Herreninsel – Bald erstrahlen die Gärten auf der Herreninsel im Chiemsee wieder in voller Pracht: Unter der Leitung von Gartenmeisterin Veronika Wöhrer haben 15 Gärtner der Bayerischen Schlösserverwaltung tausende Blumensetzlinge in die Beete des Schlossparks auf der Herreninsel gepflanzt. Die neue Frühjahrsbepflanzung in den Farben Gelb, Rot und Weiß besteht aus mehr als 25000 Jungpflanzen.
Mit dem Fortschreiten des Frühlings erwartet die Besucher ein buntes Meer aus Stiefmütterchen, Hornveilchen, Goldlack, Tulpen und Narzissen. Jedes Jahr werden farblich neue Akzente gesetzt.
Gelb- und
Rottöne
2024 ist die Farbgebung mit Stiefmütterchen der Sorten „Viola wittrockiana Panola – Scarlet, Yellow & White“ in Gelb- und Rottönen gehalten. Im unteren Parterre des neuen Schlosses erblüht ein Farbenspiel in Gelb, Rot und Weiß mit gezielt roten Akzenten durch Tulpen und orange-gelbe Erysimum (Goldlack) sowie Narzissen „Bridal Crown“. „Wir dürfen selber entscheiden, was wir anpflanzen”, sagt Veronika Wöhrer. „Wir haben nur die Vorgabe, dass die Fläche einen Knalleffekt haben soll.”
Die Pflanzen ziehen die Gärtner in den eigenen Gewächshäusern auf der Herreninsel heran. Die Jungpflanzen bekommen die Gärtner von diversen Jungpflanzenhändlern, die dann in einem komplett torffreien Substrat herangezogen werden. Es wurden sogar 30000 Pflanzen produziert, um eine Reserve zu haben. Verpflanzt wurden dann 25000 Stück. Derzeit sind die großen Gewächshäuser leer, aber das wird sich bald ändern. „Ich kriege nächste Woche wieder die Pflanzen für die Sommerbepflanzung. Das sind dann wieder 25000 Stück”, so die Gartenmeisterin.
Die ganze Pflanzaktion geht dabei schnell vonstatten. Nach nur drei Tagen stecken die 25000 Blümchen in der Erde. „Die Pflanzerei im Park ist im Frühjahr ein bisschen einfacher, weil keine Pflanzen drin sind, da braucht man so ungefähr drei Tage”, sagt Veronika Wöhrer. „Wenn die Sommerbepflanzung dann reinkommt, muss man praktisch die anderen noch rausmachen, dann sind wir so bei sechs Arbeitstagen.” Wenn die Pflanzungen anstehen, helfen alle aus dem grünen Bereich mit, sagt sie. Da sind dann auch die Forstleute und die Landwirte mit dabei. „Da sind wir dann um die 15 Personen und dann funktioniert das eigentlich.”
Bei der Auswahl der Pflanzen lassen sich die Gärtner davon inspirieren, was auch schon früher gepflanzt wurde. Die Pflanzen sind meist historisch belegt. Manche Sorten hätten sich im Laufe der Zeit verändert, andere seien komplett vom Markt verschwunden. Aber Stiefmütterchen beispielsweise wurden auch schon früher gepflanzt. Was allerdings ein Problem mit sich zieht. „Wir haben recht viel Wild auf der Insel und gerade die Rehe fressen die Stiefmütterchen sehr gerne”, sagt Wöhrer. Hier kommt die Sorte den Gärtnern aber entgegen, da die Stiefmütterchen recht schnell neue Blüten ansetzen. So kommt es kaum zu kahlen Stellen in den Blumenbeeten. „Andere Pflanzen wie beispielsweise Vergissmeinnicht schmecken den Tieren noch besser. Aber da habe ich dann drei, vier Wochen keine Blüten mehr drauf und das sieht dann schlecht aus.” In den vergangenen Monaten lag der Fokus der Gärtner auf den Aufräumarbeiten an Bäumen und Sträuchern, verursacht durch winterlichen Schneebruch, sowie der Ergänzung des Obstbaumbestands mit historischen Äpfeln, Birnen und Zwetschgen. Die Obstbäume sind nicht nur ökologisch bedeutend, sondern auch ein wichtiges Gestaltungselement des Ökonomiebereichs der Insel. Sie sind zudem die Basis für den einzigartigen Inselschnaps und Insellikör, die auf der Herreninsel erworben werden können. Neu im Programm sind dabei holzfassgereifte Destillate.
Letzte
Reinigungsarbeiten
In den kommenden Wochen werden die Gerüste an den Brunnen sowie die Einhausungen einzelner Figuren entfernt. Die letzten Reinigungsarbeiten an den Becken beginnen demnächst, damit bis Anfang Mai die ersten Brunnen wieder mit Wasser gefüllt sind. Aufgrund von geplanten Sanierungsarbeiten am Latona- sowie an den beiden Kabinettbrunnen ist die Inbetriebnahme aller Brunnen erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich, da diese Arbeiten nur bei milden Temperaturen durchführbar sind.