Marquartstein – Seit 79 Jahren findet der Gelöbnisgang der Marquartsteiner im Andenken an das Kriegsende ohne Unterbrechung jedes Jahr am 4. Mai statt.
Der Bittgang zur Burgkirche St. Veit geht auf das Gelöbnis von Pfarrer Paul Sedlmayer zurück, der während des Krieges und danach Pfarrer von Marquartstein war. Am Abend des 4. Mai 1945 traf sich ein kleiner Kreis von Gläubigen in der Kirche Zum Kostbaren Blut, um zu beten. Während dieser Zeit, um 21 Uhr, erfolgte der Angriff der Amerikaner. Nur kurz dauerte der Beschuss, bei dem auch die Kirche getroffen und beschädigt wurde.
Pfarrer Sedlmayer gab das Gelübde ab, wenn seine Pfarrgemeinde in dieser Nacht von menschlichen Opfern verschont bliebe, würde er zum Dank alle Jahre an diesem Tag einen Gelöbnisgang nach St. Veit abhalten. Dieses Gelübde haben die Pfarrgemeinde und die nachfolgenden Pfarrer nun über seinen Tod hinaus schon 70 Jahre lang gehalten. Heuer treffen sich die Gläubigen zum Gelöbnisgang nach St. Veit am Sonntag, 4. Mai, um 19 Uhr in der Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut zum Eröffnungsgebet.
Um 19.15 Uhr ist die Aufstellung zur Prozession. Dann ziehen die Gläubigen gemeinsam hinauf zur Burgkirche St. Veit, wo etwa um 19.30 Uhr eine Andacht stattfindet, musikalisch gestaltet vom Kirchenchor.
Danach bewegt sich der Zug, Marienlieder singend, mit brennenden Kerzen und Laternen wieder zurück zum Abschlusssegen in die Pfarrkirche. gi