Grabenstätt – „Schön langsam verjüngen wir uns“, freute sich die Vorsitzende des Gartenbauvereins Erlstätt, Angela Wirnshofer, zu Beginn der Frühjahrsversammlung im Gasthof Fliegl in Erlstätt, als sie bei der Begrüßung der zahlreich erschienenen Mitglieder auch einige junge Gartler erblickte. In ihrer Jahresrückschau erwähnte sie den gelungenen Lumpenball der Erlstätter Ortsvereine, den lehrreichen Obstbaumschnittkurs in Erlstätt, das beliebte Palmbuschenbinden, die Frühjahrsversammlung mit der sympathischen Müllermeisterin Annelie Wagenstaller und das traditionelle Radiessen, das wieder sehr gesellig war.
Kalenderjahr mit
vielen Veranstaltungen
Ein einmaliges Erlebnis war im Vorjahr die Teilnahme an der Kriegerwallfahrt nach Maria Eck, die von der KSK Erlstätt ausgerichtet worden ist. Der Vorstandsausflug führte nach Riedering, wo man die Mühle von Annelie Wagenstaller besichtigte und noch einmal viel Wissenswertes über das Kornmahlen, die Mehlsorten und das Brotbacken erfuhr. Ähnlich informativ war der Vereinsausflug zur Getreidemühle St. Johann mit über 40 Teilnehmern. Ein Hingucker war einmal mehr der Erntedankaltar, der bei der Herbstversammlung nochmals bestaunt werden konnte. Mit einem Sauerkraut-Stand beteiligten sich die Erlstätter Gartler an der Herbstausstellung des Kreisverbandes Traunstein für Gartenkultur und Landespflege, der 2024 sein 120-jähriges Bestehen feierte. Nach der traditionsreichen Krautabholung gab es im November ein besonderes Kinderprogramm zum Thema „Upcycling“, zu dem sich sehr viele Kinder einfanden.
Es folgte ein erfreulicher Kassenbericht von Gerti Brüderl. Das erzielte Plus von rund 390 Euro könne man gut gebrauchen, da man beim Umzug ins sanierte alte Schulhaus – dort kommen auch andere Ortsvereine unter – „einige Ausgaben“ haben werde. Da es nichts zu beanstanden gab, wurden die Kassierin und die gesamte Vorstandschaft einstimmig entlastet. Aktuell zählt man 176 Mitglieder.
„Die Natur spricht unaufhörlich mit uns, wir müssen nur auf sie hören“, betonte der frühere Kreisvorsitzende und jetzige Bezirksvorsitzende Michael Lucka in seinem Vortag „Garten- und Wetterzeichen der Natur erkennen“. Es gelte aber immer mehrere Zeichen anzuschauen, die die Tier- und Pflanzenwelt aussende, sonst könne man sich täuschen. Auch mit Hilfe der am Himmel auftauchenden Wolkenarten ließe sich die Wetterentwicklung abschätzen, denn „der Himmel spricht Bände“. Die Schallgeschwindigkeit von 330 Metern pro Sekunde erlaube es, die Entfernung eines Gewitters zu berechnen, man müsse nur die Sekunden zwischen Blitz und Donner zählen, so Luckas, der nach eigener Aussage als Jugendlicher gerne Meteorologe geworden wäre.
Als Förster könne er nun aber viel mehr Zeit in der schönen Natur verbringen. „Die Vermengung mit Aberglaube hat die Bauernregeln leider in Verruf gebracht“, bedauerte er. Auf den Merkspruch „Blüht die Esche vor der Eiche, gibt es eine große Bleiche (trockener Sommer), blüht die Eiche vor der Esche, gibt es eine große Wäsche (nasser Sommer)“ könne man sich aber meistens verlassen. Die beiden Vergleichsbäume sollten aber am besten nebeneinander stehen.
Zu den wichtigen heuer noch anstehenden Vereinsterminen zählen das Radi-Essen am 27. Juni im Vereinsheim des SV Erlstätt, der Kräuterbuschenverkauf zu Mariä Himmelfahrt am 15. August und die Herbstversammlung am 7. Oktober, bei der zum 95. Vereinsjubiläum der Pallinger Witzeerzähler, Musiker und Zauberer Hans Scharrer alias „Scharini“ für beste Stimmung und Unterhaltung sorgen wird.
Mitte Oktober
ist Baumbestellung
Die Baumbestellung habe bis zum 15. Oktober zu erfolgen und die Sauerkrautabholung plane man am 22. Oktober, betonte Wirnshofer und erinnerte auch noch an zahlreiche diesjährige Veranstaltungen des Kreisverbandes, der rund 50 Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Traunstein mit mehr als 16000 Mitgliedern vertritt. Die anwesenden Vereinsmitglieder nahmen nicht nur viel neues Wissen mit nach Hause, sondern auch schöne Frühlingsgrüße in Form von Blumen und Palmbuschen.