Seebruck saniert Ortsdurchfahrt

von Redaktion

Gemeinde will zunehmende Verkehrsprobleme lösen

Seeon-Seebruck – Der Seeon-Seebrucker Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung darauf verständigt, die Sanierung der Ortsdurchfahrt Seebruck in Angriff zu nehmen. Die seit Jahren in der Schublade liegenden Planungen und Konzepte zur Sanierung, sollen jetzt angepasst und umgehend umgesetzt werden. Zunächst muss jedoch eine sogenannte Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Grundlage der Studie sollen Planungsgrundlagen und eine Prioritätenliste sein, die in den letzten zehn Jahren erstellt wurden. 

Machtbarkeitsstudie
soll Klarheit bringen

Nach dem die geplante Seebrucker Entlastungsspange auf Eis gelegt wurde (wir berichteten mehrfach),  besteht jetzt für Seebruck die Chance, eine Verbesserung der innerörtlichen Infrastruktur in den Fokus zu nehmen. Die Machbarkeitsstudie, in die auch die Wünsche der Gemeinde einfließen sollen,  soll innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein, um dann mit der Ausführung der Arbeiten, federführend durch das Staatliche Bauamt Traunstein als Straßenbaulastträger, weiter zu verfahren.  Wie Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) mitteilte, habe das Staatliche Bauamt Traunstein in einer öffentlichen Veranstaltung mitgeteilt, dass die seit Jahren geplante „Entlastungsspange Seebruck“ aufgrund naturschutzrechtlicher Belange und des sehr hohen Kosten- und Planungsumfanges nach Beschluss der Regierung von Oberbayern nicht weiter verfolgt werden solle. Somit könne die Gemeinde jetzt eine weitere Entwicklung sowie eine Verbesserung der innerörtlichen Verkehrsinfrastruktur vornehmen.

Um keine Zeit zu verlieren, habe er, Bartlweber, umgehend Kontakt mit der bayerischen Staatsregierung  aufgenommen und verbesserungswürdige Brennpunkte in der Infrastruktur dargelegt. In einer Besprechung mit den Entscheidungsträgern des Landtags, sei vereinbart worden, mit einer Prioritätenliste und den bereits 2025 erfolgten Planungsunterlagen eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Eine Förderung durch die Städtebauförderung sei der Gemeinde vom Staatlichen Bauamt Traunstein bereits zugesagt worden. 

Wo genau zwickt es? Es gebe mehrere Brennpunkte und wenn man den Prognosen Glauben schenken kann, werde sich der Verkehr durch Seebruck in den nächsten zehn Jahren auf bis zu 12000 Autos am Tag  erhöhen, teilte der Bürgermeister mit. Aktuell fahren bis zu 8000 Autos täglich durch Seebruck. 

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht die Uferpromenade und parallel dazu die sogenannte „Reimer Kurve.“ Weitere Brennpunkte sind die Einmündung in die Haushoferstraße und der schlechte bauliche Zustand der Traunsteiner Straße. Auch der Chiemsee-Radrundweg und die Römerstraße müssten in der Studie Beachtung finden, hieß es.  Die Ufermauer entlang der Promenade falle zunehmend zusammen und auch die Hecke zwischen der Traunsteiner Straße und dem Fußweg werde nach und nach schlechter. Hier sei das Erdreich wegen des Salzwassers in einem sehr schlechten Zustand.

Bartlweber appellierte an den Gemeinderat, die Chance einer sehr hohen Förderung durch den Freistaat für die Planung und Umsetzung zu ergreifen. „Die Planungsgrundlagen liegen seit Jahren vor. Damit haben wir schon sehr viel gewonnen und müssen es jetzt nur noch in die Hand nehmen und für Seebruck nach vorne bringen.“

Uns werde hier die Hand gereicht, wo wir auch einschlagen müssen, forderte Dritte Bürgermeisterin Dr. Christine Kosanovic (FW). Orte, die bei Ortsumfahrungen durch das Raster fallen, bekämen hier die Chance innerörtlich was zu entwickeln. „Ich sehe eine große Chance darin, wenn wir jetzt die Planung auf die aktuellen Bedürfnisse zuschneiden und umsetzen.“

Wie Norbert Maier, Zweiter Bürgermeister, sagte, sehe er die größte Chance für Seebruck darin, in dem der Ort für den Verkehr unattraktiv gemacht werde. Zum Beispiel durch Geschwindigkeitsbeschränkungen. Ähnlich argumentierte auch Toni Mayer von den Grünen.  Den Verkehr unattraktiv machen sei wichtig. Aber auch bei der überörtlichen Verkehrsführung sollte man eine Lenkung hinbringen, forderte Mayer. 

Grünen-Gemeinderätin Michaela Losbichler forderte eine Verkehrsregelung, bei der alle Platz haben: Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer.  

Sepp Daxenberger (CSU) erinnerte an teure Pläne, die bereits niedergeschrieben seien und als Grundlagen vorlägen. „Die Gemeinde muss aber den Hut auf haben und das Sagen haben, nach der Devise: So möcht´ ich es haben“, forderte der CSU-Gemeinderat.  Auf die von Daxenberger angesprochene Bürgerbeteiligung hatte nicht nur der Bürgermeister eine klare Meinung. 

Nachdem im Rahmen eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) 2017 schon eine Bürgerbeteiligung zu  innerörtlichen Entwicklung von Seebruck stattgefunden habe, lägen die Antworten schon da. “Es ist alles da, wir müssten es nur noch verfeinern“, sagte Bartlweber. Außerdem habe die Gemeinde nicht die Zeit für eine große Bürgerbeteiligung. Ein Jahr –  bis dahin muss die Machbarkeitsstudie vorliegen, um vom staatlichen Kuchen was abzubekommen – sei schneller rum als man denkt. 

Chance für eine
hohe Förderung

Die Chance jetzt zu ergreifen und die Studie so schnell wie möglich in Auftrag geben, fand auch Martha Gruber (FW). Die Gemeinderätin aus Truchtlaching regte an, in der Studie auch die unfallträchtige Abzweigung nach Tabing mit aufzunehmen. Dr. Christine Kosanovic merkte dazu an, dass die überdeutlichen Gespräche der Regierung von Oberbayern klarlegen, dass es schnell und pragmatisch gehen müsse. „Es ist ein Sonderfall, der uns vor die Füße gelegt wurde und es wird schon für den Gemeinderat knapp.“ 

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