Ruhpolding – Ausführlich stellten in der jüngsten Sitzung des Ruhpoldinger Gemeinderates die Verantwortlichen der „Jugendarbeit an Schulen“ (JAS) und die „Quartiersmanagerin“ Ingrid Scheiber ihre Arbeit und Inhalte vor.
Theresa Wolkersdorfer und Andreas Lindner von Konis in Traunstein, einem freien Träger der Jugendhilfe, kümmern sich an der Grund- und Mittelschule Ruhpolding um die Aspekte der Jugendsozialarbeit und versuchen dabei, bestehende Konfliktsituationen in der Schule, der Familie oder der Freizeit in enger Zusammenarbeit mit vielen Kooperationspartnern aufzulösen.
Einzelfallhilfe
ist primär
Wie die beiden Sozialpädagogen dabei anhand einer übersichtlichen Präsentation erläuterten, nimmt den größten Teil ihrer Arbeit die Einzelfallhilfe mit den notwendigen Beratungen ein. Bis Ende 2024 hatte man es dabei mit rund 90 Fällen von psychischen Belastungen, familiären Konflikten, Opfern von verbaler oder psychischer Gewalt und Fehlverhalten in den sozialen Beziehungen zu tun.
Zur Stärkung der sozialen Kompetenz und als vorbeugende Maßnahme wurden von den Betreuern viele Projekte auf den Weg gebracht: Kompetenztraining in den 4. und 8. Klassen, ein Ernährungsprojekt in der 5. Klasse und Berufsberatung wurden ebenso angeboten wie ein Tischtennis-Turnier, Bewegungstraining, ein Ausflug zum Kletterwald und Ferienfreizeiten auf dem Rauschberg und der Hörndlhütte. Ein umfangreicher Aspekt der Arbeit von JAS ist auch die Netzwerkarbeit. Hier werden mit dem Jugendamt, der Caritas, der OGS oder der Freien Jugendhilfe ebenso Kontakte geknüpft oder Termine vermittelt, wie mit der Bergwacht Ruhpolding und vielen Firmen aus der Region. Wie die beiden in ihrem Zukunftsblick betonten, wird das Hauptaugenmerk auch künftig auf der Einzelfallhilfe und persönlichen Beratung liegen. Aber auch Projekte wie Ferien-freizeiten, Schulsanitätsdienst in Kooperation mit DLRG und Bergwacht, eine Fahrt der 8. und 9. Klassen zur KZ-Gedenkstätte Dachau und Projekte zu Rechtsextremismus sind in Planung. Einige Fragen aus dem Gremium zur Herangehensweise, zur Kontaktaufnahme mit den Betroffenen oder den Ursachen für rechtsextreme Verhaltensweisen konnten die Sozialpädagogen zufriedenstellend beantworten, bevor ihnen Bürgermeister Justus Pfeifer für ihre sehr wertvolle und verantwortungsbewusste Arbeit dankte.
Die Quartiersmanagerin der Gemeinde, Ingrid Scheiber, gab dem Gremium ebenfalls Einblick in ihre Aktivitäten, Aufgaben und erste Erfolge.
Die Bausteine ihrer Arbeit gründen sich auf ortsnahe Unterstützung von Senioren in vielen Bereichen wie Beratung und Vernetzung, Wohnen und Umfeld und soziale Teilhabe sowie vielen Überschneidungen dieser Aspekte. Wie Scheiber betonte, ist ein wichtiger Teil ihrer Arbeit die Vernetzung und Kooperation mit vielen Fachstellen und Diensten, aber auch die Bürgerbeteiligung und die Unterstützung durch Ehrenamtliche. Wie sie verdeutlichte, wären weitere ehrenamtlich Fahrer für notwendige Versorgungsfahrten von Senioren ebenso gesucht wie Unterstützung bei den monatlichen bunten Nachmittagen und weiteren geplanten Aktionen. Ein wichtiger Baustein ihrer Aktivitäten ist nach wie vor die Öffentlichkeitsarbeit. Mit Flyern, Presseartikeln oder der Vorstellung bei Vereinssitzungen und regionalen Treffen soll auf die Angebote zur Vermeidung von Alterseinsamkeit aufmerksam gemacht werden. Ein dringendes Anliegen sei ihr auch die Demenzberatung und die Unterstützung bei bürokratischen Vorgängen und Behördenterminen, versicherte Scheiber.
Der Ruhpoldinger Jugendtreff war bislang in der ehemaligen Touristinformation untergebracht. Die derzeitige räumliche Situation sei dazu aus verschiedenen Gründen nicht mehr optimal, erläuterte Bürgermeister Justus Pfeifer. Nach Prüfung einiger alternativer Standorte wurde die ehemalige Kapelle im früheren Altenheim St. Adelheid, das mittlerweile von der Einrichtung „Regenbogen Wohnen GmbH“ genutzt wird, als geeigneter Standort ermittelt. Die Verantwortlichen des Jugendtreffs und die Jugendbeauftragten der Gemeinde haben sich ebenfalls für diesen Standort ausgesprochen und der Verwaltung signalisiert, dass auch die Eltern der Verlagerung positiv gegenüberstehen. Die Zustimmung von „Regenbogen Wohnen“ zur Nutzung der Räumlichkeiten als Jugendtreff liegt ebenfalls vor. Die Verwaltung bereitet derzeit einen Pachtvertrag für die künftige Nutzung vor, die genauen finanziellen Konditionen können aber erst im Rahmen der endgültigen Vertragsausarbeitung ermittelt und dem Gremium dann vorgelegt werden. Wie Pfeifer dazu erklärte, liegen der Gemeinde sehr zuvorkommende Bedingungen der Einrichtung vor und er sehe den neuen Standort als große zukunftsfähige Chance.
Jugendtreff zieht
ins Altenheim
Aus dem Gremium kamen dazu einige positive Ideen und Anregungen, um unvoreingenommen an die Aufgabe heranzugehen. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, bei Bedarf die notwendigen Mittel zur Einrichtung, die von den Jugendlichen und ihren Betreuern selbst gestaltet werden soll, freizugeben. Das Gremium beschloss einstimmig die Verlagerung des Jugendtreffs ins ehemalige Altenheim St. Adelheid. Ein halbes Jahr nach der Nutzungsaufnahme soll eine erneute Betrachtung der Eignung im Gemeinderat erfolgen.