Verborgene Blütenpracht erstmals öffentlich präsentiert

von Redaktion

Chiemsee-Maler Sieck – 70 unbekannte Blumenstudien in Priener Ausstellung

Prien – Zweiter Bürgermeister Michael Anner eröffnete nun die Ausstellung „Blütenreich“ mit unbekannten Blumenstudien von Rudolf Sieck (1877 bis 1957). Gezeigt werden 70 Werke, die sich detailgetreu und diffizil Blumen, Blüten und Blättern widmen. Seine Einführung begann der Kulturbeauftragte der Gemeinde Karl J. Aß mit einem Zitat aus einem Gedichtband aus 1906, das Rudolf Sieck blütenreich illustriert hatte. Wie er weiter ausführte, seien seine Blumenstudien, die er zum Großteil für seine seit 1906 ausgeführte Porzellanmalerei für die „Königliche Porzellan Manufaktur Nymphenburg“ skizziert habe, bislang völlig unbeachtet geblieben. Was erstaune, habe sich Sieck doch als einer der bedeutendsten Chiemsee-Maler für seine Landschaftsmalerei häufig mit der Natur und insbesondere Blumen beschäftigt. Zweiter Bürgermeister Michael Anner bezeichnete die Werke als eine „stille poetische Entdeckung“. Sieck sei eng mit Prien verbunden gewesen, sagte er. So habe der gebürtige Rosenheimer ab 1913 in Pinswang, ab 1930 in Harras in Prien gelebt. Daher seien viele seiner Werke in ansässigen Haushalten zu finden. Er danke an dieser Stelle den Leihgebern, die es ermöglicht hätten, die lange im Verborgenen verbliebenen Skizzen nun zum ersten Mal einer Öffentlichkeit zu präsentieren. Sie seien ausdrucksstark und mit Herz gemalt. Die Blumenmalerei habe eine lange Tradition, die sich bis ins 15./16. Jahrhundert zurückverfolgen lasse, erläuterte Aß, und erinnerte dabei an die bedeutenden Pflanzenstudien von Albrecht Dürer. Bei Rudolf Sieck habe nicht die Seltenheit der Pflanzen im Vordergrund gestanden, sondern der regionale Bezug. Bei einigen Skizzen sehe man Anmerkungen, Buchstaben und Nummern, die er für seine Tätigkeit der Porzellanmalerei angefügt habe – was den Zeichnungen einen besonderen Charme verleihe. Wie er betonte, sei ihm bei seinen Kunstschauen nicht nur wichtig, an vergessene Künstler zu erinnern, sondern auch, den Betrachter zu einer großen Aufmerksamkeit zu motivieren, denn „diese Blätter verlangen nach einem genauen Betrachten, sonst ist ihre diffizile Zeichnung und Farbgestaltung nicht zu erkennen“, so der Museumsleiter. Die Ausstellung ist noch bis 10. August zu sehen. wp

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