Startschuss für neues Dekanat Traunstein

von Redaktion

Ein fundamentaler Umbau soll die Katholische Kirche auch in der Region Traunstein fit für die Zukunft machen: Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg feierte in St. Oswald einen Festgottesdienst zum Start des neuen Dekanats.

Traunstein – Mit einem feierlichen Festgottesdienst unter Leitung von Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg in der Stadtpfarrkirche St. Oswald erfolgte am Samstag der offizielle Startschuss für die liturgische Errichtung des neuen Dekanats Traunstein. Zusammen mit einem neu eingeführten Dekanatsteam wird Dekan Pfarrer Dr. Florian Schomers die Pfarreien und Pfarrverbände von rund 120000 Katholiken führen, deren Gebiet in etwa dem Zuschnitt des Landkreises Traunstein entspricht.

Im neuen Dekanat werden die bisher eigenständigen Dekanate Traunstein und Baumburg zusammengelegt. Pfarrer Dr. Schomers war bisher Leiter der Pfarrverbände Seeon und Trostberg, Pfarradministrator der Pfarrei Baumburg-St. Margareta und Chef des Dekanats Baumburg.

Zahl der Dekanate
sinkt von 40 auf 18

Im Zuge einer Zukunftsreform zur besseren Nutzung der seelsorgerischen Ressourcen hatte die Erzdiözese von München und Freising bereits zum 1. Januar einen neuen geografischen Zuschnitt der bisherigen Dekanate im Erzbistum verfügt und deren Zahl von 40 auf 18 verringert. Passend zum Jubiläum der Bistumsgründung in Freising durch den heiligen Korbinian vor 1300 Jahren wurde der Errichtungsgottesdienst in Traunstein auch von Reliquien des Gründungspatrons begleitet. Diakon Josef Kafko hatte dazu als begleitender „Reisemarschall“ eine aufwendig verzierte Schatulle mit dem kostbaren Inhalt in einer transparenten Box zentral vor dem Chor platziert.

Von fundamentalen Veränderungen und einer neuen Struktur, die es jetzt mit Leben zu füllen gelte, sprach Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg in der Stadtpfarrkirche Traunstein, die voll besetzt war mit Kommunalpolitikern und Angehörigen aus allen Pfarreien. So viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter und Ministranten wie nur selten füllten den Altarraum.

Als Konzelebranten wurde der Weihbischof von Dekan Schomers, vom stellvertretenden Dekan Pfarrer David Mehlich, Stadtpfarrer Konrad Roider, dem ehemaligen Traunsteiner Dekan Thomas von Rechberg sowie Diakon Heiko Jung unterstützt. Für die festliche musikalische Umrahmung sorgten Dekanatsmusikpfleger Franz Mitterreiter an der Orgel und Kirchenmusiker Manfred Müller, der den 70-köpfigen Projektchor leitete.

Menschen in Zeiten des
Zweifels ansprechen

Pfarrreferent Franz Maier, Mitarbeiter des Bischofsvikars, machte in der Verlesung der Gründungsurkunde die Ziele der Neuorganisation auf Dekanatsebene deutlich. Diese diene unter anderem dazu, „das gemeinsame Handeln benachbarter Pfarreien zu fördern“, und „übergeordnete Aufgaben seelsorgerischer Tätigkeit“ auf Dekanatsebene besser koordinieren und abstimmen zu können. Wichtig sei dafür eine enge Zusammenarbeit haupt- und ehrenamtlicher Kräfte.

Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg machte in seiner Predigt deutlich, dass sich die Kirche nicht damit zufriedengeben dürfe, dass immer mehr Menschen aus ihr austreten. Ähnlich wie ein Unternehmen seine Mitarbeiter zu einer „Mission“ für den Markterfolg zusammenschweiße, müssten auch die Gläubigen sowie Haupt- und Ehrenamtlichen der Kirche die Menschen in einer Zeit des Zweifels ansprechen.

Glaube als Mittel
gegen Ängste

Bei der „Mission“ gehe es darum, die Botschaft Jesu Christi als „fleischgewordenes Wort Gottes“ und Erlösungsversprechen neu mit Leben zu erfüllen. Es gelte, den Glauben „hörbar und sichtbar werden zu lassen“ und so auch als ermutigende Orientierungshilfe und Wertemaßstab im Leben für Menschen erfahrbar zu machen, „die vergessen haben, dass sie Gott vergessen haben“. Ebenso sei der Glaube auch ein probates Gegenmittel gegen die vielen um sich greifenden Ängste.

Nach einer symbolischen Erneuerung des Taufversprechens und einer Einführung und Ernennung des neuen Dekanatsteams durch den Weihbischof legten Mitarbeiter aus den einzelnen Pfarreien und Verbänden des neuen Dekanats wie bei einem Riesenpuzzle die einzelnen Bereiche aus Teilen „zu einem großen Ganzen“ zusammen. Beim anschließenden Empfang im Pfarramt St. Oswald gratulierten Landratsstellvertreterin Resi Schmidhuber, Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und der evangelische Dekan Peter Bertram zum neu errichteten Dekanat Traunstein. Dessen Verwaltungssitz ist im Pfarramt St. Oswald.

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