Siegsdorf – Einem Bauantrag der „ATC Germany Holdings-GmbH“ zur Errichtung eines Funkmastes in Eisenärzt wurde vom Gemeinderat Siegsdorf das einstimmige Einvernehmen erteilt. Wie Bürgermeister Thomas Kamm dazu vorab erläuterte, soll der etwa 40 Meter hohe Metallmast auf einem Grundstück an der Straße nach Scharam, in direkter Nachbarschaft des gemeindlichen Pumpwerkes entstehen.
Das Grundstück für den neuen Mast ist im Mobilfunkkonzept der Gemeinde als „idealer Standort“ definiert. Der Mast wird statisch so konzipiert, dass er auch für weitere Anbieter zur Verfügung stehen kann. Die Gemeinde beabsichtigt zudem den Ankauf der benötigten Flächen. Ein Vorvertrag ist bereits vorhanden. Als problematisch sieht man die unmittelbare Nähe des geplanten Fundamentes zur Wasserleitung der Gemeinde, eine PVC-1000-Hauptleitung, als einzige Versorgungsverbindung nach Maria Eck. Es wird daher zwingend gefordert, dass sich der Bauherr rechtzeitig vor Beginn der Arbeiten mit dem gemeindlichen Bauamt/Wasserwerk in Verbindung setzt. Nachdem die Nachbarunterschriften vorliegen, das Vorhaben in der Konzentrationsfläche K3 des Mobilfunkkonzeptes liegt und auch der Bauausschuss einhellig für den Bauantrag stimmte, erteilt das Gremium einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Sollten durch die geplanten Maßnahmen Arbeiten an den gemeindlichen Versorgungsleitungen erforderlich sein, hat der Veranlasser die entsprechenden Kosten zu übernehmen.
Nachdem der Gemeinderat bereits in der Sitzung im Mai 2025 einer Bauvoranfrage zur Errichtung einer Batterie-Speicheranlage östlich des Umspannwerkes in Rudhart das Einvernehmen erteilt hatte, lag dem Gremium nun ein weiterer Bauantrag für eine solche Anlage in Rudhart vor.
Die „Lagerhaus Eichinger GmbH & Co. KG“ möchte auf einem bisher landwirtschaftlich genutzten Grundstück im Westen des Umspannwerkes ebenfalls eine Batterie-Speicheranlage mit vier sogenannten Grauspeichern, zwei Trafos und einer Übergabestation errichten. Ursprünglich hatte man eine größere Anlage mit acht Speichern und vier Trafos geplant.
Nach Absprache mit dem Institut für Systematische Energieberatung (ISE), das am früheren Bauantrag beteiligt ist, wurde die Kapazität jedoch halbiert. Wie aus den Plänen hervorgeht, wird dazu eine Fläche von 34,5 mal 25 Metern benötigt, die rundherum komplett mit hohen Pflanzen eingegrünt werden soll. Die Fläche wird über die bestehend Privatstraße zum Umspannwerk erschlossen.
Wie Bürgermeister Kamm dazu erläuterte, sind Batteriespeicher ein zentraler Bestandteil der Energiewende und werden meist in direkter Nachbarschaft von großen Umspannwerken eingesetzt, um Spannungsschwankungen und Abschaltungen zu verhindern oder zu minimieren.
An ausgewählten Standorten, zu denen auch Siegsdorf gehört, ist damit die Integration eines Speichersystems ohne zusätzlichen Ausbau des vorgelagerten Netzsystems möglich und daher auch wirtschaftlich zu betreiben.
Gemeinderat Willi Geistanger (Grüne) wollte dazu wissen, ob denn nun beide Speicheranlagen gebaut würden, wozu der Bürgermeister aber keine Informationen hatte.
Einstimmig erteilte der Gemeinderat daher dem Vorhaben das Einvernehmen. Der parallel dazu gestellte Antrag der „Lagerhaus Eichinger GmbH & Co. KG“ zur Einleitung eines Bauleitverfahrens zur „Aufstellung eines Vorhabens bezogenen Bebauungsplans“ zur Errichtung der obigen Speicheranlage wurde vom Gremium einstimmig zurückgestellt.
Man möchte erst abwarten ob seitens des Landratsamtes eine Entscheidung im Rahmen des Bauantrages erfolgt. fkr