubeginn im Jahr 2027.
Zur Ortsentwicklung informierte sie, dass voraussichtlich ein Anbieter den eigenwirtschaftlichen Ausbau des Ortsgebiets mit Breitbandtechnik übernehmen werde. Im Bereich Wärmeplanung habe sich die Gemeinde entschieden, hier nicht aktiv zu werden, da noch viele Fragen offen seien. Auch am Rufbus Traudl werde sich die Gemeinde nicht beteiligen.
Aktuell sei man damit beschäftigt, die Daten aus der Grundsteuerreform auszuwerten. Zudem wurde die ehemalige Tourist-Information an das Ökomodell vermietet. In Auftrag gegeben wurde eine Bedarfsanalyse zur Krippen- und Mittagsbetreuung.
Martina Gaukler lobte das teils unmerklich, im Stillen geleistete Ehrenamt. So wurden 14 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine privat aufgenommen. Sehr ärgerlich war, dass das Kreuz an der Sankt-Wolfgangs-Quelle umgesägt und entfernt wurde. Doch auch hierfür hat sich ein Spender gefunden und so steht nun wieder ein Kreuz. Als kleines Juwel bezeichnete sie das Atelierfenster mit wechselnden Ausstellungen. Die Jugendarbeit in den Vereinen sei besonders stark und biete Heimat- und Zusammengehörigkeitsgefühl. Doch es passiere auch viel im Verborgenen: Es würden Blumen gegossen, Müll weggeräumt und Wege gereinigt. „Viele kleine Dinge, die aber so wichtig sind. Wir schauen aufeinander“, sagte sie.
Mit Blumen dankte sie stellvertretend für alle, die sich einsetzen, Ursula Schweiger, die das Hexenhäuschen am Moorrundweg gepflegt hatte. Leider schaffe sie es nicht mehr und so werde das Häuschen zur Betreuung abgegeben, informierte die Bürgermeisterin.
Fragen hatten die Bürger keine. Doch am Ende meldete sich noch Michi Schneider zu Wort und informierte darüber, dass er den Bäckerladen im Ort übernehmen werde. Ihm liege daran, gutes Brot aus Sauerteig zu fertigen. Seinen Laden wird er im Mai eröffnen. Er hatte ursprünglich Maschinenbau gelernt, dann Sport studiert und habe dann eine Bäckerlehre absolviert und seinen Meister gemacht.