Unterwössen – Wie feiert man das 20-jährige Bestehen des Open-Air-Teams Oberwössen? Natürlich Open Air. Es wurde eine wunderschöne Sommernacht mit einem in vieler Hinsicht bemerkenswerten Konzert voll Energie und bester Stimmung auf der Bühne und auch davor. Drei Bands traten an diesem Abend auf. Bemerkenswert, dass gleich die beiden ersten Gruppen ihre Wurzeln in Oberwössen haben und die dritte Band aus dem nahen Ruhpolding stammt.
Weitere Besonderheit des Konzertes war die großartige Stimmung, die von den Musikern ausging. Der Spaß, den sie von der eigens errichteten Bühne versprühten, steckte das Publikum an.
Spaß am
eigenen Spiel
Gegen 18 Uhr eröffnete die Daxenberg-Blues-Band das Programm. Anfangs war die Zuschauerzahl noch überschaubar, doch schon nach wenigen Songs strömten die Besucher auf das Gelände. Die Daxenberg-Blues-Band, längst Kult im Chiemgau, zeigte sich in Bestform. Schon 1990 fand die Formation ihre Fans und ist inzwischen Kult, wenn die Musiker in gleicher Besetzung immer wieder beweisen, dass sie es noch können, ja, immer noch besser können.
Vier Gitarren sorgen für Druck und Tiefe: Thomas Schmid, Georg Meier, Sepp Meier am Bass und Georg Voit bildeten die treibende musikalische Front. Sänger Roland Schwarz überzeugt mit starker Stimme und intensiven Bühnenpräsenz. Eigene Texte, mal kritisch dann humorvoll, mitreißende Gitarrensoli und dann immer einmal wieder Sepp Schwarz mit einer virtuos gespielten Mundharmonika. Peter Janotta am Schlagzeug gibt das rhythmische Fundament. Das Ergebnis: druckvoller Gitarrenrock alter Schule, der in die Beine ging. Mal Cover, mal eigene Stücke immer kritische oder humorvolle eigene, bairische Texte – das Repertoire reicht vom harten Rock bis zur ruhigen Ballade. Das Publikum ging mit, viele sangen textsicher, andere tanzten.
Nach einer kurzen Umbaupause betrat die John-Steam-Band die Bühne. Frontfrau Räse Haslberger stammt aus Oberwössen. Dass Sie ihre eigene Karriere einst mit ersten schüchternen Auftritten auf der Bühne begann, daran erinnert bei der Frontfrau mit ihrer großartigen Bühnenpräsenz nichts mehr. Sie strahlt Selbstbewusstsein und Charme aus und hat eine prägnante Stimme.
Harald Leuhuber, ebenfalls aus Oberwössen, ist mit Kontrabass und Mundharmonika an ihrer Seite. Roman Polleichtner am Schlagzeug und Hias Strehhuber und Miche Summerer an E- und Akustikgitarre unterstützte sie mit präzisem, dynamischem Spiel. Was sehr zu der Qualität ihres Auftritts beiträgt, ist die unglaubliche Leidenschaft der Musiker für die Musik. Sie haben sichtbar den meisten Spaß an ihrem Auftritt.
Die John-Steam-Band bot ein abwechslungsreiches Programm: Klassiker von Dolly Parton, CCR, Elvis Presley und modernen Künstlern wurden mitreißend interpretiert. Nach mehreren Zugaben verließen sie erschöpft, aber gefeiert, die Bühne.
Der Abschluss kam aus Ruhpolding: Die junge Band „Revolution of Rock“ brachte mit ihrer Spielfreude, Lautstärke und Setlist weitere Steigerung. Ursprünglich zu fünft, spielen die vier verbliebenen Mitglieder seit 1,5 Jahren in unveränderter Besetzung – und das funktioniert bestens. Hias Wimmer an der Solo-Gitarre, Luca Pletschachner an Gitarre und Gesang, Johannes Hallweger am Bass und Gesang sowie Jonas Decker am Schlagzeug lieferten ein volles Brett ab. Das Publikum feierte die Rock-Hits von Green Day, Nirvana, Deep Purple, Gary Moore, Bryan Adams, Oasis, Iron Maiden, den Ärzten, AC/DC und vielen mehr. Dazu kamen eigene Songs wie „Radio Reite“, „Wimmer Hias“ oder „Cobra Liebe“, die in der Region bereits Kultstatus genießen. Revolution of Rock gilt in Ruhpolding und Umgebung längst als feste Größe – ihre Auftritte rund um den Biathlon-Weltcup sind legendär.
Dass dieser Abend so rund verlief, lag nicht nur an der Musik. Rund 40 Helfer des Open-Air-Teams sorgten im Hintergrund für perfekten Ablauf. Bühne, Licht, Ton – alles passte. Für das leibliche Wohl war gesorgt: Grillstand, Weißbierhütte und Barbetrieb liefen auf hohen Touren. Der Festplatz der Frei vor der Bühne bot Platz zum Tanzen, Mitsingen oder einfach Zuhören.
Dieses Jubiläum brachte eine wunderbare Sommernacht. Der Himmel klar, die Berge im Hintergrund, Musik in der Luft – besser konnte ein Jubiläumskonzert nicht verlaufen.
Gelebte
Dorfgemeinschaft
20 Jahre Open-Air-Team – das heißt nicht nur zwei Jahrzehnte Musik und Vereinsarbeit, sondern auch ein starkes Stück gelebte Dorfgemeinschaft. Das Jubiläumskonzert zeigte eindrucksvoll, wie viel Begeisterung, Ehrenamt und musikalisches Talent in einem kleinen Ort wie Oberwössen stecken.