Chromglanz und jede Menge Geschichten

von Redaktion

Über 150 Oldtimer beim Treffen für Motorrad-Liebhaber in Staudach-Egerndach – Lieblingsmotorrad wird in Ehren gehalten

Staudach-Egerndach – Ein solches Treffen von Freunden und Liebhabern schöner Maschinen hätte Willi Gutzeit, der vor vielen Jahren das Oldtimertreffen am Pfingstmontag beim Gasthof Mühlwinkl ins Leben gerufen hatte, wahrlich gefreut. Poliertes Chrom, geputztes Leder, außergewöhnliche Lackierungen und seltene Fahrzeuge konnten bewundert werden.

Da standen die Damen und Herren im Lederkombi in kleinen Gruppen vor verschiedenen Motorrädern und fachsimpelten. Meist waren es außergewöhnliche Modelle, welche die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Nicht immer die Ältesten, vielmehr die Besonderen bestaunt. Über 150 Motorräder unterschiedlichster Fabrikate, einige wenige sogar mit Beiwagen, wurden ausgestellt. Im großen Biergarten bei einer guten Brotzeit und mit musikalischer Umrahmung tauschten sich die Motorradfahrer aus, gaben sich gegenseitig Tipps und verwiesen auf die nächsten Treffen in der Umgebung. Nicht nur aus der Region trafen sich die Liebhaber von Schnauferl, Straßenmaschinen und Rennmaschinen. Auch aus den benachbarten österreichischen Regionen Kössen und Salzburg wie auch aus dem Rosenheimer und Berchtesgadener Bereich kamen die Biker angereist. Scheinbar werden es immer mehr, die am Pfingstmontag die Ausfahrt und die schöne Gegend genießen, schließlich ist es das, was die Oldtimer Freunde eint.

„Gemütlich unterwegs sein, die Gegend anschauen“, so beschreibt es Franz Sedlmeier aus Bergen, der mit einem außergewöhnlichen Gefährt unterwegs ist. Ein Auto mit Doppelbank, aber mit Motorradmotor aus Tschechien, eine sogenannte Velorex, darf er sein eigenen nennen. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 80 km/h kann er die Gegend gut genießen. Die Motorräder rufen bei vielen auch Erinnerungen hervor. So erzählt Sepp Bauer, der vor seiner Zündapp steht, dass er in Gedanken als kleines Kind seinen Opa damit herumfahren sieht. Er hält die Zündapp des Opas in Ehren und ab und zu darf diese auch einmal langsam durch die Gegend fahren.

Es sind genau diese Geschichten, die sich die Oldtimer-Besitzer gegenseitig erzählen. Nicht nur PS, Wert und Alter stehen da im Vordergrund, sondern die persönliche Beziehung. So manches Schätzchen wurde per Zufall gefunden und zu neuem Leben erweckt, andere wechselten innerhalb der Familie den Besitzer. Diese Geschichten waren es auch, die Willi Gutzeit so liebte. Er war selbst ein großer Sammler, besaß viele Hondas unterschiedlichen Alters und war Gründer der „Achentaler Oldtimer Freunde“.

Nach dem Tod von Willi Gutzeit 2016 organisiert der Sohn Andreas Gutzeit das Treffen und scheinbar kommen jedes Jahr mehr Besucher. Er hat eine Honda RC30, Baujahr 1988, mit 130 PS mitgebracht. Dieses war das Lieblingsmotorrad des Vaters und wird folglich besonders in Ehren gehalten. Auch ohne Wissen um Wert und Motorleistung machte es Freude an den liebevoll gehegten und gepflegten Schätzchen vorbeizuschlendern. tb

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