Traunstein – Rund 700 Teilnehmer folgten dem Aufruf „Wir sind die Brandmauer – Keinen Zentimeter dem Faschismus“ des Bündnisses „Bunt statt braun“ in Traunstein. Ein breites Bündnis an Parteien und Organisationen setzten damit ein Zeichen gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft. Gleichzeitig brachten viele der insgesamt elf Redner ihr Bedauern sowie ihre Bestürzung über die Attentate in Aschaffenburg, München sowie in Kärnten zum Ausdruck. Die Demonstranten hatten sich vergangenen Sonntag im Bereich des Bahnhofs zusammengefunden und waren von dort aus als Demonstrationszug in Richtung der Traunsteiner Innenstadt marschiert. Auf dem Stadtplatz versammelten sich die Teilnehmer im Bereich des Lindlbrunnens, um den Ansprachen der Redner zu lauschen. Der Stadtplatz verwandelte sich dabei in ein Meer aus Fahnen, Bannern und Plakaten.
Insgesamt elf Redner haben die Hauptorganisatoren der „Henastoibande“ zusammengetrommelt. So ergriff unter anderem Friedbert Mühldorfer von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ beziehungsweise dem „Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“, Sepp Parzinger vom Deutschen Gewerkschaftsbund und Thomas Lecke-Lopatta vom Verein „Integer Grassau“ sowie Bärbel Kofler von der SPD und Peter Baumann von der Partei Volt das Wort.
Weitere Redner waren Bernhard König von Verdi, Melanie Kinzner von „Aufstehen gegen Rassismus Chiemgau“, Avery Orbauer für die Partei „Linke“, Fiona Sampson vom Verein „Queer Traunstein“ und Matheo Parzinger für das „Offene Antifaschistische Plenum Traunstein“.
Außerdem trat Ershad Rezaie für die Grünen, ein vor zehn Jahren nach Trostberg gekommener und dort gut integrierter Geflüchteter aus Afghanistan, ans Mikrofon. Er schilderte seine Betroffenheit über die Anschläge in Aschaffenburg, München und Kärnten. Darüber hinaus betonte er, dass er und seine friedlichen Landsleute sich nun sehr unwohl und ausgegrenzt fühlen und brachte deutlich zur Sprache, dass kriminelle ausländische Straftäter konsequent abgeschoben werden müssten.
Die Hauptkritik der Demonstrierenden war dabei die Tatsache, dass sich der Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz bei der Migrationsfrage mit den Stimmen der AfD-Fraktion für eine „Abschottungspolitik“ starkgemacht hat. Damit sahen die Veranstalter einen Tabubruch in der politischen Landschaft und eine klare Verletzung der Brandmauer gegen die rechtsextremen politischen Strömungen. Als Ziel gaben die Organisatoren aus, eine „unumstößliche Brandmauer gegen Rechtsextremismus, Hass und Menschenfeindlichkeit“ zu bilden.
Begleitet wurde die Veranstaltung von mehreren musikalischen Beiträgen. Die Kundgebung ist ohne Störungen reibungslos verlaufen. Sowohl die Veranstalter als auch die Polizei zogen am Ende eine positive Bilanz. hob