Seeon-Seebruck – Sage und schreibe 247 Besucher kamen zum jüngsten Familiensonntag ins gemeindliche Römermuseum Bedaium in Seebruck. Somit waren es sogar noch mehr Gäste als beim internationalen Museumstag im vergangenen Mai und damit wurde bereits die 3000-Besucher-Marke überschritten.
Museumsleiter und „Römer“ Matthias Ziereis freute sich riesig über die große Resonanz und dankte seinen vielen historischen Darsteller-Kollegen, die mit Jung und Alt spannende Zeitreisen in die Antike unternahmen. Begrüßt worden waren die Besucher vor dem Museum von Christoph Wallner von der LEG IX HISPANA mit seiner römischen Schreinerwerkstatt. Bei ihm konnten nicht nur die Kinder ihr handwerkliches Geschick mit Handwerkzeugen und Holz testen. Museumspädagogin und „Römerin“ Martina Ziereis hatte an ihrem Kräuter- und Räucherstand im Museumserdgeschoss viel Wissenswertes zu erzählen. Nebenan begeisterte Alexander Krop vor dem Diorama der laufenden Sonderausstellung „Land- und Forstwirtschaft in der Römerzeit“ als keltischer Fischhändler „Henki“ mit frischem Kuschelfisch aus Lutetia und seinem legendären Würfelturm.
Ein Anziehungspunkt war auch die historische „Gamezone“ von Veit Ziereis, bei dem diverse antike und moderne Würfel-, Brett- und Kartenspiele unter fachkundiger Anleitung gespielt werden konnten. Auch das Mosaiklegen und Kastell- und Tempelbauen mit Holzklötzen kam bei den jüngsten Besuchern sehr gut an. Im ersten Stock konnte man mit Keltin Sabine Wastlhuber das Weben erlernen. Wie die Römer einst ihre Kettenhemden geflochten hatten, erläuterte der römische Legionär Matthias Ziereis. Aufschlussreich waren auch seine Ausführungen über die Ergebnisse von Langbogen-Beschuss-Versuchen auf Kettenhemden, Schuppenpanzer und Schienenpanzer. Der Chef der LEG IX HISPANA, Uwe Herwegh, und Armin und Silvia Hofmann präsentierten die Ausstattung der römischen Legionäre und Zivilisten. Ein Blickfang waren die Helm- und Gladiusmodelle von der römischen Republik bis in die frühe Kaiserzeit. Selbiges galt auch für die Eigenbau-Schlaufenschleuder von „Römer“ Markus Saxinger. Der frühkaiserzeitliche Medicus Ordinarius Werner Stocker, seines Zeichens Militärarzt der neunten spanischen Legion, war mit seiner Frau Claudia vertreten und zeigte anschaulich wie fortschrittlich die Medizin und Chirurgie zur Römerzeit schon waren.
„Die Besucher waren sehr interessiert und haben uns viele gute Fragen gestellt“, resümierte der Museumsleiter Ziereis und war sichtlich zufrieden.mmü