Bergen – „Feuerwehr-Knall“ im Landkreis Traunstein: Die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Bergen haben mit sofortiger Wirkung den Rücktritt von ihren Ämtern erklärt.
Als Gründe nannten Tobias Schwaiger und Michael Freitsmiedl „jahrelange Unstimmigkeiten mit der Gemeinde“ und „fehlende Unterstützung bei wichtigen Sicherheitsfragen“, wie der Kreisfeuerwehrverband Traunstein nun mitteilte. Dazu wurde unter anderem ein Post auf Facebook veröffentlicht. Darin bemängeln Schwaiger und Freitsmiedl unter anderem auch, dass sich die Gemeinde Bergen zieren würde, ein aus Feuerwehr-Sicht dringend benötigtes Drehleiter-Fahrzeug anzuschaffen. Weitergehende Investitionen in das Gerätehaus sind vorerst verschoben. Gemeinde und Feuerwehr sind sich über den Bedarf uneins.
„Wenn etwas passiert und Menschen aufgrund fehlender Ausrüstung zu Schaden kommen, könnten wir die Verantwortung nicht länger tragen“, wird Schwaiger in dem Post zitiert. Neben der fehlenden Drehleiter gibt es laut Kreisfeuerwehrverband noch weitere Differenzen mit der Kommune: So wurde angeblich ein defekter Rauchabzug im Feuerwehr-Gerätehaus seit über zehn Jahren nicht repariert.
„Wir verstehen nicht, warum diese Sicherheitseinrichtung nicht repariert wird und warum die Gemeinde der jährlichen Prüfpflicht nicht nachkommt“, so Schwaiger.
Darüber hinaus werden ständig Maßnahmen zur Ertüchtigung des Feuerwehrhauses sowie nötige Beschaffungen nach hinten geschoben und die Feuerwehrleute vertröstet. „Jetzt sollen 2026 die nächsten Maßnahmen erfolgen, also erst nach der anstehenden Kommunalwahl“, ergänzte Freitsmiedl. Der Kreisfeuerwehrverband Traunstein berichtete bereits ausführlich.
Die Fahrzeughalle der Feuerwehr Bergen könnte eine Drehleiter nicht mehr fassen. Müsste eine Drehleiter angeschafft werden, dann hätte dies auch große Folgen für die Unterbringung.
Die beiden Verantwortungsträger haben deshalb nun in der Gemeinde ihren Rücktritt erklärt. Anschließend wurde die aktive Mannschaft davon unterrichtet.
„Als wir es unseren Leuten gesagt haben, habe ich in viele erschrockene Gesichter geblickt, viele äußerten aber auch ihr Verständnis dafür, dass man sich als Ehrenamtlicher nicht alles gefallen lassen muss“, so Schwaiger weiter, der noch ergänzte: „Es bleibt dennoch unser Wunsch, dass man als Gemeinde und Feuerwehr wieder einen gemeinsamen Weg findet und insbesondere der Bürgermeister Stephan Schneider wieder zu Gesprächen bereit ist.“ hob/mw